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Neue Buslinie über Fahrenzhausen:Interessant für Pendler

Landkreis Freising beteiligt sich an von den Nachbarn in Dachau initiierter Querverbindung

Der Landkreis macht Ernst mit dem Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs in Sachen Tangentialverbindungen. Denn an den Querverbindungen mangelt es nicht nur im Kreis Freising, sondern im gesamten Großraum München. Deshalb gibt es für solche Buslinien in Zukunft mehr Fördergeld. Im Westen des Landkreises besteht schon jetzt mit der Regionalbuslinie 693 eine Linie zwischen dem Fahrenzhausener Ortsteil Kammerberg und dem S-Bahnhof Lohhof im Kreis München. Das Angebot ist bisher aber vor allem auf Schüler ausgerichtet und führt auch über Ortsteile in Haimhausen, was die Fahrzeit verlängert.

Der Nahverkehrsplan des Landkreises Dachau sieht nun vor, eine schnellere Verbindung von Petershausen nach Lohhof zu schaffen, bei der dann der Bus nur noch an einer Haltestelle in Haimhausen hält. Für den Landkreis Freising bietet sich da die Möglichkeit, sich zu beteiligen, was nicht nur Geld sparen würde, sondern dem Landkreis-Westen insgesamt zugute käme. Jüngst hat der Planungsausschuss des Kreistages sich deshalb mit dieser Möglichkeit beschäftigt, die nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, die Schulen in Eching, Lohhof und Unterschleißheim besuchen, interessant ist, sondern auch für Pendler. Die Linie startet am S-Bahnhof Petershausen, hält dann in Kammerberg, Bachenhausen, Fahrenzhausen, Unterbruck und Großnöbach und führt via Haimhausen nach Lohhof zur S-Bahn.

Betriebsdauer ist von fünf bis 22 Uhr von Montag bis Freitag, von sieben bis 22 Uhr an den Samstagen und von sieben bis 21 Uhr an Sonn- und Feiertagen. Wochentags ist ein 40-Minuten-Takt anvisiert, an Sonn- und Feiertagen ein 80-Minuten-Takt. Der Dachauer Kreistag hat die Linie bereits beschlossen und auch im Freisinger Planungsausschuss fand sich keine Gegenstimme. Insgesamt rechnet man mit Gesamtkosten zwischen 617 000 und 682 000 Euro, den Löwenanteil würde der Landkreis Dachau bezahlen, eine Summe zwischen 233 000 und 258 000 Euro entfiele auf den Kreis Freising. Der Landkreis München hat bereits abgewinkt, er will sich nicht beteiligen, weil seine Bewohner von der Buslinie nichts haben. Ein Argument, das der Freisinger Grünen-Kreisrat Michael Stanglmaier so nicht stehen lassen wollte: "Die Leute im Bus reduzieren die Verkehrsbelastung für die Bewohner im Landkreis München. Das sollte man versuchen, klar zu machen."

© SZ vom 13.07.2020 / av

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