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Naturschutz in Freising:Artenreiche Blühflächen

Landwirte kooperieren mit den Stadtwerken

Vor genau einem Monat ist die Saat von Landwirten ausgebracht worden, jetzt ist sie aufgegangen und leistet am Rand der Felder im Trinkwasserschutzgebiet Vöttinger Moos einen Beitrag zum Naturschutz. Auf einer Gesamtfläche von 1,5 Hektar haben Kooperationslandwirte der Freisinger Stadtwerke artenreiche Blühflächen angelegt. Die Saatgut- und Anbaukosten der Aktion werden von den Stadtwerken übernommen, unterstützt werden die Landwirte vom Wasserschutzbüro Ecozept, wie es in einer Mitteilung dazu heißt.

Seit 26 Jahren sorgen Verträge zwischen den Stadtwerken und örtlichen Landwirten demnach bereits für eine grundwasserschonende Bewirtschaftung. Im vergangenen Jahr wurde zusätzlich das Projekt Blühflächen gestartet, bei dem die Landwirte am Rand ihrer Felder drei Meter breite Blühflächen angelegt haben. In diesem Jahr wurde es fortgesetzt und sogar noch ausgeweitet. "Die Bereitschaft der Landwirte für Blühflächen ist deutlich gestiegen", freut sich Wasserschutzberaterin Christiane Schmidt von Ecozept. Sie hat dieses Jahr acht Landwirte überzeugen können, vierzehn Blühflächen anzulegen. Besonders freut es sie, dass die Landwirte heuer bis zu zwölf Meter breite Streifen angelegt haben. "Bei einer solchen Breite haben die Insekten wirklich etwas davon. Die Landwirte leisten hier einen guten Beitrag zum Umwelt- und zum Wasserschutz."

Der gesäte Mix besteht aus 17 Pflanzenarten. Schon in wenigen Wochen werden hier Borretsch, Ringelblumen, Kornblumen, Koriander, Buchweizen, Fenchel, Sonnenblumen, Lein, Esparsette, Klatsch-Mohn, Phacelia, Ölrettich und verschiedenen Leguminosen aufblühen und für Nektar und Pollen sorgen und damit Honigbienen, Wildbienen und zig anderen Insekten ernähren. Blühflächen verbessern zudem die Boden- und Wasserqualität und fungieren zusätzlich als Rückzugsraum für Vogelarten und Kleinsäuger, wie die Stadtwerke weiter schreiben. Blühflächen tragen zum Überleben von Blütenbestäubern bei, die zur Sicherung von Erträgen in der Landwirtschaft unverzichtbar sind, bringen Farbe und Vielfalt ins Feld, fördern Nützlinge, Humusbildung und gleichzeitig den Wasserschutz. In Blühflächen wird auf Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet, wodurch Pufferzonen entstehen.

Andreas Voigt, Werkleiter der Stadtwerke, möchte das Projekt in den nächsten Jahren fortführen. "Wasser- und Insektenschutz lassen sich hier perfekt vereinbaren - ein guter Grund für uns als Stadtwerke, das Projekt zu unterstützen und langfristig finanziell abzusichern", so Voigt.

© SZ vom 03.06.2020 / sz

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