Nach der OB-Wahl Unruhen bei der SPD

Eva Bönig wechselt angeblich zu den Grünen - Weinzierl tritt von seinem Vorstandsamt zurück

Von Petra Schnirch und Kerstin Vogel

Helmut Weinzierl wird in den nächsten Tagen seinen Posten als stellvertretender Vorsitzender im SPD-Ortsverein Freising abgeben. Dazu habe er sich vor gut zwei Wochen entschlossen, sagt der Stadtrat. Er nennt zeitliche Gründe, aber er sei auch mit der Arbeit des Vorstands unzufrieden - vor allem mit dessen Präsenz im OB-Wahlkampf. Außerdem sollten mit Blick auf die Kommunalwahl 2014 jüngere Leute Verantwortung übernehmen, sagt der 72-Jährige.

Womöglich noch in dieser Woche könnte bei der Freisinger SPD eine weitere Bombe platzen - wenn wahr werden sollte, was seit Tagen in der Domstadt die Runde macht. Eva Bönig, so heißt es, wird die SPD-Stadtratsfraktion verlassen - und zu den Grünen wechseln. Sie selbst bestätigt dies nicht, dementiert aber auch nicht und sagt, dass sie keine "Freundin von Gerüchteküchen" sei. "Zu gegebener Zeit werde ich mich äußern", so Bönig.

Kein Geheimnis ist, dass sie ihr schlechtes Abschneiden bei der Oberbürgermeisterwahl sehr geschmerzt hat, ebenso wenig, dass sie sich im Wahlkampf mehr Unterstützung von Amtsinhaber und SPD-Mann Dieter Thalhammer gewünscht hätte. Ihr Wahlergebnis von 12,2 Prozent haben weder die Sozialdemokraten noch die Kandidatin selbst verdaut. Die Enttäuschung sitzt tief. Bönig sagt nur so viel: Sie sei in den vergangenen Tagen von verschiedenen Fraktionen auch mit dem Gerücht konfrontiert worden, dass sie alles hinschmeißen und ihren Sitz im Stadtrat überhaupt aufgeben werde. Langjährige politische Weggefährten halten das jedoch für ausgeschlossen - dafür sei Bönig mit viel zu viel Leidenschaft dabei. Über einen möglichen Fraktionswechsel wurde allerdings auch vor Jahren schon gemunkelt.

Definitiv in der CSU bleiben will deren Nachrücker Josef Schrädler - somit zählt die Fraktion nach dem Aderlass im Vorjahr von nächster Woche an wieder vier Mitglieder, da Tobias Eschenbacher das Oberbürgermeisteramt antritt. Der hatte vor einem Jahr mit sieben Getreuen aus der CSU die "Freisinger Mitte" gegründet. Da sie aber erst seit wenigen Monaten besteht, kommt der Nachrücker von der CSU-Liste.psc/vo