Moosburg und Bry-sur-Marne:Reanimation

Moosburg und Bry-sur-Marne: Moosburgs Stadtjugendpfleger Robert Achhammer kümmerte sich mit Erfolg um den Kontakt zu Bry.

Moosburgs Stadtjugendpfleger Robert Achhammer kümmerte sich mit Erfolg um den Kontakt zu Bry.

(Foto: Marco Einfeldt)

Jugendpfleger kümmert sich um Kontakt zur Moosburger Partnerstadt Bry-sur-Marne

Von Alexander Kappen, Moosburg

Der Jugendaustausch mit verschiedenen Orten in den USA oder Frankreich hat in Moosburger Schulen Tradition und wird weiterhin praktiziert. Die Beziehungen zur Partnerstadt Bry-sur-Marne, die das Gymnasium und die Realschule über Jahre hinweg pflegten, seien vor einiger Zeit aber eingeschlafen, sagt Moosburgs Stadtjugendpfleger Robert Achhammer. Das Ende des Austauschs mit Bry bedeutete das jedoch nicht. Seit vergangenem Jahr kümmern sich nicht mehr die Schulen, sondern die Stadtjugendpflege darum. Offenbar mit Erfolg. Nach der Premiere im Vorjahr werden im April erneut Schüler aus Bry für eine Woche in die Dreirosenstadt kommen, ehe im Mai der Gegenbesuch folgt.

Der Kontakt zu Brys Jugendpfleger Bruno Philippot sei schon vor einigen Jahren zustande gekommen, erzählt Robert Achhammer. Damals trafen sich Vertreter der jeweiligen Jugendparlamente in Moosburg, wo gerade das neue Jugendhaus gebaut wurde. Bei einer Baustellenbesichtigung und einem gemeinsamen Essen tauschte man sich aus und legte die Basis für weitere Beziehungen, die vor eineinhalb Jahren schließlich intensiviert wurden. Philippot meldete sich bei Achhammer und fragte, ob der nicht Lust habe, den einst von den Schulen initiierten Austausch wieder aufleben zu lassen. Beim Moosburger Stadtjugendpfleger stieß er damit auf offene Ohren. Man beschloss, das Projekt in einem kleinen Rahmen und mit thematischen Schwerpunkten in Angriff zu nehmen.

Im Juli vergangenen Jahres reisten sieben Schüler aus Bry mit ihren Betreuern nach Moosburg, wo sie bei Gastfamilien untergebracht waren. Im September brachen dann zehn Moosburger im Alter von zwölf bis 17 Jahren nach Frankreich auf. "Den Jugendlichen aus Bry hat's bei uns gefallen, die scharren schon wieder mit den Hufen", sagt Achhammer. Anfang Februar war er zusammen mit Johannes Becher, dem Jugendreferenten des Moosburger Stadtrats, in Bry, um die Fortsetzung des Austauschprogramms zu besiegeln. Bei dem Treffen wurden die Zusammenarbeit optimiert und das Programm für dieses Jahr besprochen.

Los geht es am 16. April, wenn die Jugendlichen aus Bry in der Dreirosenstadt Moosburg eintreffen. Sie bleiben bis zum 23. April. In der zweiten Pfingstferienwoche (21. bis 28. April) fährt die Moosburger Reisegruppe dann zum Gegenbesuch nach Frankreich. Man habe dieses Jahr bewusst darauf geachtet, die Zeitspanne zwischen Besuch und Gegenbesuch nicht zu groß werden zu lassen, erläutert der Stadtjugendpfleger. Dadurch soll ein engerer Kontakt gewährleistet werden. Ziel ist es, dass jeder Moosburger Austauschschüler in Bry bei dem Jugendlichen wohnt, der vorher bei ihm zu Gast war. Folgerichtig versucht man, in beiden Städten auf die gleiche Anzahl an Teilnehmer zu kommen. Maximal sollen jeweils 15 Plätze vergeben werden.

Die Jugendlichen aus Bry kommen zu einer Zeit, in der sie Ferien haben, die Schüler in Moosburg aber nicht. Für die Stadtjugendpflege besteht die große Herausforderung darin, dass es sich um keinen Schulaustausch handelt, bei dem die Gäste mit in den Unterricht kommen können. "Ein halber Tag, an dem das Programm durch die Schule gefüllt wird, fällt also weg", so Achhammer. Deshalb können die französischen Austauschschüler - so sie denn nichts mit ihren Gasteltern unternehmen - vormittags immer ins Moosburger Jugendhaus kommen, wo sie betreut werden. Nachmittags kommen dann die Moosburger Schüler dazu.

Das offizielle Programm des Austauschs ist in Motto-Tage unterteilt. So beschäftigen sich die Jugendlichen bei verschiedenen Aktivitäten, Besichtigungen und Workshops mit den Themen Medien, Politik, Tradition und Erneuerbare Energien. Bei Ersterem, so Achhammer, werde man sich zum Beispiel mit Hetze im Internet befassen und mit der Gefahr, Fake-Nachrichten auf den Leim zu gehen. Zum Programm gehören auch Ausflüge nach München beziehungsweise Paris.

Teilnehmen können Mädchen und Jungen ab zwölf Jahre. Französischkenntnisse sind hilfreich, aber nicht erforderlich. "Ich selbst spreche auch kein Französisch", sagt Achhammer, "aber ich habe festgestellt, das man in Frankreich mit Englisch überraschend viel erreichen kann".

Informieren und anmelden kann man sich bei der Stadtjugendpflege (Telefon: 0 87 61/60 53 0, E-Mail: robert.achhammer@jugendhaus-moosburg.de). Die Eckdaten des Austauschprogramms gibt es auch im Internet (jugendhaus-moosburg.de).

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB