Mehr als 30 Einwände Proteste gegen neue Wohnblocks

Bürgermeister Sebastian Thaler kündigte an, sich die Situation "noch mal sehr genau anzusehen".

(Foto: Marco Einfeldt)

In Eching sollen etwa 80 Wohnungen gebaut werden. Die Anwohner laufen Sturm dagegen, weil sie zusätzlichen Lärm und Verkehr befürchten - die Gemeinde hat die Pläne nun in mehreren Punkten korrigiert.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Massiven Protest haben die Anlieger gegen das geplante Echinger Neubaugebiet in der Baulücke zwischen Hollerner und Anne-Frank-Straße in Verlängerung der Bernhard-Lichtenberg-Straße eingelegt. Im Bauleitverfahren gab es über 30 Einwände gegen Baudichte und Verkehrsbelastung. Das Rathaus hat nun diverse Korrekturen in die Pläne eingearbeitet.

In dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal, das zwei Eigentümer plus die Gemeinde gemeinsam erschließen, sollen ausschließlich Wohnblöcke entstehen mit insgesamt etwa 80 Wohneinheiten. Von diesem Bauvolumen ist das Rathaus bei seinen Korrekturen nicht wesentlich abgerückt. Allerdings wurden die Blöcke an der Ostseite etwas weiter von der Nachbarbebauung entlang der Frühlingsstraße abgerückt. Außerdem wird der höchste Haustyp in dem neuen Baugebiet, der drei Vollgeschosse plus ein sogenanntes Laternengeschoss erhalten soll, insofern beschnitten, als der Aufsatz um fünf Meter von der Gebäudekante abgerückt wird und damit von unten kaum mehr wahrnehmbar sein soll. Den Vorschlag, diesen Haustyp komplett auszuklammern und maximal zwei Stockwerke plus Laternengeschoss zuzulassen, wurde vom Bauausschuss des Gemeinderats mit 7:5 Stimmen abgelehnt. Bürgermeister Sebastian Thaler kündigte jedoch an, sich die Situation "noch mal sehr genau anzusehen".

Mehr Parkplätze, schmalere Straße

Die geplante Verkehrsführung wurde komplett korrigiert, um weitere oberirdische öffentliche Parkplätze zu schaffen. Zuvor waren neben den Tiefgaragenplätzen, die den Wohnungen zugeordnet sind, gerade einmal 18 freie Plätze im ganzen Quartier vorgesehen. Jetzt wurden in den Plänen 20 senkrecht anfahrbare Stellplätze zusätzlich geschaffen, mit der Konsequenz, dass deswegen nun die Fahrbahnbreite auf sechs Meter verbreitert werden muss.

Das geht nicht nur zu Lasten der Vorgärten, sondern auch der Verkehrsberuhigung. Das gesamte Quartier sollte als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden, was aber bei sechs Meter Fahrbahnbreite illusorisch werden dürfte, warnte Bauamtsleiter Thomas Bimesmeier: "Da müssen wir uns was einfallen lassen, dass das keine Autobahn wird". Im Bebauungsplan gleich den Einbau von Beruhigungsmaßnahmen vorzusehen, lehnte der Ausschuss aber mit 7:5 Stimmen ab.

Die Anlieger der umliegenden Quartiere erwarten durch die neuen Nachbarn eine weitere Anspannung der Verkehrssituation. Das amtliche Verkehrsgutachten streitet dies freilich ab. "Die Abwicklung im Viertel funktioniert", versicherte Bimesmeier. In der nächsten Ausschusssitzung im Februar soll das Papier vorgestellt werden, dann können es auch die Anlieger im Detail bewerten.

Schwachpunkt ist die Einmündung in die Hauptstraße

Schwachpunkt in der Verkehrsführung ist freilich die Einmündung der Hollerner- in die Hauptstraße. Dieser Knoten, über den dann auch der Verkehr dieses Neubaugebiets abgewickelt würde, wird nach den Prognosen schon mit dem zuvor zu erschließenden Neubaugebiet Eching-West zusammenbrechen. Hier soll eine Ampel Entlastung schaffen.

Über den Effekt dieser Maßnahme gab es im Ausschuss jedoch grundsätzlich unterschiedliche Ansichten. Während Georg Bartl (CSU) "die nächste Verkehrsblockade" befürchtete, verspricht sich der Bürgermeister "eine deutliche Erleichterung für die Anlieger". Für die grundlegende Alternative, eine zusätzliche Westerschließung für die Ortschaft, signalisierte Thaler zwar seine ausdrückliche Zustimmung, stellte aber kurz- und mittelfristig keine realistische Umsetzungschance in Aussicht.

Der Bebauungsplan für die Verlängerung der Bernhard-Lichtenberg- zur Anne-Frank-Straße geht mit den beschlossenen Änderungen nun in die nächste Runde des Genehmigungsverfahrens. Anlieger können dann, voraussichtlich im März, zu den Korrekturen ihre Kommentare einbringen.