Lücken schließen:Bald überall schnelles Internet

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Bund und Land fördern den Breitbandausbau in Moosburg, noch gibt es 57 "weiße Flecken"

Von Alexander Kappen, Moosburg

Die Stadt Moosburg ist in einigen Teilen immer noch nicht mit schnellem Internet versorgt. Beim geplanten Ausbau der Breitbandversorgung hat die Rathausverwaltung nun eine weitere Finanzierungsquelle aufgetan, durch die der Eigenanteil der Kommune deutlich gesenkt werden könnte. Nachdem der Stadtrat im April vergangenen Jahres bereits einstimmig beschlossen hatte, in das Landesförderprogramm "Bayerische Gigabitrichtlinie" einzusteigen, will er nun auch das Bundesförderprogramm nutzen. Jetzt entschied sich das Gremium ebenfalls einstimmig dafür, das Bundesprogramm zur Kofinanzierung mit der Landesförderung zu verwenden.

Thomas Graßl, der im Rathaus für das Projekt zuständig ist, stellte in der jüngsten Stadtratssitzung die Grundlagen einer Förderung durch Bund und Land vor und erläuterte, dass eine Kombination der beiden Programme für die Stadt besser sei als die reine Unterstützung durch den Freistaat. Gefördert werden in beiden Programmen Anschlüsse mit weniger als 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), sofern in den kommenden drei Jahren kein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch ein Unternehmen geplant ist.

Die Förderung im Landesprogramm beträgt 90 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke, das sind die Investitionskosten und laufenden Betriebskosten abzüglich der zu erwartenden Betriebseinnahmen. Beim Bundesprogramm werden grundsätzlich 50 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke gefördert. Im Zuge der Kofinanzierung mit dem Land werde der Betrag jedoch auch beim Bundesprogramm auf 90 Prozent aufgestockt, so Graßl. Anhand der förderfähigen Anschlüsse in Moosburg hat er beim Landesprogramm eine Förderhöchstsumme von sechs Millionen Euro errechnet, beim Bund beträgt diese 150 Millionen Euro.

Was das für Moosburg konkret bedeutet, rechnete Thomas Graßl am Beispiel von etwa 1024 förderfähigen Adressen vor, die er im Stadtgebiet ermittelt hat. Von diesen sind 57 sogenannte "weiße Flecken", also Anschlüsse mit weniger als 30 Mbit/s. Betroffene Gebiete sind etwa der Ortsteil Troll oder der Lange Weg. Aufgrund der niedrigeren Förderhöchstsumme käme die Stadt im reinen Landesprogramm auf einen Eigenanteil von knapp 1,4 Millionen Euro. Beim kofinanzierten Bundesprogramm wären es laut Berechnung nur 700 000 Euro.

Durch die Möglichkeit des Kombinierens stehe der frühere Stadtratsbeschluss, das bayerische Förderprogramm in Anspruch zu nehmen, dem Ganzen nicht im Weg, stellte Digitalisierungsreferent Philipp Fincke (FDP) zufrieden fest. Hauptsache sei, dass jeder mit leistungsfähigem Internet versorgt werde "und letztlich in jedem Ortsteil jeder Home-Office machen kann, der will - das ist ja das, was wir erreichen wollen".

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