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Landkreis Freising:Sägen für die Sicherheit

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Umweltfreunden wird das Herz schwer, wenn die "Baumpflege" ansteht, doch das Staatliche Bauamt Freising minimiert damit das Risiko, dass Äste von schwachen Bäumen auf vorbeifahrenden Autos landen.

(Foto: Privat)

Freisinger Bauamt überprüft Bäume und Büsche an den Straßenrändern des Landkreises

Jetzt schwärmen sie wieder aus auf die Straßen des Landkreises, die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Freising. Der Grund: Am 1. Oktober sind die jährlichen Pflegearbeiten von Bäumen und Sträuchern am Straßenrand gestartet, so teilt das Bauamt in einer Pressemitteilung mit. Unterstützung erhalten die Mitarbeiter dabei von verschiedenen Fachfirmen.

Weil sich stets viele Naturfreunde über die teils radikal wirkenden Schnitte empören, weist das Bauamt in der Mitteilung auf die Bedeutung der "Gehölzpflege" hin. Denn das Straßenbelgeitgrün hat nicht nur positive Auswirkungen, wie die Festigung der Böden durch das Wurzelwerk und Nahrung und Rückzugsorte für Wildtiere. Vielmehr könnten die alten Baumbestände schnell zur Gefahr für Verkehrsteilnehmende werden: Verlieren Stämme und Äste an Vitalität, drohen sie, auf die Fahrbahn zu fallen. Das Hauptziel der jährlichen Gehölzpflege sei deshalb, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, schreibt Hans Jörg Oelschlegel, Bereichsleiter Straßenbau, in der Pressemitteilung. Die geschulten Fachleute vom Freisinger Bauamt würden deshalb aktuell überprüfen, von welchen Bäumen ein Risiko ausgehe. Ist ein Baum nicht mehr standsicher, würde er zunächst mit einem "x" markiert und schließlich gefällt. Pflegebedürftige Bäume, bei denen beispielsweise nur Äste gestutzt werden müssen, erhielten eine farbige Punkt-Markierung, informiert das Bauamt.

Die Pflegemaßnahmen würden außerdem das sogenannte "Auf-den-Stock-setzen" beinhalten. Dabei werden Sträucher bis auf etwa 20 Zentimeter verkürzt oder ausgedünnt. Die zurückbleibenden Wurzelstöcke schlügen schnell wieder aus, und die Gehölze seien innerhalb eines Jahres wieder um etwa einen Meter gewachsen, erklärt Christine Philipp, Sachgebietsleiterin Landschaftsplanung, in der Mitteilung. Zusätzlich würden einzelne Bäume freigestellt, damit sie sich besser entwickeln. Dies diene dem langfristigen Erhalt. Da die Gehölze immer nur abschnittsweise zurückgeschnitten werden, können sich darin lebende Tiere in angrenzende Flächen zurückziehen. Während der Gehölzpflegearbeiten kann es zu Verkehrseinschränkungen an den jeweiligen Streckenabschnitten kommen. Ob, wann und wie das der Fall sein wird, teilt das Staatliche Bauamt laut eigener Aussage rechtzeitig mit.

© SZ vom 17.10.2020 / BACO

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