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Kultur in Freising:Eine Reise mit dem Clown

Eine Riesengaudi hatten nicht nur die 200 Kindergartenkinder in der Freisinger Musikschule, sondern auch die Initiatoren der Show (v.l.), Manuela Weigl, Jürgen Wüst, Clown Georg Straßmann und Martin Keeser.

(Foto: Marco Einfeldt)

Musikschule führt 200 Kinder spielerisch an die Musik heran

Von Luise Hoppe, Freising

Langsam öffnet der Musikclown den kleinen Koffer und bringt eine kleine Violine zum Vorschein. Er beißt ein Stück von ihr ab, kämmt sich mit dem Violinenhals die Haare und betrachtet sie dann verwundert. "Das ist doch ein Instrument", schreien die Kinder empört.

Der Musikclown heißt in Wirklichkeit Georg Straßmann und ist Lehrer für Violine und Viola an der Musikschule Freising. Am Freitagmorgen führte er knapp 200 Kinder aus sechs Freisinger Kindergärten mit Hilfe seiner Kollegen Daniela Weigl, Jürgen Wüst und Martin Keeser durch eine "Musikshow", bei der die Kinder auf eine lustige und spielerische Art mit verschiedenen Instrumenten vertraut gemacht wurden. Schritt für Schritt erklärten die Kinder dem scheinbar dummen Musikclown, wie er eine Violine zu halten hat. Und siehe da - plötzlich klappte es: Fröhlich tanzend spielte der Musikclown eine Melodie, die Kinder klatschten begeistert mit.

Nach dem Stück wurde es wieder still im Pavillon der Musikschule. "Wir machen jetzt eine Reise", flüsterte der Musikclown. "Aber keine Reise mit dem Flugzeug oder dem Auto, die machen nur Dreck. Wir machen eine musikalische Reise. Denn Musik macht keinen Dreck", erklärte er weiter. Vom Mittelalter, über die Renaissance bis hin bis nach Amerika - sowohl zeitlich als auch räumlich reisten Musikclown und Kinder gemeinsam durch verschiedene Zeiten und Länder und lernten so Musikrichtungen mit unterschiedlichen Instrumenten kennen. Zu jeder Station spielten der Musikclown und seine Kollegen ein passendes Lied vor und erklärten den Zusammenhang. Vor allem als Jürgen Wüst es schaffte, mit Gartenschlauch und Plastiktrichter einige Töne zu erzeugen, kamen die Kinder aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Warum machen wir überhaupt Musik?", fragte der Musikclown mitten in der Reise. "Weil es einfach schön klingt", antwortete die Vorschülerin Luisa stolz.

Zum Abschluss sangen Lehrer und Kinder gemeinsam das Lied vom Anfang: "Musik macht das Leben schön, von dem Kopf bis zu den Zehen", ertönt es laut aus dem Saal. "Vielleicht möchten manche von euch ja ein Instrument lernen, dann sehen wir uns wieder", sagte der Musikclown zum Abschluss und verabschiedete die Kinder. "Total zufrieden" sei er mit der Show und lobte: "So ein tolles Kinderpublikum!"

© SZ vom 18.01.2020
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