Kranzberg:"Eine sehr große Chance"

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Ein Fachmann für Altorientalistik betreut das Bronzezeit-Museum

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Ein Fachmann für Altorientalistik betreut nun das Bronzezeit-Museum auf dem Pantaleonsberg in der Gemeinde Kranzberg. Michael Fritz hat diese Aufgabe Anfang Januar übernommen. Wenige Tage zuvor verabschiedete der Kranzberger Bürgermeister Hermann Hammerl Mitarbeiterin Marion Mendel, die sich in den vergangenen acht Jahren um den Museumsbetrieb gekümmert hatte.

Michael Fritz, 51, wohnt in Oberappersdorf bei Zolling. Er hat in München Assyriologie studiert, außerdem Völkerkunde und Semitistik, anschließend promovierte er in Jena in Altorientalistik. Auch für die Bronzezeit habe er sich immer schon interessiert, sagt Fritz. Er habe bereits an entsprechenden Ausgrabungen des Archäologischen Vereins und des Landesamts für Denkmalpflege teilgenommen. Den Aufbau des Museums in Kranzberg habe er von Anfang an verfolgt.

Seine neue Aufgabe umfasst sieben Stunden pro Woche, das Bronzezeit-Museum ist zweimal die Woche, am Donnerstag und am Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Derzeit gilt für Besucherinnen und Besucher die 2-G-Regel. Zu den Routine-Tätigkeiten zählen der Verkauf von Eintrittskarten und Literatur. Fritz will aber auch Vorträge halten und andere Referenten einladen, wenn die Corona-Situation dies wieder zulässt. Falls Interesse besteht, könne er sich auch Vorträge zu anderen Themen vorstellen, sagt Michael Fritz. Die Veranstaltungen sollen eher populärwissenschaftlich ausgerichtet sein, also nicht nur für ein Fachpublikum.

Gerade die Arbeit für ein kleines Museum begreife er als "sehr große Chance", so Fritz, dort könne man als Einzelperson einiges bewegen. Zweifel an der Echtheit der Goldfunde von Bernstorf - Gegenstand kontroverser Debatten unter Fachleuten - hat er übrigens keine. Das Zementationsverfahren zur Reinigung von Geld sei zu jener Zeit im Orient,beispielsweise im syrischen Mari, bereits bekannt gewesen, dazu gebe es Hinweise in Texten und Briefen.

Außerdem kenne er Manfred Moosauer sehr gut, der die Bernstorfer Funde gemeinsam mit Traudl Bachmaier im Jahr 1998 entdeckt hatte - und er vertraue ihm auch. Ein Problem sieht Michael Fritz darin, dass Zwischenergebnisse, die einen Fälschungsverdacht bestätigen sollten, über die Medien teils vorschnell publiziert worden seien. Damit sich die Kranzberger Museumsbesucher ein eigenes Bild machen können, kann er sich vorstellen, die wichtigsten Quellen zu dieser Debatte ebenfalls in den Ausstellungsräumen zu präsentieren. Dann könne sich jeder Besucher selbst eine Meinung bilden.

Beruflich habe er in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen gearbeitet, sagt der promoviere Altorientalist, unter anderem in der Erwachsenenbildung. Derzeit gebe er neben der Museumstätigkeit unter anderem Privatunterricht.

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