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Kranzberg:Abgespeckt

Mehrgenerationenhaus kostet jetzt 6,6 Millionen Euro

Die Kosten für den Bau des Mehrgenerationenhauses neben der Villa Kranich hat der Kranzberger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung durch einige Streichungen etwas gedrückt. Größter Streitpunkt war, ob das geplante Gemeinschaftshaus gestrichen und in ein Wohnhaus umgewandelt werden sollte. Die Abstimmung darüber sorgte für Verwirrung und noch größeren Ärger, vor allem bei Monika Mühl (FWG). Letztlich setzten sich aber die Befürworter eines Gemeinschaftshauses durch.

Sie fühlte sich "total überrannt", weil die Verwaltung in ihrer Vorlage nicht nur ausgerechnet hatte, was eine solche Umgestaltung kosten würde, sondern weil im Gemeinderat auch gleich abgestimmt wurde. Von einer sofortigen Umwandlung in ein Wohnhaus sei bisher nie die Rede gewesen, schimpfte Mühl. "Das ist ganz grob." Es habe immer geheißen, dies sei in ein, zwei Jahren eine Option, wenn das Gemeinschaftshaus nicht ausreichend genutzt werde. Im Übrigen gehöre ein Gemeinschaftsraum fest zum Konzept eines Mehrgenerationenhauses - und dies sei im Gremium bisher immer Konsens gewesen. Ursula Enghofer (FWG) sprach von einer "komischen Art und Weise", wie man hier zu Entscheidungen komme. Auf was sie abzielte: Die Abstimmung für ein Streich-Paket mit Gemeinschaftshaus war zunächst acht zu sechs ausgegangen, eine zweite konkret für eine Wohnnutzung sieben zu sieben. Letztere erwies sich jedoch als ungültig, weil ja schon eine Entscheidung gefallen war.

Andreas Adldinger (CSU) erwiderte auf die Kritik Mühls, dass man über alles reden müsse, wo eingespart werden kann. "Da gibt es keine Verbote." Ursprünglich sei ein Mietpreis von acht bis 8,50 Euro pro Quadratmeter angestrebt worden, inzwischen sei man bei zehn bis 10,5 Euro. "Es ärgert mich, dass wir das nicht geschafft haben."

Durch eine Reihe von Streichungen konnte die Kostenberechnung für das Mehrgenerationenhaus nun von 7,18 Millionen Euro auf etwa 6,6 Millionen verringert werden. So wird das Gemeinschaftshaus etwas kürzer, die auskragenden Balkone der beiden Wohnhäuser fallen weg, ebenso die Oberlichter an den Haustüren. Im zweiten Haus entfällt der Aufzug, der Schacht wird für eine mögliche spätere Installation beim Bau aber berücksichtigt. Mit der "Rasenmäher-Methode" sind außerdem beim ersten Ausschreibungspaket fünf Prozent gestrichen worden. Nicht verzichten wollen die Gemeinderäte auf den Einbau von Lärchenfenstern, hier war als Alternativ Fichte vorgeschlagen worden. Zusatzkosten von 17 500 Euro verursacht dagegen, dass die Gebäude wegen der Hochwassergefahr noch einmal zehn Zentimeter höher platziert werden. Eine Umgestaltung des Gemeinschaftshauses zu einem Wohnhaus für zwei Parteien oder für eine große Familie hätte zunächst Mehrkosten von etwa 50 000 Euro verursacht. Die Gemeinde hätte jedoch zusätzliche Mieteinnahmen.

Im Frühjahr 2021 sollen die 21 Eineinhalb- bis Vier-Zimmer-Wohnungen bezugsfertig sein. Sie sind barrierefrei und behindertengerecht - nur in einem der beiden Häuser fehlt nun der Aufzug. Über die Belegung könne man das aber regeln, sagte Klaus Burgstaller, der Verwaltungsleiter der Gemeinde. Die Bauteile werden aus Massivholz gefertigt, das Gemeinschaftshaus mit Saal und Übernachtungsmöglichkeit entsteht in Massivbauweise.