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Kosten nicht gedeckt:Neufahrn unterstützt Tierheim

Zwischen 350 und 450 Tiere nimmt der Tierschutzverein Freising jedes Jahr auf. Viele werden im Tierheim bei Mintraching versorgt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Mehrheit im Gemeinderat stimmt Erhöhung der Pauschale zu

Von Birgit Grundner

Zwischen 350 und 450 Tiere nimmt der Tierschutzverein Freising jedes Jahr auf. Um Fund- und beschlagnahmte Tiere kümmert er sich ebenso wie um Tiere, die wegen eines Krankenhaus- oder Gefängnisaufenthalts oder nach dem Tod der Besitzer untergebracht werden müssen. Viele werden im Tierheim bei Mintraching versorgt. Die 40 Cent pro Jahr und Einwohner, die 15 Landkreis-Kommunen für den Unterhalt zahlen, reichen aber nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken.

Deshalb haben sich die Landkreis-Bürgermeister vor kurzem darauf verständigt, die sogenannte Fundtierpauschale zu erhöhen. Der Neufahrner Gemeinderat hat nun auch einen entsprechenden Beschluss gefasst und zahlt künftig doppelt so viel wie bisher. Das entspricht dann einer Gesamtsumme von mehr als 16 000 Euro. Wenn die anderen Gemeinde- und Stadträte im Landkreis ebenfalls zustimmen, könnte dank der Fundtierpauschale etwa die Hälfte der Betriebskosten für Personal, Energieversorgung und Tierarzt gedeckt werden. Mehrere Gremium haben dies bereits gebilligt. Für die andere Hälfte benötigt der Verein weiter Spenden.

Unabhängig vom laufenden Betrieb bittet der Tierschutzverein die Gemeinden außerdem, bei den Tierheim-Baukosten nachzulegen, nachdem manche Rechnungen am Ende doch höher als gedacht ausgefallen sind. Offen ist ein Betrag von 130 000 Euro, der auf Gemeinden ihrer Einwohnerzahl gemäß umgelegt werden soll. Im Fall Neufahrn sind es knapp 20 000 Euro. Auch für diesen Posten hat eine Gemeinderatsmehrheit grünes Licht gegeben.

Christian Meidinger (Grüne) hat ebenfalls zugestimmt, "obwohl es mich ärgert", wie er zuvor gesagt hatte: Das "Fehlverhalten mancher Leute bei ihren Haustieren" gehe "auf Kosten der Allgemeinheit". Matthias Caven (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass die Gemeinde dem Verein schon mit dem Grundstück entgegengekommen sei, und zeigte wenig Verständnis für die aktuellen Forderungen. Der Verein "nimmt aber auch unsere Tiere auf", betonte Beate Frommhold-Buhl (SPD) in Anspielung auf die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinden zur Unterbringung von Fundtieren. Außerdem habe der Verein beim Bau des Tierheims wirklich an vielen Stellen gespart, und beim Betrieb werde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet.

© SZ vom 25.01.2020

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