Kontroverse Diskussion Unterschiedliche Wahrnehmungen

Fahrgastzählung soll klären, wie gut der Ortsbus 692 in Neufahrn angenommen wird

Seit der Ortsbus 692 unterwegs ist, wird seine Auslastung kontrovers diskutiert. Die einen kritisieren, dass die Busse zumindest teilweise gänzlich ohne Fahrgäste unterwegs seien. Andere beobachten eine durchaus gute Resonanz auf das ausgebaute Angebot. Zu Letzteren gehört auch Verkehrs- und Umweltreferent Florian Pflügler (ÖDP), der sich auch selbst immer wieder persönlich ein Bild von der aktuellen Lage macht und im Gemeinderat jetzt eine Zwischenbilanz zog: Bis zu 70 Fahrgäste seien es bei einer Fahrt auf der Ortsbus-Linie, hat er festgestellt. In der Vergangenheit hatte hauch Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) schon von einer "keineswegs schlechten" Auslastung gesprochen.

Kritiker wie Befürworter dürften jetzt mit Spannung erwarten, was die offizielle Fahrgastzählung ergibt. Im kommenden Monat soll sie durchgeführt werden. Danach wird wohl auch neu diskutiert, wo noch nachjustiert werden muss.

Nichts mehr zu ändern ist dagegen an der MVV-Tarifreform, mit der man sich in Neufahrn ungerecht behandelt fühlt. Denn in anderen Landkreisen wurden diverse Haltestellen, die ebenfalls knapp über 20 Kilometer vom Münchner Marienplatz entfernt sind, günstigeren Zonen als Neufahrn zugeordnet. Für den Gemeinderat hat Pflügler das noch einmal anhand einer Grafik sichtbar gemacht. Kritisch gesehen wird auch, dass Neufahrn und Eching unterschiedlich behandelt werden, obwohl sie ein gemeinsames Gewerbegebiet haben und mit den jeweils direkt anschließenden Wohngebieten eine "geschlossene Siedlungsstruktur" darstellen.

Auch der Protest der Gemeinde hat aber nichts mehr ändern können. Insgesamt hält der Verkehrsreferent die Tarifreform trotzdem für eine begrüßenswerte Verbesserung - teilweise auch aus Neufahrner Sicht. Pflügler wies im Gemeinderat etwa darauf hin, dass Streifenkarten-Fahrten nach Unterschleißheim, München und zum Garchinger Forschungszentrum künftig günstiger sind. Monatskarten nach München und zum Forschungszentrum werden allerdings etwas teurer.