Kinderbetreuung:Kritik an deutlicher Gebührenerhöhung

Kinderbetreuung: Die Bauarbeiten kommen voran, im Herbst soll das Kinderhaus Amperspatzen im Eggenberger Feld-Süd in Allershausen eröffnet werden. Außen muss noch die Verschalung angebracht werden, in den nächsten Tagen wird die Photovoltaikanlage installiert, im Frühjahr sind die Außenanlagen an der Reihe.

Die Bauarbeiten kommen voran, im Herbst soll das Kinderhaus Amperspatzen im Eggenberger Feld-Süd in Allershausen eröffnet werden. Außen muss noch die Verschalung angebracht werden, in den nächsten Tagen wird die Photovoltaikanlage installiert, im Frühjahr sind die Außenanlagen an der Reihe.

(Foto: Marco Einfeldt)

Allershausener Eltern müssen künftig mehr für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen - auch weil ein neues Brotzeitgeld eingeführt wird. Der Elternbeirat hofft, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die beschlossene Gebührenerhöhung im Allershausener Gemeindekindergarten Spatzennest stößt bei vielen Eltern auf Kritik. Denn sie fällt in diesem Jahr besonders hoch aus, weil im September nicht nur - wie alle zwei Jahre - die turnusgemäße Anpassung zum Tragen kommt, sondern auch ein monatliches Brotzeitgeld von 40 Euro eingeführt wird.

Nach Berechnungen des Elternbeirats steigt die monatliche Gebühr damit bei einer Betreuungszeit von fünf bis sechs Stunden in der Summe um 63,50 Euro. Bei einer Buchungszeit von acht bis neun Stunden zahlen Eltern künftig nach Abzug des staatlichen Zuschusses 129,90 Euro statt bisher 54,90. Zudem steigt der Preis für das Mittagessen von vier auf fünf Euro.

Unstrittig ist die turnusgemäße Erhöhung, obwohl auch die in diesem Jahr besonders hoch ausfällt. Hier werde rein die Tariferhöhung weitergegeben, sagt Bürgermeister Martin Vaas (Parteifreie Wähler). Durch eine Umstellung des Konzepts kommen im Herbst zusätzlich 40 Euro (beziehungsweise 45 Euro für lange Buchungszeiten) dazu. Bisher wurden nur sechs Euro Spiel- und Getränkegeld erhoben. Doch künftig stellt der Kindergarten die komplette Verpflegung mit einem Frühstück am Vormittag und einem Nachmittagssnack, die Eltern müssen keine Brotzeit mehr einpacken. Der katholische Kindergarten St. Josef praktiziert das schon länger. So soll eine gesunde Ernährung gewährleistet werden, Schokoriegel oder Nutellabrote haben da nichts zu suchen.

Dagegen haben die meisten Eltern prinzipiell nichts einzuwenden. Da im Herbst alles zusammenkommt, spricht der Elternbeirat in einem Brief an den Gemeinderat aber von einer "drastischen Mehrbelastung" und fragt, ob ein Anstieg in diesem Ausmaß wirklich nötig sei und ob nicht eine stufenweise Erhöhung möglich wäre.

Auch aus den Reihen des Gemeinderats kommen kritische Töne

Der Gemeinderat entschied in seiner jüngsten Sitzung dennoch mehrheitlich, das Konzept wie geplant umzusetzen. Kritik gab es auch aus den eigenen Reihen. Bianca Kellner-Zotz (CSU) findet, dass vor allem durch das Brotzeitgeld ein monatlicher Mehrbetrag für die Eltern entsteht, der eklatant sei, zumal gerade vieles teurer werde. Trotz des Beschlusses will der Elternbeirat nicht locker lassen, um gemeinsam eine für alle akzeptable Lösung zu finden, wie Vorsitzende Angela Baumert ankündigt. Auch eine Eltern-Umfrage ist geplant. Bürgermeister Vaas verweist darauf, dass die Gebühren in Allershausen auch künftig noch günstiger seien als in einigen Nachbargemeinden. Außerdem werde für die Kinder frisch gekocht und nicht wie in vielen anderen Gemeinden Tiefkühlware warm gemacht.

Positive Nachrichten gibt es auch: Das Kinderhaus Amperspatzen im Neubaugebiet Eggenberger Feld-Süd wird im Herbst fertig. Vaas hofft, dass es direkt nach den Ferien eröffnet werden kann, die Architekten sprechen von Oktober. Allerdings sind die Kosten von geschätzten 7,67 Millionen auf nun 8,37 Millionen gestiegen. Grund sind höhere Material- und Baukosten, aber auch Fehler bei der Heizungs- und Sanitärplanung wie ein zunächst nicht berücksichtigter Pumpenschacht in der Küche. Diese Ausgaben wären aber ohnehin angefallen, sagt Vaas. Mit einer Kostensteigerung von insgesamt 8,5 Prozent ist er angesichts der schwierigen Zeiten eigentlich ganz zufrieden. Im neuen Kindergarten wird eine der fünf Gruppen auch für unter Dreijährige geöffnet, sofern freie Plätze vorhanden sind.

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