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Innovatives Moosburg:Einzigartig in ganz Deutschland

Bei den Bauarbeiten für das neue Moosburger Hallenbad (im Hintergrund) liegt man gut im Plan. Nach derzeitigem Stand wird es spätestens im April 2022 fertig sein, vielleicht auch schon früher.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der längs geteilte Hubboden des neuen Hallenbads ist eine echte Rarität. Die Stadträte stören sich allerdings an dem in ihren Augen ungenügenden Farbkonzept

Von Alexander Kappen, Moosburg

Die Moosburger dürften sich auf ihr neues Hallenbad, das momentan gebaut wird, wirklich freuen. Schließlich, das betonten die Planer während einer Präsentation im Stadtrat immer wieder, erhalte der Neubau einen längs geteilten Hubboden, der deutschlandweit und vielleicht sogar europaweit einzigartig sei. Positiv dürfte die Moosburger Stadträte gestimmt haben, dass sowohl der Zeit- als auch der Kostenrahmen nachderzeitigem Stand weitgehend eingehalten werden. Weniger glücklich waren die Ratsmitglieder jedoch mit dem in ihren Augen ungenügenden Farbkonzept - und wegen dem waren die Planer eigentlich gekommen.

Die Gesamtkosten für das Bad belaufen sich laut der Berechnung aus dem Jahr 2019 brutto auf insgesamt gut 12,6 Millionen Euro. In manchen Gewerken wird man laut aktueller Prognose am Ende über der Berechnung liegen, in anderen dafür darunter. Der Zeitplan sieht vor, dass der Neubau im April 2022 fertig ist. Eine weitere Variante, berichtete Planer Rainer Eckert vom gleichnamigen Architekturbüro in der Stadtratssitzung am Montag, sehe sogar eine Fertigstellung im Dezember 2021 vor. Aber gemessen an diesem Zeitplan sei man derzeit fünf bis sechs Wochen in Verzug. Daher sei es realistisch, dass man am Ende irgendwo zwischen den beiden genannten Terminen landen werde.

In Eckerts Vortrag und der Präsentation der Firma Zeller Bäderbau wurden auf die Vorzüge eines Edelstahlbeckens, wie es das Moosburger Hallenbad bekommt, und die Einzigartigkeit des gewählten Hubbodens verwiesen. Letzterer umfasst drei der fünf Bahnen auf der gesamten Länge von 25 Metern. So kann dieser Bereich von zwei Gruppen gleichzeitig genutzt werden, etwa für Schwimmkurse oder Wassergymnastik, während darüber hinaus zwei komplette 25-Meter-Bahnen nebenan für's Schwimmtraining zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) freute sich, "dass wir die Bauzeit auf alle Fälle und den Kostenrahmen größtenteils einhalten können". Allerdings, so sagte der Bürgermeister nach den Vorträgen, "hätte ich mir eine 3-D-Präsentation gewünscht, wie die Innenräume tatsächlich ausschauen, die Fliesen und so weiter - ich kann mir nicht vorstellen, wie das Bad, wenn es fertig ist, innen ausschaut". Eckert hatte in seiner Präsentation anhand von Grafiken gezeigt, wie das anthrazitfarbene Gebäude von außen aussieht und dass es "gut zu den Bäumen in der Umgebung" passe. Zudem erläuterte er verschiedene Wand- und Fliesenfarben im Gebäudeinneren, ohne dass diese in realistischen Ansichten zu sehen waren. Und genau das hätten die Stadträte gerne gehabt. Er sehe es genauso wie Dollinger, meinte Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne). Um darzustellen, wie das Gebäudeinnere einmal aussehen werde, "gibt die heutige Technik wesentlich mehr her". Was das Äußere betreffe, sei er "enttäuscht von diesem anthrazitfarbenen massiven Klotz. Ich hätte mir da mehrere Varianten mit dezenteren Farben gewünscht". In den Augen von Vizebürgermeister Georg Hadersdorfer (CSU) "wäre es wichtig, die Farbzusammenstellung mit den Schränken, Wänden und Böden zu sehen und die Materialien mal selber anschauen zu können".

Die von der Verwaltung ausgesuchten Materialien lägen bereits seit einem Jahr zur Ansicht im Moosburger Feyerabendhaus, entgegnete Eckert. "Und Umbestellungen, vor allem bei den Fiesen, könnte zum jetzigen Zeitpunkt problematisch werden", meinte er. Zudem verwahrte er sich dagegen, "von einem Klotz zu sprechen - das Gebäude ist halb so hoch wie die Bäume in der Umgebung und fügt sich gut ein".

CSU-Fraktionschef Rudolf Heinz, selbst Architekt, meinte dennoch, "eine Varianten-Planung wäre schon hilfreich". Der Bürgermeister bat die Planer darum, "dass wir uns noch mal zusammensetzen, um nachzubessern".

© SZ vom 21.01.2021
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