Industriebahngleise in Moosburg:Gummis für die Gleise

In Moosburg wird ein Unfallschwerpunkt für Radler entschärft

Es ist ein trauriger Dauerbrenner im Polizeibericht. Immer wieder meldet die Moosburger Inspektion, dass auf den Industriebahngleisen an der Driescherstraße bei Regennässe Radfahrer zu Sturz kommen - teilweise mehrere innerhalb kürzester Zeit. Im Juni 2020 etwa stürzte dort zunächst eine 59-Jährige mit ihrem Rad und musste ins Krankenhaus gebracht werden, ehe nur einen Tag später eine 25-jährige Frau an gleicher Stelle zu Fall kam und von der Besatzung eines Rettungswagens medizinisch versorgt werden musste. Vergangenen Mai erwischte es eine Pedelec-Fahrerin, die nach einem Sturz ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Polizei mahnt in solchen Fällen immer dazu, die Gleise, die teilweise fast parallel zur Fahrbahn verlaufen, möglichst rechtwinklig zu kreuzen.

Nun ist jedoch eine dauerhafte Lösung des Problems in Sicht. Demnächst sollen - auf Anregung von ÖDP-Stadtrat Jörg Kästl - an der Gefahrenstelle Gleisgummis in die Vertiefungen montiert werden. So können Radfahrer nicht mehr mit den Reifen ins Gleis geraten. Wenn Züge über die Dichtprofile fahren, werden diese nach unten gedrückt und dehnen sich anschließend wieder aus.

Jörg Kästl begrüßt es in einer Mitteilung "ausdrücklich", dass Bürgermeister Josef Dollinger (FW) und Bauhofleiter Martin Holzner kürzlich angekündigt haben, die Dichtprofile einzubauen. Zunächst muss die Firma Clariant dem Vernehmen nach aber erst noch ihre Industriegleise an der entsprechenden Stelle warten und vermessen, ehe die Gleisgummis eingeklebt werden können.

Schon seit Jahren setze er sich "für eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme des Gleiskreuzungsbereiches in der Driescherstraße ein. Mit einem Spurrillen-Dichtprofil wäre es kurzfristig möglich, die Zweiradfahrer vor einem ungewollten Einfädeln in die Bahngleise in Höhe der Baywa zu schützen", schreibt Kästl. "Gleichzeitig würde auch die Schulwegsicherheit der vielen Schülerinnen und Schüler, die hier entlang fahren, verbessert. Gerade bei regennasser Fahrbahn besteht ein erhöhtes Unfallrisiko", so der Stadtrat weiter.

Den Kontakt zwischen der Moosburger Stadtverwaltung und dem Unternehmen, das die sogenannten Dichtprofile für Spurrillen und damit auch für die Gleiszwischenräume anbietet, habe er schon vor Jahren vermittelt. Auch habe er ein Muster der Profile übergeben, Ansprechpartner vermittelt und die technische Unterstützung für die Verklebung initiiert. Anderenorts seien Dichtprofile dieser Art sind in der Praxis schon im Einsatz, zum Beispiel in Zürich. "Jetzt gilt es, den Unfallschwerpunkt in Moosburg endlich zu entschärfen", sagt Kästl.

In den vielen Gesprächen mit dem Bauamt habe sich mittlerweile herausgestellt, dass die Dichtprofile und der Kleber bereits angeschafft wurden und bereit für den Einbau seien. "Am liebsten würde ich nach dem Einbau, zusammen mit dem Herrn Bürgermeister, den dann deutlich sicheren Verkehrsweg eröffnen. Natürlich mit dem Fahrrad", so Kästl.

© SZ vom 27.07.2021 / axka
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