Haushalt 2017 Fahrenzhausen bleibt schuldenfrei

Allerdings muss die Gemeinde die Rücklagen anpacken, um alle geplanten Investitionen in diesem Jahr zu stemmen.

Zwei Gegenstimmen zum Haushalt 2017 hat es am Montag im Fahrenzhausener Gemeinderat gegeben. Die hatten aber nichts mit der Finanzplanung an sich zu tun, sondern mit der Revitalisierung des Alten Wirts. Mit der nämlich konnten sich Monika Hermann und Christian Hermann, beide CSU, nach wie vor nicht anfreunden. Ansonsten aber gab es zu dem gut zehn Millionen Euro umfassenden Verwaltungshaushalt für die laufenden Einnahmen und Ausgaben keine Kritik, ebenso wenig wie zum Vermögenshaushalt, in dem geplante Investitionen für über acht Millionen Euro stehen.

Nach wie vor gehört Fahrenzhausen zu den wenigen Gemeinden, die keinerlei Schulden haben. Daran wird sich auch in diesem Jahr nichts ändern. Erstmals aber gibt es wegen der geplanten Ausgaben keine Rückführung von Überschüssen in die Rücklage. Vielmehr muss sogar Geld aus dem Sparstrumpf entnommen werden, laut Plan drei Millionen Euro. Am Ende des Jahres wird Fahrenzhausen deshalb nur noch 9,6 Millionen Euro an Rücklagen haben. Dass all die im Haushalt enthaltenen Investitionen auch erfolgen, daran zweifelte aber nicht nur Zweiter Bürgermeister Andreas Karl (Freie Wählergruppe Einigkeit): "2016 hatten wir 6,9 Millionen Investitionen geplant, realisiert wurden 1,5 Millionen. Heuer sind es 8,1 Millionen, ein Fünffaches von dem, was wir voriges Jahr gemacht haben. Es geht ja nicht nur ums Geld, es muss ja auch gemacht werden." Prinzipiell gab ihm Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (Freie Bürgerliste) da recht, viele der Kostenstellen seien allerdings schon angeleiert: "Wir werden die acht Millionen nicht ausgeben, aber es wird wesentlich mehr als 2016."

Der Verwaltungshaushalt umfasst konkret 10 082 250 Euro. Größte Einnahmeposten sind der Einkommenssteueranteil in Höhe von 3,65 Millionen, die Gewerbesteuer von 2,8 Millionen und Grundsteuern in Höhe von 436 000 Euro. Am stärksten gewachsen sind die sonstigen Ausgaben, "und die umfassen vor allem die Kreisumlage", wie Kämmerer Jörg Huber dem Gemeinderat erläuterte. Weil Fahrenzhausen vor zwei Jahren viel Geld eingenommen hat, muss es heuer auch viel an den Landkreis weiter geben, satte 3,48 Millionen Euro. Um 1,7 Prozent gestiegen sind die Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr, sie belaufen sich heuer auf 2,9 Millionen Euro. 1,6 Millionen entfallen auf den Posten Verwaltungs- und Betriebsaufwand, 800 000 Euro muss die Gemeinde an Schulverbandsumlage zahlen und 592 650 Euro fließen als Zuschüsse an Kindergärten, Sportvereine, an die Jugend und die Feuerwehren.

Wenn auch nicht alles, was im Vermögenshaushalt steht, ausgegeben wird, eine stattliche Liste ist es dennoch, was sich die Gemeinde in diesem Jahr vorgenommen hat. Der größte Einnahmeposten im Vermögenshaushalt ist die Überführung aus der Rücklage, die sich im Laufe des Jahres auf drei Millionen Euro belaufen wird. Außerdem will die Gemeinde Grundstücke im Wert von 3,2 Millionen Euro verkaufen und rechnet mit Erschließungskostenbeiträge für Straßen in Höhe von 1,6 Millionen. Die größten Ausgaben sind eine Million Euro für den Alten Wirt, 400 000 Euro Investitionszuschuss für den Kindergarten St. Christophorus und 390 000 Euro für den Umbau der Bundesstraße 13, vor allem die Geh- und Radwege, welche die Gemeinde selbst bezahlen muss.