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Freisinger Wirtschaftsschule:Neue Fassade

Neben einer Brandschutzsanierung wird das Gebäude nun auch energetisch auf Vordermann gebracht

Von Peter Becker, Freising

Im Winter zieht es, im Sommer dagegen ist es in den Klassenzimmern der Freisinger Wirtschaftsschule mitunter recht heiß. Deshalb hat sich der Schulausschuss des Kreistags dazu entschlossen, neben der ursprünglich avisierten Brandschutzsanierung gleich noch eine Fassadenerneuerung durchzuziehen. Die Kosten betragen nach aktuellem Stand, den Jörg-Hellmuth Schwarz vom mit der Planung beauftragten Architekturbüro Schwarz vortrug, etwa 8,85 Millionen Euro. Dazu kommt die Erneuerung der Aula-Verglasung, die mit weiteren 600 000 Euro beziffert wird. Sie kann zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig zu.

Ursprünglich hatte der Schulausschuss eine reine Brandschutzsanierung im Auge gehabt. Auf dieser Grundlage waren die Kosten auf knapp 3,2 Millionen Euro geschätzt worden. Schwarz nannte in seinem Vortrag im Ausschuss 25 Maßnahmen - vom Einbau einer Brandmeldeanlage mit direkter Alarmierung der Feuerwehr bis hin zum Bau einer neuen Außentreppe - zur Verbesserung des Brandschutzes. Das Landratsamt als Träger der Wirtschaftsschule hat zusätzlich eine energetische Fassadensanierung prüfen lassen. Die etwa 140 Fenster der Wirtschaftsschule stammen aus dem Jahr 1977. Es gibt Kältebrücken, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer klagen über kalten Luftzug.

Wie die Verwaltung erläuterte, müssten bei einem Fensteraustausch auch die abhängten Decken in den Klassenzimmern "angefasst werden". In diesen sind zu entsorgende Schadstoffe enthalten. Die aktuellen Decken sollen durch Trockenbaudecken mit Akustiklochung ersetzt werden. Die Kosten dafür betragen etwa 2,9 Millionen Euro. Damit einher geht die Erneuerung der Beleuchtung (300 000 Euro) und das Verlegen von Datenleitungen (100 000 Euro). Die Gesamtkosten für die Sanierung, einschließlich der Fassaden, beziffert das Architekturbüro auf etwa 7,4 Millionen Euro. Dazu kommen als ein Vergabepuffer weitere 1,5 Millionen Euro. Denn wie das Hochbauamt des Landkreises aus Erfahrung weiß, ist man bei der Sanierung von Schulbauten aus den Siebzigerjahren nie vor Überraschungen gefeit. Mehrkosten bei Vergaben tun ihr Übriges.

Die Sanierungsarbeiten an der Wirtschaftsschule erstrecken sich über 13 Bauabschnitte. Der Landkreis ist mit der Schulleitung übereingekommen, dass Klassen je nach Bedarf in die Containeranlage an der Erdinger Straße im Stadtteil Lerchenfeld ausgelagert werden. Die Gesamtmaßnahme soll im Schuljahr 2021/22 abgeschlossen sein. Das Architekturbüro arbeitet an einem konkreten Terminplan für die Sanierungsarbeiten.

Ob es nicht besser sei, gleich einen Neubau hinzustellen, wollte Tobias Weiskopf (FDP) wissen. Dessen Kosten bezifferte die Verwaltung auf gut 16,5 Millionen Euro. "Das Gebäude ist nicht schrottreif", stellte Florian Plajer, Leiter des Hoch- und Tiefbauamts des Landkreises, fest. Die beabsichtigten Arbeiten kommen aber auch nicht einer Generalsanierung gleich. Diese wäre nicht wirtschaftlich, dann könne man wohl auch einen Neubau hinstellen. Die Freisinger Wirtschaftsschule sei keineswegs in so einem schlechten Zustand, dass sie unbedingt abgerissen werden müsse. Es gehe vielmehr darum, das Gebäude für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wieder behaglich zu machen. Und natürlich auf so einen Stand zu bringen, dass die Schule modernen Anforderungen an den Brandschutz und energetische Standards genügt.

© SZ vom 06.07.2020

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