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Freisinger Köpfe:Wenn der Beruf Berufung ist

Gerhard Betz

(Foto: Marco Einfeldt)

Gerhard Betz arbeitet seit 23 Jahren beim Roten Kreuz

Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen, wählen sie die 112. Der 44-jährige Nandlstädter Markt- und Kreisrat Gerhard Betz () arbeitet seit 23 Jahren beim Roten Kreuz und fährt im Rettungswagen zu den Menschen im Landkreis, die diese Nummer gewählt haben und dringend Hilfe benötigen. Im Einsatz werde er ganz ruhig und tue das, was er gelernt habe, sagt Betz. Er habe schon vieles gesehen: verwahrloste Menschen, Schwerverletzte oder Menschen mit Herzinfarkten. Damit sich diese Schicksale nicht in seine Erinnerung eingraben, versuche er schon wenige Minuten, nachdem er einen Patienten im Krankenhaus übergeben habe, die Krankengeschichte und das Gesicht dazu zu vergessen. Anders könne man diesen Job nicht bewältigen, meint Betz überzeugt.

Für ihn ist dieser Beruf auch Berufung, er kann sich im Moment nichts anderes vorstellen, wie er erzählt. Kein Tag sei wie der andere, jeder Tag bringe eine Überraschung, das gefalle ihm besonders an dieser Aufgabe. Betz setzt sich auch dafür ein, dass im Landkreis überall Defibrillatoren zur Rettung von Herzinfarktpatienten stationiert werden. Nandlstadt war die erste Gemeinde, die solche Geräte angeschafft hat.

Der Ur-Nandlstädter Betz, der nie woanders wohnen wollte, ist seit 2008 für die Unabhängigen Wähler Nandlstadt (UWN) Marktrat. Bei der vergangenen Wahl wurde er Stimmenkönig, fast alle wahlberechtigten Nandlstädter gaben ihm eine ihrer Stimmen. Der Marktrat wählte ihn daraufhin zum Dritten Bürgermeister. Seit Juni 2017 traut Betz außerdem als Standesbeamter Paare. Toleranz, Menschenfreundlichkeit und meist ein Lachen im Gesicht sowie seine langen Haare, die er grundsätzlich zusammengebunden trägt, sind Betz' Erkennungsmerkmale. Im SZ-Interview berichtet er von seiner Arbeit als Lebensretter, dem Alltag im Rettungswagen und seinem Hobby.