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Freisinger Köpfe:Immer wieder zurück in die Domstadt

Reiml lebte in München, Mannheim und Landshut - letztendlich zog es ihn dann wieder in seine Heimatstadt Freising zurück.

(Foto: Marco Einfeldt)

Dass Bernhard Reiml Vorsitzender des Vereins für Stadtheimatpflege ist, kommt nicht von ungefähr.

Das Interesse an der Freisinger Geschichte ist bei Bernhard Reiml schon früh geweckt worden. Er war als Domministrant viel am Domberg unterwegs. Auch am Südhang mit seinen fast schon mediterranen Verhältnissen habe er als Kind gespielt, erzählt er. Mit dem Freisinger Verein für Stadtheimatpflege, dessen Vorsitzender er seit 2014 ist, kommt er dort nun wieder regelmäßig hin. Der Verein hat den Weinbau am Südhang wieder belebt. 50 bis 60 Liter Wein gewinnt er jedes Jahr, abhängig von den Sonnenstunden. Der wird dann beispielsweise bei Empfängen ausgeschenkt.

Reiml, 46, ist gebürtiger Freisinger. Er besuchte die Wirtschaftsschule und machte anschließend eine Ausbildung im Arbeitsamt. Später ging er zum Studieren nach Mannheim an die Hochschule des Bundes, Fachbereich Arbeitsverwaltung. Trotz kurzer Stationen in München und Landshut zog es Reiml immer wieder nach Freising zurück. Seit 2011 ist er Leiter des Jobcenters, dem Leistungsträger für Hartz-IV-Leistungen.

Einen kleinen "Makel" gibt es in seiner Vita, wie er schmunzelnd erzählt: Reiml, der so viel über die Freisinger Geschichte erzählen kann, lebt mit seiner Familie nicht in der Domstadt, sondern in Zolling. Anfangs sei die Umstellung für ihn nicht leicht gewesen, gesteht er. In Freising "kennt man sich", man brauche kein Auto. Inzwischen aber hat er auch in Zolling Wurzeln geschlagen. Historisch gesehen, fügt er augenzwinkernd an, sei das Schöne an Zolling, dass es eine ehemalige Freisinger Hofmark war, im Wappen ist der Freisinger Mohr.

Im Verein für Stadtheimatpflege sieht Reiml keine Konkurrenz zum Historischen Verein, sondern eine Ergänzung. Den Mitgliedern gehe es darum, die Geschichte für die Bürger "erlebbar" zu machen mit Exkursionen oder Besichtigungen, etwa in Gebäuden, die sonst nicht zugänglich sind. Auch er entdecke immer wieder etwas Neues, sagt Reiml. Darüber hinaus bezieht der Verein Position, wenn aus seiner Sicht etwas schief läuft.

© SZ vom 25.11.2019 / psc
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