Freisinger Köpfe: Ernst Hörmann Sitzblockade und Mahnwachen

(Foto: Marco Einfeldt)

Ernst Hörmann kämpft gegen den Klimawandel.

Es ist die Sorge um seine Kinder und die acht Enkel, die ihn antreibt. Und er findet, dass sich jeder gegen den Klimawandel engagieren sollte, um ihnen die Chancen auf ein normales Leben nicht zu verbauen. Seit Anfang des Jahres organisiert Ernst Hörmann, 69, jeden ersten Freitag im Monat eine Mahnwache in Freising, um auf die Folgen aufmerksam zu machen, wenn die Wende nicht bald eingeleitet wird. Die Politik mache viel zu wenig, kritisiert er, wohl auch weil viele Maßnahmen unpopulär sind und Stimmen kosten könnten.

Hörmann hat lange in Markt Indersdorf im Landkreis Dachau gelebt. Nach seiner Pensionierung ist er nach Freising gezogen, weil die Stadt "strategisch günstig" zwischen den Wohnorten seiner drei Kinder bei Dachau und Regensburg und an der Bahnlinie liegt. Inzwischen gefällt es ihm ganz gut hier. Der Maschinenbauingenieur arbeitete viele Jahre lang bei der Bahn und war für die Instandhaltung der Fahrzeuge und der Infrastruktur, zuletzt für die ICE-Halle in München, zuständig. Aufgewachsen ist Hörmann in Weilheim und München.

Durch sein Engagement in Freising hat er mittlerweile viele Leute kennengelernt, "die ein bisschen so ticken" wie er selbst, erzählt er. Von sich selber sagt er, er sei nicht sehr kommunikativ, was man nicht recht glauben mag, wenn er über sein Lebensthema, den Kampf gegen den Klimawandel, redet. Er möchte dabei emotional berühren, um möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen.

Regelmäßig nimmt Hörmann an Protesten gegen den Braunkohle-Abbau teil, im Camp im Hambacher Forst blieb er fünf Wochen lang. Seinen Konsum hat er sehr reduziert. Das Sweatshirt, das er an diesem Vormittag trägt, stammt aus der Kleiderkammer dort, wie er erzählt. Seine eigene Kleidung musste er wegen des Eichenprozessionsspinners wechseln. Bei einer anderen Demonstration musste er anschließend zehn Stunden in einer Gefangenensammelstelle verbringen. Auch an einer Sitzblockade am Wiener Flughafen hat er teilgenommen. "Wir müssen versuchen, die Ursachen des Klimawandels ganz schnell in den Griff zu kriegen", bilanziert Hörmann, dabei "müssen wir auch kreativ sein".