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Freisinger Köpfe:Ein echtes  Original

Ernst Graßy hat viele Jahre für die Laienbühne Freising im Asamtheater gespielt und bei anderen Theatervereinen Regie geführt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Ernst Graßy kennt seine Stadt und die Menschen wie kaum ein anderer

Ernst Graßy ist ein echtes Freisinger Original und kennt die Stadt, ihre Politiker und Kulturschaffenden wie kaum ein anderer. Nachdem er viele Jahre für die Laienbühne Freising im Asamtheater gespielt und bei anderen Theatervereinen Regie geführt hatte, wandte er sich schließlich dem Kabarett zu und gründete 1993 mit Gleichgesinnten die "Stadtverführer", die bis zum Jahr 2000 die Stadtpolitik und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf die Schippe nahmen.

Nachdem sich die Gruppe aufgelöst hatte, stand Graßy drei Jahre lang mit dem "Knastbrettl" auf der kleinen Bühne im "Alten Gefängnis". Er ist auch Mitglied des Fördervereins, der sich den Erhalt des historischen Gebäudes zur Aufgabe gemacht hat. Inzwischen führt Graßy regelmäßig Gruppen durch das Gefängnis und bietet Stadtführungen durch Freising an. Sein kulturelles Engagement und seine Kreativität waren der Ausgleich zu seinem Beruf, denn er arbeitete seit 1967 als Elektrotechniker am Institut für Plasmaphysik der Max-Planck-Gesellschaft in Garching und war am Aufbau und Betrieb von Experimenten zur Kernfusion beteiligt.

Graßy, der im Freisinger "Glasscherbenviertel", der Grottenau, aufwuchs, erwarb 1976 das völlig heruntergekommene "Kistler-Haus", den früheren Sitz der Freisinger Schreiner-Zunftmeister in der Hummelgasse. Fünf Jahre lang verbrachte er jede freie Minute in dem alten Gemäuer und renovierte es von Grund auf, die meisten Arbeiten erledigte er selbst. Zuvor hatte er sich zwei Wochen Urlaub für ein "Praktikum" bei einem Polier genommen, dem er beim Sanieren eines alten Freisinger Domherrenhauses über die Schulter schaute. Im SZ-Interview erzählt Graßy von seiner Jugend, dem Theaterspielen und Freisinger Kommunalpolitikern, die oftmals wenig Spaß verstünden.