Freisinger Haushalt 2019 Westtangente kostet mehr als 100 Millionen

Sorgen bereitet der Untergrund an der Baustelle der Westtangente in Vötting. Bei den Kosten wird die 100-Millionen-Euro-Marke jetzt deutlich geknackt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nicht nur mit den Problemen beim Bau der Umfahrung beschäftigt sich der Stadtrat, wenn es nächste Woche um den Etat geht. Große Summen werden in Schulen und Tagesstätten investiert.

Von Kerstin Vogel, Freising

Der Bau der Freisinger Westtangente wird nun "deutlich über 100 Millionen" kosten, die laufenden Projekte können wie geplant vorangetrieben werden und in den kommenden Jahren wird einiges an Geld in die Schulen und Kindertagesstätten der Stadt fließen. So lässt sich in aller Kürze zusammenfassen, was die Freisinger Stadträte in der kommenden Woche beschäftigen wird, wenn es erst im Finanzausschuss und dann im Stadtrat um den Freisinger Etat für 2019 geht. Große Debatten erwartet Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher dabei nicht - "auch wenn das ganz sicher kein Sparhaushalt ist".

Maßnahmen wie der Umbau der Freisinger Innenstadt oder die Generalsanierung des Asamgebäudes seien schließlich von den Stadträten so beschlossen worden, sagte Eschenbacher am Dienstag. Gleiches gelte für die Investitionen im Schulbereich oder bei der Kinderbetreuung: "Das, was da im Etat und in der Finanzplanung steht, spiegelt den politischen Willen wider."

Neben "einigen Millionen" für Erschließungsmaßnahmen im neuen Wohngebiet "Steinpark" und in den Clemensängern listet der Oberbürgermeister als größere Vorhaben für 2019 und die folgenden Jahre den Neubau einer weiteren Grundschule in Lerchenfeld auf, außerdem die Grundsanierung der Korbiniansschule, eine Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Vötting sowie natürlich den geplanten Bau der beiden Schulen im Steinpark, deren Kosten allein zuletzt auf 70 Millionen Euro geschätzt worden waren.

Außerdem stehen laut Eschenbacher in den kommenden Jahren "mehrere neue Kindertagesstätten" auf der To-Do-Liste der Stadt - und natürlich der Bau der Wohnanlage an der Katharina-Mair-Straße. Hier möchte die Stadt auf knapp 6300 Quadratmetern Wohnfläche städtisch geförderte Geschosswohnungen errichten - für etwa 8,50 Euro pro Quadratmeter. Sehr viel Geld wird laut Eschenbacher in den kommenden Jahren zudem in den Hochwasserschutz investiert werden müssen.

Das Prinzip Hoffnung herrscht bei dem seit Jahren geplanten Umbau der Unterführung am ehemaligen Bahnposten 15. Hier soll eine neue Studie den Durchbruch bringen, so dass endlich eine funktionierende Variante erarbeitet werden kann.

Nicht ganz ohne ein paar bissige Bemerkungen wird es wohl abgehen, wenn in der kommenden Woche in Ausschuss und Stadtrat die aktuellen Zahlen für die Westtangente auf den Tisch kommen. Weil es beim Bau des Tunnels in Vötting bekanntlich Probleme mit den geologischen Gegebenheiten im Untergrund gibt, verzögert sich nicht nur die Fertigstellung um "mindestens ein halbes Jahr", wie Eschenbacher bestätigte. Dem Oberbürgermeister zufolge werden auch die bis dahin auf 98,4 Millionen Euro bezifferten Kosten des Projektes noch einmal steigen und die 100 Millionen-Euro-Grenze deutlich überschreiten - so, wie es die Tangentengegner im Stadtrat schon seit Jahren prophezeien.

Auf der Einnahmenseite sieht es gleichwohl noch einmal sehr gut aus. Die Gewerbesteuer entwickele sich auch weiter positiv, berichtet Eschenbacher, warnt aber im nächsten Satz schon vor zu großem Optimismus. "Angesichts der allgemeinen Wirtschaftsprognosen sind wir ein bisschen in Habachtstellung", schildert der Oberbürgermeister: "Wir können nicht davon ausgehen, dass das immer so weiter geht." Aktuell stehe die Stadt zwar sehr gut da und man komme auch 2019 ohne neue Kreditaufnahme aus. Die Prognosen besagten jedoch, dass das in den kommenden Jahren anders werde.

Der Finanzausschuss kommt am Montag, 3. Dezember, um 17 Uhr im kleinen Sitzungssaal zusammen. Der Stadtrat beschäftigt sich am Mittwoch, 5. Dezember, um 19 Uhr mit dem Haushalt für 2019.