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Freising:Appell an Kardinal Marx

Johann Englmüller fordert nach Papstaufruf Carsharing einzuführen

Johann Englmüller, ehrenamtlicher Berater für nachhaltige Mobilität und Carsharing im Landkreis Freising, hat Kardinal Marx in einem Brief aufgefordert, die Umwelt-Enzyklika "Laudatio si" von Papst Franziskus auf dem Domberg umzusetzen und das Carsharing-Modell im Bistum München-Freising einzuführen. "Alle könnten bei der Bekämpfung der Umweltzerstörung mitwirken, etwa durch Maßnahmen wie . . . das gemeinsame Nutzen von Fahrzeugen . . . ", heiße es in der vor kurzem veröffentlichten Enzyklika, schreibt Englmüller. "Ich möchte Sie und damit auch den ,Domberg Freising' als Carsharing-Nutzer gewinnen. Ich habe schon zweimal das Bistum angeschrieben und versucht, das Bistum für Carsharing zu gewinnen. Ich bekam nie eine Antwort auf meine Schreiben", klagt der ehrenamtliche Berater des Landkreises. "Ich bitte Sie, die Enzyklika des Papstes als Anlass zu nehmen, in den Fuhrpark des Bistums Carsharingautos zu integrieren und den eigenen Fuhrpark zu verkleinern." Gerade als Freisinger Bürger liege ihm dabei sehr die Nutzung von Carsharingautos durch den Domberg am Herzen. Schließlich habe man auch schon erkannt, dass es dort ein Verkehrsproblem gebe.

Päpstliche Enzyklika gelten als Rundschreiben an die Bischöfe weltweit und wenden sich an die ganze Kirche. Papst Franziskus richtet seine 220-seitige Enzyklika vom 18. Juni aber nicht nur an sie, sondern alle Mächtigen und Wichtigen, an Jedermann, wie Pater Bernd Hagenkord von Radio Vatikan vor kurzem erklärte. An manchen Stellen wird der Papst konkret: In den Städten würden zu viele Autos mit nur einem oder zwei Passagieren fahren. Erstmals wurde damit das Thema Umwelt in einer Enzyklika zentral behandelt. Franziskus verfolgt darin einen ganzheitlichen Ansatz der Ökologie.

© SZ vom 22.06.2015 / wil
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