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Erholungssuchende im Landkreis:Rücksicht auf die Tierwelt

Untere Jagdbehörde bittet Sportler und Spaziergänger um Achtsamkeit

Die Untere Jagdbehörde bittet Erholungssuchende, in den kommenden Tagen und Wochen auf die heimische Tierwelt Rücksicht zu nehmen. Im Frühjahr ziehe es die Menschen generell vermehrt in die Natur, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt dazu. Weil zudem wegen der Corona-Beschränkungen andere Freizeitangebote wegfallen würden, seien auch in und um Freising viel mehr Menschen draußen unterwegs: zum Spazierengehen, Joggen oder Radfahren.

Doch "die Tiere sind gerade jetzt wieder mehr auf den Läufen, also mehr auf der Flucht", erklärt Jan Schuster, Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit, zu der die Untere Jagdbehörde gehört. Ausschlaggebend sei dabei nicht die Anzahl der Menschen in der freien Natur allein. Vielmehr wirke es sich aus, "dass einige Spaziergänger, Hundebesitzer und Sportler die festen Wege verlassen und so zu nah an die Rückzugsorte der Tiere kommen - und das zunehmend bereits in den frühen Morgenstunden und spät abends". Rehe und Rotwild sind jedoch Fluchttiere und fühlten sich daher schnell gestört, wie es n der Mitteilung weiter heißt. Auf der Flucht überqueren die Tiere oftmals Straßen, wodurch die Gefahr von Wildunfällen steigt.

Störungen durch Menschen haben demnach aber auch negative Folgen für die so wichtige natürliche Waldverjüngung in Zeiten des Klimawandels. Jede Flucht, jeder Stress, macht die Tiere hungriger. Reh- und Rotwild, das bei der ungestörten Nahrungsaufnahme außerhalb des Waldes regelmäßig gestört wird, ist gezwungen, seine Nahrung im Wald zu suchen. Die Tiere können dabei erhebliche wirtschaftliche Schäden durch vermehrten Verbiss an den jungen Bäumen im Wald verursachen.

Die Untere Jagdbehörde bittet deshalb darum, auf sportliche Aktivitäten oder Spaziergänge abseits der Wege zu verzichten. Es sei den Tieren schon viel geholfen, wenn Spaziergänger, Jogger und Radfahrer auf den Wegen bleiben und Hundebesitzer ihre Hunde an der nicht allzu langen Leine führen.

© SZ vom 10.05.2021 / vo
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