Erhalt geht vor:Elf Bäume müsst ihr sein

Dietersheim: Baumbestand in der Isarstrasse

Der teils 100 Jahre alte Baumbestand an der Isarstraße in Dietersheim verhindert, dass dort ein Fuß- und Radweg gebaut werden kann.

(Foto: Johannes Simon)

Weil nicht sicher ist, dass eine Eiche und zehn Eschen am Wegesrand das überstehen würden, wird an der Isarstraße in Dietersheim doch kein Gehweg gebaut

Von Klaus Bachhuber, Eching

Ursprünglich hätte die Isarstraße in Dietersheim mit der Entwicklung des Neubaugebiets südöstlich davon üppig ausgebaut werden sollen. Davon nahm das Rathaus nach langen Diskussionen im vergangenen Jahr wieder Abstand, nun sollte nur ein Geh- und Radweg angebaut werden. Und jetzt ist auch das abgesagt, die Isarstraße bleibt, wie sie ist - Wiedervorlage 2023.

Der nötige Grund zum Ausbau der teilweise nur 3,40 Meter schmalen Straße war vom Rathaus bereits gekauft worden. Dann fiel aber auf, dass zum vorgesehenen komfortablen Ausbau alle elf alten Bäume entlang der Straße hätten gerodet werden müssen: eine Eiche und zehn Eschen, mutmaßlich teilweise an die 100 Jahre alt und nach Einschätzung der Gemeindeverwaltung kerngesund.

Der Planungsausschuss des Gemeinderats hatte daher umgeschwenkt auf eine Planung, bei der lediglich jenseits der Baumreihe ein rund 1,70 Meter breiter Gehweg ergänzt werden sollte. Damit würde der Verkehr auf der schmalen Straße auch reduziert, so der Argumentationsstrang, und die Sicherheit für Fußgänger optimiert.

Allerdings ist jetzt auch diese Lösung nicht umsetzbar. Der geplante Fußweg müsste so unter die Bäume geflickt werden, dass die Planer nach Stand der Technik keine Garantie geben wollten, dass die Pflanzen das überstehen würden. Die Gemeindeverwaltung empfahl daher, den Ausbau komplett abzusagen und darauf zu setzen, dass sich der Verkehr ins Neubaugebiet andere Kanäle suchen werde.

Die Dietersheimerin Lena Haußmann (Grüne) forderte im Gemeinderat, irgendeine Lösung für Fußgänger und Radfahrer müsse schon her. Teile der CSU um die Dietersheimerin Heike Krauß wiederholten ihr Credo der vorangegangenen Debatte, wonach die Straße unbedingt vollwertig ausgebaut werden müsse, der Sicherheit wegen und für die optimale Durchfahrt von Landwirten.

Mit 16:4 Stimmen entschieden SPD, Grüne, FW, "Bürger für Eching" und Teile der CSU gegen drei CSU-Räte und die FDP, den Ausbau abzusagen. Auf Anmerkung von Christoph Gürtner (FW) wurde aber ein Termin zur Überprüfung der Entwicklung festgelegt. Man wählte dafür den Ausbau des Baugebiets nebenan - voraussichtlich 2030.

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