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Eltern in Neufahrn können aufatmen:Kindergärten mit Plätzen für alle

Betreuungseinrichtungen jetzt ohne Wartelisten

Demnächst werden in Neufahrn der neue Kindergarten am Auweg und die neue Krippe am Keltenweg eingeweiht. Träger beider Einrichtungen ist das Bayerische Rote Kreuz, das laut Gemeinde "ausreichend Personal gewinnen" konnte. Wie es aussieht, ist die Zeit der Kita-Wartelisten damit erst einmal vorbei, und Eltern können aufatmen. Alle Kinder, die bis Ende November drei Jahre alt werden, bekommen von September an einen Kindergarten-Platz. In einigen Einrichtungen seien sogar Restplätze vorhanden, berichtet Rathaus-Sprecherin Gabriele Ostertag-Hille. Somit gebe es noch Kapazitäten, wenn Kinder später drei Jahre alt werden oder im Laufe des Betreuungsjahres zuziehen.

In den Krippen wurde die Warteliste laut Ostertag-Hill ebenfalls abgearbeitet. Sie erklärt das damit, dass zum einen alle Krippen-Kinder mit Vollendung des dritten Lebensjahres tatsächlich in einen Kindergarten wechseln können und zum anderen zusätzliche Gruppen dazu kommen, wenn die Krippe am Keltenweg in Betrieb geht. In den Neubau zieht die Krippe "Zwergenland" ein, die in ihren bisherigen Räumen am Lohweg nur zwei Gruppen hat. Im neuen Domizil werden es vier sein. Der Umzug soll noch in diesem Monat abgewickelt werden. Denn die Räume am Lohweg werden müssen möglichst bald renoviert werden, damit die Nachbarschaftshilfe planmäßig am 8. September ihren Kinderpark eröffnen kann. Dieser ist aktuell im Obergeschoss des Gebäudes untergebracht.

Im Kinderpark werden Eineinhalb- bis Dreijährige ohne ihre Eltern zweimal pro Woche auf den Kindergarten vorbereitet. Es gibt noch freie Plätze. Interessierte Eltern können sich auf der Internetseite (www.nbh-neufahrn.de) informieren. Ein Anmeldeformular ist dort eingestellt.

Dass die Kita-Situation in den vergangenen Jahren oft so angespannt war, wurde vor allem mit der schwierigen Personalsuche erklärt. Um die Kita-Arbeitsplätze in Neufahrn attraktiver zu machen, wurden mit den beiden neuen Einrichtungen nun Personalwohnungen gebaut. Vor kurzem hat der Gemeinderat auch einen finanziellen Anreiz beschlossen: Alle Kita-Mitarbeiter bekommen ab September eine Großraumzulage. Sie beträgt je nach Entgeltgruppe bis zu 270 Euro monatlich. Den von Corona gebeutelten Kita-Trägern greift die Gemeinde ebenfalls unter die Arme. Weil die Einrichtungen lange geschlossen waren, fehlen den Trägern nun Gebühreneinnahmen. Der Freistaat sprang zwar teilweise in die Bresche. Mit den bezahlten Pauschalsätzen können die tatsächlichen Einnahmeausfälle aber nicht komplett aufgefangen werden. Mittlerweile hat der Gemeinderat beschlossen, dass er das verbleibende Defizit übernimmt. Mehr als 100 000 Euro werden dafür ausgegeben.

Gute Nachrichten gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung auch noch aus dem Hort. Zwar wurde immer noch keine zusätzliche Erzieherin gefunden. Auf die Stellenausschreibung der Gemeinde kam keine einzige Bewerbung, wie Michaela Wiencke-Bimesmeier berichtete. Aber es gäbe eine interessierte Kinderpflegerin. Der Stellenplan wurde entsprechend geändert, und damit können auch die Kinder von der Warteliste aufgenommen werden.

© SZ vom 16.07.2020 / bg

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