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Bürgerversammlung Neustift:Zu viele Autos im Wohngebiet

Obwohl es ein kostenloses Parkhaus gibt, parken viele Kunden des Stein-Einkaufscenters lieber in den umliegenden Straßen und bringen dort die Anwohner gegen sich auf. Flächendeckend Halteverbote sind aber nicht möglich.

(Foto: Marco Einfeldt)

Anwohner beklagen, dass parkende Wägen sogar Wege für Rettungsdienste und Müllabfuhr versperren. Die Probleme werden sich noch verstärken.

Der Aufreger der Neustifter Bürgerversammlung am Montag im Löwenwirt war einmal mehr die Situation auf dem Steinparkgelände. Diesmal waren es aber nicht feiernde Ruhestörer auf dem Imma-Mack-Platz, sondern die vielen parkenden Autos entlang der Weinmillerstraße, der angrenzenden Carl-Dettenhofer- sowie der Albert-Brey-Straße. Da werde insbesondere von Kunden des Steincenters rücksichtslos alles zugeparkt, für Feuerwehr, Rettungsdienste und Müllabfuhr gebe es oft kein Durchkommen mehr, klagten Anlieger. Dabei stehe ein Parkhaus zur Verfügung, in dem auf drei Etagen kostenlos geparkt werden könne.

Wie dem Problem beizukommen ist, weiß aber so recht niemand. Die einen forderten in dem Bereich ein generelles Halteverbot, was andere gleich wieder ablehnten. Denn dann, so hieß es, würde nur schneller gefahren, wobei insbesondere die Packetdienste beteiligt sein sollen. Ein wechselseitiges Halteverbot schien einigen Neustiftern da noch die beste Lösung - und verstärkte Kontrollen. Derzeit würden dreiste Autofahrer nicht einmal davor zurückschrecken, Feuerwehranfahrtszonen zuzustellen. Er komme an manchen Tagen nicht mehr in seine Garage, klagte ein Anlieger. Die Stadt dürfe aber nicht abschleppen lassen, sagte OB Tobias Eschenbacher, das dürfe nur die Polizei und auch die müsse zunächst versuchen, den Halter ausfindig zu machen. Ein absolutes Park- oder Halteverbot für den Bereich zu erlassen, sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich. "Wir können nur Strafzettel verteilen", so der OB. Die Anwesenheit von Kontrolleuren bringe aber auch nur kurzzeitig etwas, wurde ihm entgegengehalten. Sind die städtischen Ordnungshüter weg, "ist sofort wieder alles zu".

Der Verkehr wird noch schlimmer, wenn die Schule kommt

Die Anwohner im Steinpark klagen über zu viele parkende Autos.

(Foto: Marco Einfeldt)

Verstärkt wird die problematische Situation am Steinpark noch, wenn in den nächsten Jahren östlich der Weinmillerstraße die neue Schule für 1100 Kinder gebaut werde, hieß es. Und wenn die mit Beginn des Schuljahres 2022/23 fertig ist, befürchten die Anlieger ohnehin ein Chaos, "das wird eine Katastrophe". Weniger ausgelöst durch die an- und abfahrenden Schulbusse, für die scheint eine gute Lösung gefunden, sondern durch den Zubringerdienst der Eltern. Die Kinder sollten nicht gefahren werden, sondern ungefährdet und zu Fuß in die Schule gehen dürfen, war der Wunsch einer Mutter. Moniert wurde auch, dass in Freising noch immer kein Schulwegeplan existiere. Wie die Fahr- und Parkprobleme am Steinpark gelöst oder zumindest gelindert werden können, das soll jetzt bei einem Treffen aller beteiligten Dienststellen und der Anlieger besprochen werden. Eschenbacher will demnächst dazu einladen.

Was sonst noch so geplant sei im Steinpark, darüber informierte der OB am Montag auch. So soll nördlich der bestehenden Bebauung eine genossenschaftliche Wohnanlage entstehen. Im Anschluss, an der Bismarckstraße, ist ein großer Spielplatz vorgesehen. Bebaut werden soll auch noch das Areal nördlich des Einkaufscenters. Im östlichen Bereich sei Wohnbebauung vorgesehen, sagte Eschenbacher, westlich davon werde ein Hotel mit Restaurant gebaut. Das Grundstück sei verkauft, sagte er, es bestehe ein genehmigter Bauplan. Wie und wo auch einmal öffentliche Einrichtungen untergebracht werden können, muss abgewartet werden. "Wir brauchen irgendeinen Treffpunkt", hieß es, "da gibt es jetzt gar nichts". Umgebaut werde auch das ehemalige Stabsgebäude an der Weinmillerstraße, berichtete der OB. Das Landratsamt werde das Gebäude wohl kaufen und dort Büroräume einbauen. "Dann wird ja noch mehr Parkraum benötigt", wandte ein Anlieger ein. Das Landratsamt müsse wie jeder andere Bauherr Stellplätze nachweisen, entgegnete Eschenbacher, ob in einer Tiefgarage oder sonst wo.

Auch das Parken in der Innenstadt stößt auf Kritik

Zu Beginn hatte der Oberbürgermeister die laufenden Projekte vorgestellt: Innenstadtausbau, Westtangente, Nordostumfahrung, Asamgebäude, den Bau von Kindertagesstätten und den von städtischen Wohnungen. Außerdem erläuterte er die Pläne, dem Radverkehr mehr Prioritäten einzuräumen und berichtete über die Baumaßnahmen am Domberg. Was die Innenstadt angeht, wurde von einem Neustifter ebenfalls die Parksituation beklagt. Er bedauerte, dass die General-von-Nagel-Straße nicht mehr Fußgängerzone sondern nur noch Verkehrsberuhigter Bereich sei. Das Parken sei dort zwar verboten, werde aber nicht beachtet. Ein großes blaues Schild an der Zufahrt reiche nicht. Auch ihm sei eine komplette Fußgängerzone lieber gewesen, meinte Eschenbacher, "aber dafür gab es im Stadtrat keine Mehrheit".