Freie Fahrt in Moosburg 340 Tonnen Stahl verbaut

Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt war die Erste, die am Donnerstag über die fertig gestellte Isarbrücke rollte - den Temperaturen angemessen in einem Cabrio.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die neue Isarbrücke in Moosburg mit ihren himmelblauen Bögen ist fertig, beleuchtet werden sie allerdings erst in einigen Monaten. Das alte Bauwerk wird demnächst abgerissen

Von Peter Becker, Moosburg

Bürgermeisterin Anita Meinelt ist natürlich die Erste, die am Donnerstagmorgen im Cabrio über die neue Moosburger Isarbrücke fahren darf. Wenige Minuten vorher hat sie unter Bravo-Rufen einiger Schaulustiger das obligatorische Band durchschnitten. Das signalisiert: Die neue Moosburger Brücke ist freigegeben. Der Verkehr kann rollen, was er dann auch tut. Der Nächste, der das Bauwerk überquert, ist ein graubärtiger Biker, der einen Jubelruf ausstößt. Dann folgt ein Radler. Hinter diesem ein Kleinwagen, dessen Fahrerin laut hupt, während ihre Tochter auf dem Beifahrersitz peinlich berührt ihr Gesicht in den Händen verbirgt. Dann kommt der erste Lastwagen. Die Bürgermeisterin winkt dem Fahrer freundlich zu.

Gut zwei Jahre haben die Bauarbeiten an der Brücke gedauert. Als Bremser wirkten ein Hochwasser im Juli 2017 und die Bodenbeschaffenheit, die sich als dichter herausstellte, als das bei Erkundungsbohrungen festgestellt worden war. Dann tauchten hölzerne Gründungspfähle auf, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die erste Brücke in Stahlkonstruktion war dort im Jahr 1902 entstanden. Sie wurde Ende April 1945 in den Wirren der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs gesprengt. Am 6. November 1949 wurde die Stahlbogenbrücke eingeweiht, deren Anblick die Moosburger jahrzehntelang gewohnt waren. Sie hat nun ausgedient. In den nächsten Wochen beginnt ihr Abriss. "Der Stahl wird verkauft", sagt Stefan Meier, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Freising.

Ganz soll die alte Isarbrücke, die den heutigen Anforderungen von über 20 000 Fahrzeugen am Tag nicht mehr gewachsen ist, aber nicht verschwinden. Meier will einen Teil der Stahlkonstruktion herauslösen und quasi als Erinnerungsstück an alte Ingenieurskunst im Umfeld der neuen Brücke aufstellen lassen. "Früher wurde genietet", erklärt der Bereichsleiter, heutzutage würden solche Konstruktionen geschweißt. In himmelblauem Anstrich überspannt nun die neue Brücke, die neben der Fahrbahn für den motorisierten Verkehr jetzt über zwei Geh- und Radwege verfügt, die Isar. Es ist eine ähnliche Stahlkonstruktion wie die ihres Vorgängers. Wie diese soll sie das Moosburger Stadtbild prägen. Meier sagt, dass der Brückenbau auch für das Staatliche Bauamt keine alltägliche Aufgabe war. 12,6 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Insgesamt wurden 340 Tonnen Stahl für den Bogen und 1200 Kubikmeter Beton verbaut.

Mit der Freigabe für den Verkehr am Donnerstagmorgen sind die Arbeiten im Umfeld der neuen Isarbrücke noch nicht beendet. Provisorien müssen rückgebaut werden und dann steht ja noch der Abriss der alten Isarbrücke bevor. Die Lände und die Isarstraße müssen wieder angebunden und der Isarradweg an der Moosburger Seite wiederhergestellt werden.

Eine besondere Attraktion haben Staatliches Bauamt und die Stadt Moosburg aber noch parat. Die Isarbrücke ist Eingangsbereich der Stadt Moosburg und daher für diese von besonderer Bedeutung. Um ein unverwechselbares Bauwerk mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen, soll eine programmgesteuerte LED-Beleuchtung angebracht werden. Die Stadt Moosburg und das Staatliche Bauamt teilen sich die Kosten für die Planung und Errichtung der Beleuchtungsanlage. Für den Betrieb und den Unterhalt ist allerdings allein die Stadtverwaltung in Moosburg zuständig. Ein bisschen dauert das aber noch. Spätestens zum Winter solle es soweit sein, verspricht Meier.