Blaues Bier:Sommer der Entscheidung für "Babo Blue"

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Blaues Bier: Das neue, verkleinerte Team von "Babo blue" (v. l.): Ludwig Gerlinger, Patrick Loy und Robin Stein wollen ihr Biermixgetränk endgültig etablieren.

Das neue, verkleinerte Team von "Babo blue" (v. l.): Ludwig Gerlinger, Patrick Loy und Robin Stein wollen ihr Biermixgetränk endgültig etablieren.

(Foto: oh)

Nach einer Winterpause soll sich jetzt zeigen, ob der von Weihenstephaner Studenten kreierte Biermix es zu einer richtigen Firma schafft, die auch Gehälter bezahlen kann.

Von Petra Schnirch, Freising

Das Team ist kleiner geworden, die Brauerei ist eine andere, das Design ganz neu, mit einem Bären als Maskottchen. Nach einer mehrmonatigen Pause im Winter konzentrieren sich drei (Ex-)Studenten aus Weihenstephan nun wieder ganz darauf, ihr Biermixgetränk "Babo blue" auf dem Markt zu etablieren. Robin Stein, 28, hat sein Studium der Lebensmitteltechnologie inzwischen abgeschlossen und kann sich als Geschäftsführer nun hauptberuflich um die Vermarktung von "Babo blue" kümmern. Mit dabei sind außerdem Patrick Loy, 25, und Ludwig Gerlinger, 24. Sie studieren Brauwesen und Getränketechnologie.

Hinter den Jungunternehmern liegen zwei turbulente Jahre, in denen es wie in einem Aufzug nach oben ging. Mit dem von ihnen entwickelten Mixgetränk, einem Bier nach rheinischer Brauart, gemischt mit einer blauen Beeren-Limonade, hatten die Studenten - damals noch zu fünft - für Furore gesorgt. Alles fing damit an, dass sie einen Innovationswettbewerb an der TU München gewannen. Das Getränk mit der leuchtenden Farbe stieß rasch auch über die Uni hinaus auf Interesse, schon wenige Monate später liefen die ersten Flaschen vom Band.

In der Vox-Sendung "In der Höhle der Löwen" stellten sie das Bier vor

Höhepunkt war ein Fernsehauftritt, im August 2015 stellte das Babo-blue-Team sein Produkt in der Vox-Sendung "In der Höhle der Löwen" vor. Schon am Tag der Ausstrahlung gingen 4000 Bestellungen bei den Jungunternehmern ein. "Das war relativ heftig", sagt Robin Stein. Event-Veranstalter Jochen Schweizer und Lencke Steiner, Geschäftsführerin einer Verpackungsfirma, wollten sich an der Firma beteiligen. Doch mitten in diesem Hype wagten die Jungunternehmer einen ungewöhnlichen Schritt. Sie machten erst einmal Pause, trotz des steigenden Bekanntheitsgrads, krempelten einiges in ihrem Start-up-Unternehmen um und nahmen sich Zeit für Prüfung und Abschlussarbeiten. "Das Studium sollte Vorrang haben", sagt Robin Stein, und in der entscheidenden Phase musste der "Kopf dafür frei sein". Zwei von ihnen stiegen in dieser Zeit aus, einvernehmlich, wie Robin Stein betont, weil sie sich beruflich anders orientieren wollten.

Produziert wird mittlerweile in einer Brauerei im niederbayerischen Großköllnbach. Die kürzeren Anfahrtswege - bisher wurden die Flaschen in Ludwigshafen gefertigt - und die Möglichkeit, größere Mengen herzustellen, erleichtern laut Stein die Arbeit. Geschadet habe "Babo blue" der kurze Produktionsstopp nicht, bilanziert Patrick Loy. Der blaue Biermix sei den Leuten "gut im Gedächtnis geblieben". Außerdem sei es eher ein Sommergetränk.

"Babo blue" gibt es auf verschiedenen Festivals - wie bei "Utopia Island"

Auch sie selbst seien aber ein wenig skeptisch gewesen, ob sich so eine Pause nicht negativ auswirken könnte, räumt er ein. Doch offenbar hat "Babo blue" treue Fans. Es ist auf verschiedenen Festivals zu bekommen, etwa bei Utopia Island". Inzwischen strecken die Unternehmer ihre Fühler auch ins nahe Ausland aus, nach Österreich und in die Schweiz, sowie nach Norddeutschland, "Schritt für Schritt" wollen sie expandieren. Auch aus dem asiatischen Raum kamen schon Anfragen.

Im Hinterkopf haben die drei schon Ideen für neue Getränke. Außerdem wollen sie als zweites Standbein Rezepturen für andere Leute entwickeln. "Dafür sind wir schließlich ausgebildet." Loy sieht in dem jungen Unternehmen in jedem Fall eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren.

Dieser Sommer "wird relativ entscheidend für uns sein", meint Loy. Dann werde sich zeigen, ob aus "Babo blue" eine richtige Firma wird, die auch Gehälter bezahlen kann. "Aber wir sind optimistisch". Das Büro bleibt vorerst in einem kleinen Zimmer in einer Freisinger WG. Nachahmer versuchen derzeit, ähnliche Getränke auf dem Markt zu platzieren. "Aber wir haben einen Vorteil: Wir sind das Original", meint Loy selbstbewusst.

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