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Bauantrag bekommt klare Mehrheit:Dach für Moosburger Sabathiel-Baracke

Wie es mit der Sabathiel-Baracke in Moosburg langfristig weitergeht, muss noch geklärt werden. Um das Gebäude kurzfristig vor einem weiteren Verfall zu schützen, wird es jetzt aber erst mal überdacht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Zuschüsse fallen manchem Stadtrat zu gering aus

Ende November hatte der Stadtrat auf Betreiben von Erwin Köhler (UMB) beschlossen, die Sabathiel-Baracke, die letzte noch weitgehend im Originalzustand erhaltene Häftlingsunterkunft des früheren Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A, schnellstmöglich zu überdachen, um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen. In seiner Sitzung am Montag erteilte das Gremium nun dem dafür erforderlichen Bauantrag das Einvernehmen. Allerdings "nur" mit 19:6 Stimmen, was Köhler nicht so recht gefiel.

Mit so vielen Gegenstimmen habe er nicht gerechnet, stellte der UMB-Stadtrat hinterher überrascht fest. "Hätte ich das geahnt, dann hätte ich eine namentliche Abstimmung beantragt", sagte Köhler, der das Abstimmungsverhalten der Stadträte im Hinblick auf die Kommunalwahl im März als wichtig erachtet.

Geplant ist, die baufällige Baracke mit einer Satteldachkonstruktion aus Profilträgern und schwer entflammbarer Polyesterfolie als Eindeckung zu schützen. Das Grundstück liege in einem Mischgebiet und füge sich in Art und Maß in die Umgebung ein, hieß es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Diskussionswürdig fand Martin Pschorr (SPD) die öffentlichen Zuschüsse. Für die 66 000 Euro teure Überdachung bekomme man einen Förderbetrag von 2500 Euro, berichtete Adalbert Schwenzl, Leiter des städtischen Hochbauamts. Bezüglich einer höheren Förderung der Überdachung habe man wohl schlechte Karten, sagte Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU), bei späteren Arbeiten am Denkmal selbst "schaut es wohl besser aus". Bei weiteren Maßnahmen "werden uns weitere Zuschüsse ins Aussicht gestellt", bestätigte Schwenzl. Pschorr blieb dennoch skeptisch: "Das haben wir bei anderen Vorhaben in der Vergangenheit immer wieder gehört - und rausgekommen sind dann nur Zuschüsse im einstelligen Prozentbereich." Wenn das Denkmal schon als überörtlich relevant eingestuft werde, sollten sich seiner Meinung nach neben der Stadt auch Bund, Land und Kreis an einer "soliden Finanzierung" beteiligen. Auch die Gründung einer Stiftung sei eine Überlegung wert, so Pschorr.

© SZ vom 23.01.2020
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