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Anbindung an den Flughafen:Ein Kilometer Gleis ist fertig

S Bahn

Staubige Angelegenheit: Die Maschine befestigt das neue Gleisbett.

(Foto: Falk Heller)

Die Bauarbeiten für die Neufahrner Kurve kommen voran. Die Flughafen-S-Bahn rutscht ein wenig nach Süden, um den Zügen Platz zu machen

Es läuft wie geschmiert beim Bau der Neufahrner Spange. In den vergangenen Wochen ist in Höhe des Gewerbegebiets Römerweg ein neues Gleis verlegt worden, weil die Flughafen-S-Bahn ein wenig nach Süden rücken muss, damit die Fernzüge für ihre Kurve über die Autobahn in Zukunft genügend Platz haben. Am Pfingstwochenende ist das ein Kilometer lange Gleisstück bereits angeschlossen worden.

Der Zeitdruck durch die Gleissperrzeiten für den Bahnverkehr ist für die beteiligten Baufirmen kein Grund zur Aufregung. Diesmal hatten sie bis Dienstagmorgen, 4 Uhr, Zeit, dann fuhr die Flughafen-S-Bahn der Linie S 1 wieder im 20-Minuten-Takt - und auf dem neuen Gleis.

Es ist Pfingstsonntagabend, es herrscht zwar nicht eben Feiertagsstimmung im Besprechungs-Container der Arbeitsgemeinschaft Neufahrner Nordkurve, doch die Atmosphäre ist entspannt. "Alles im Zeitplan, keine Probleme", meldet Belinda Schäuble von der Bauaufsicht mit einem zufriedenen Lächeln. 16 Leute sind im Einsatz, dazu ist Großgerät angerückt, eine Gleisstopfmaschine. Mindestens doppelt so lang wie zwei Lokomotiven, bewegt sie sich extrem langsam vorwärts, während die paarweise angeordneten automatischen Pickel an ihrem Boden in das Schotterbett stoßen. Für einen Sekundenbruchteil hebt die Maschine die Stahlgleise jeweils an, die Pickel schütteln den groben Schotter darunter, der verkantet daraufhin und bildet eine festes Bett für die Betonschwelle mit den Gleisen. Ohne Stopfmaschine, sagt Belinda Schäuble, "wären hier sicher mehr als 16 Mann im Einsatz". Zentimetergenau arbeitet das Gerät, lasergestützt, versteht sich, vor und wieder zurück.

Ende Juni folgt die nächste Gleissperrung, dann gilt wieder ein 40-Minuten-Takt zum Flughafen. In dieser Zeit fährt die S 1 zum Airport auf dem äußeren, südlichen Gleis, während innen, direkt an der Betonmauer der Autobahn A 92, der erste Betonpfeiler für die künftige Zugbrücke betoniert wird. Mit einer Drehbohranlage wird ein Vortriebsrohr 20 Meter tief in die Erde getrieben, mit Beton ausgegossen und wieder entfernt. 20 Meter, sagt Bauleiter Pascal Kowalewski von der Firma Max Bögl, reichten bei einem Boden wie hier in der Schotterebene aus. Auf der anderen Seite der Autobahn läuft seit Wochen die Schüttung des Dammes, auf dem die Fernbahngleise verlegt werden. Bis zu zwölf Meter hoch muss er werden, um den Höhenunterschied von der Autobahnüberführung zu den Gleisstrecken zu überbrücken. Die mehr als 180 Meter lange Brücke über die Autobahn, führt Kowalewski weiter aus, werde aus Stahl bestehen.

In der kommenden Woche aber heißt es für die Baufirmen an der Neufahrner Nordkurve erst einmal beiseite rücken, die Fläche an der A 92 muss komplett geräumt werden. Grund ist der G7-Gipfel: Wenn die Staatsoberhäupter vom Flughafen nach Schloss Elmau und wieder zurück fahren, darf keine Baustelle unübersichtliche Schwachstellen im Sicherheitskonzept darstellen. Den Zeitplan wird die kleine Zwangspause jedoch nicht in Gefahr bringen, erst Ende 2018 soll die 91 Millionen Euro teure Neufahrner Kurve in Betrieb gehen.

© SZ vom 26.05.2015
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