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Am Hollerner See bei Eching:Alles wieder sicher

Für die Therme vorgesehene Flächen sollen jetzt zurück ins Landschaftsschutzgebiet

Die einstigen Pläne für eine Therme am Hollerner See sind final beerdigt. Der Echinger Gemeinderat hat beim Landratsamt Freising beantragt, die seinerzeit für die Thermenplanung aus dem Landschaftsschutzgebiet "Freisinger Moos und Echinger Gfild" ausgeklammerten Flächen wieder unter Schutz zu stellen. Der rein formale Akt der Wiedereingliederung ins Schutzgebiet verändert an der momentanen Situation gar nichts, allerdings könnte ein Bauwerk wie eine Therme oder die mitgedachte Nordwest-Erschließung jetzt nicht mehr geplant werden.

Als er Landschaftspflege studiert habe, sei in dem Studiengang die Planung des Thermenumfelds am Hollerner See "als absolutes Negativbeispiel" an die Wand projiziert worden, schilderte Gemeinderat Leon Eckert (Grüne). Um die Anbindung an bereits bebaute Gebiete zu erfüllen, eine Genehmigungsvorschrift für eine gewerbliche Nutzung wie die Therme mit angegliederter Hotellerie und Gastronomie, wurde damals vom Geflügelhof bis zum Seeufer ein Gewerbegebiet geplant. Dafür wurden die Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen.

Die damalige Isolierung sei nun "wie ein Dorn im Landschaftsschutzgebiet", erklärte Eckert den jetzt gestellten Antrag der Grünen, den Schritt rückgängig zu machen. "Die Schutzwirkung zur Aufrechterhaltung des regionalen Grüngürtels und als Puffer für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet wurden im Süden geschwächt", argumentierten die Grünen weiter. Die Abrundung des Schutzgebietes nun wäre "richtungweisend für den Erhalt eines breiten, unbebauten Gürtels zwischen Unterschleißheim und Eching".

Bürgermeister Sebastian Thaler hatte vorab Vorbehalte geäußert, weil er die Flächen als Faustpfand aufbewahren wollte, um sie quasi im Tausch anzubieten, falls die Gemeinde mal wieder anderswo Parzellen ausgliedern wolle. Ganz konkret gebe es regelmäßig Anfragen, Flächen mit Fotovoltaikanlagen zu bestücken. Eckert verwahrte sich in der Sitzung dagegen, mit Landschaftsschutz zu handeln. Jedes Projekt müsse da einzeln fachlich bewertet werden, Ausgliederungen ebenso wie Aufnahmen.

CSU, FW und FDP sahen keinerlei Notwendigkeit, den Landschaftsschutz für die Flächen am Seeufer wieder herzustellen. Man vergebe sich nichts, wenn man den Status Quo beibehalte. Mit den Stimmen von SPD, Grünen, "Bürgern für Eching" und ÖDP entschied der Gemeinderat jedoch mit 14:10, den Landschaftsschutz zu beantragen. Mit 23:1 Stimmen wurde die Gemeindeverwaltung dann noch beauftragt, potenzielle Flächen für erneuerbare Energien auszusuchen.

© SZ vom 03.05.2021 / kbh
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