Alles bestens Klinikum in der Gewinnzone

Geschäftsführer Schrödel meldet für 2010 ein Plus von1,9 Millionen Euro - Sanierung des vierten Bauabschnitts kann starten

Von Peter Becker

Die Bilanzen stimmen, die Mitarbeiter sind zufrieden und die Sanierungsarbeiten können nach der Aufnahme in das Krankenhaus-Bauprogramm für die Jahre 2012 bis 2015 und die Aussicht auf einen Zuschuss des Freistaats von 7,5 Millionen Euro ohne Verzögerung in Angriff genommen werden. Das Freisinger Klinikum bleibt also auf Erfolgskurs. Dieses Fazit zog Geschäftsführer Harald Schrödel anlässlich seiner Halbjahresbilanz im Kreistag.

40 Jahre ist das Gebäude C des Krankenhauskomplexes alt, dessen Sanierung als vierter und letzter Bauabschnitt ansteht. Dem Beginn der Arbeiten stimmten die Kreisräte zu. Die Kosten betragen etwa 10,7 Millionen Euro. 7,5 Millionen gewährt die Regierung als Zuschuss. 626 000 Euro kommen vom Landkreis Freising als Aufwandsträger. Das Klinikum muss 3,11 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufwenden. Da kommen die 1,9 Millionen Euro, die das Unternehmen im Jahr 2010 als Gewinn verbuchte, mehr als gelegen. Laut Schrödel gelang es, die Bilanz von 2009 noch einmal um eine halbe Million zu steigern. "Das Geld brauchen wir dringend für unsere Investitionen in die Sanierungsmaßnahmen", unterstrich Schrödel im Kreistag.

Im renovierten Bau soll im Erdgeschoss die Psychiatrische Tagesklinik unterkommen, die derzeit provisorisch im Gewerbegebiet Gute Änger untergebracht ist. Diese bietet Platz für 20 Patienten. Sie gehört zur Isar-Amper-Klinik in Taufkirchen und fällt somit in den Zuständigkeitsbereich des Bezirks. Im ersten Stock befinden sich Onkologie und Palliativstation. In der obersten Etage ist die Psychosomatik untergebracht, die auch Plätze für zehn ambulante Patienten bereithält.

Seit dem Jahr 2003 ging es mit den Geburtenzahlen im Freisinger Krankenhaus bergab. Laut Schrödel gelang es, den negativen Trend im Jahr 2008 zu stoppen. Ende 2010 war der Geschäftsführer des Klinikums noch optimistisch, dass 800 Neugeborene in Freising das Licht der Welt erblicken könnten. Diese Marke wurde knapp verfehlt. FDP-Kreisrat Peter Siemsen suchte nach einer Erklärung für den "Knick bei den Geburtenzahlen". Viele Kliniken in der Umgebung hätten um die Jahrtausendwende herum ihre Kreißsäle modernisiert, nannte Schrödel einen möglichen Grund. "Und wir haben keine eigene Kinderabteilung", fügte er hinzu. In Landshut gibt es dagegen beispielsweise eine eigene Kinderklinik. Platz für eine Kinderabteilung sei vorhanden, antwortete Schrödel auf eine Frage des neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Thalhammer. Doch der Krankenhaus-Planungsausschuss habe einem solchen Vorhaben bislang nicht zugestimmt.

Die Bettenauslastung im Klinikum liegt mit 83,7 Prozent wie schon in den Jahren zuvor weit über dem Bundesdurchschnitt von 77,5 Prozent. Zur Betreuung der Patienten hat das Klinikum weitere 21 Vollzeitkräfte eingestellt. Einer davon ist für die Notaufnahme verantwortlich. Dort sei die durchschnittliche Wartezeit auf mittlerweile 25 Minuten gesunken, sagte Schrödel auf Nachfrage von Toni Wollschläger (Grüne). "Die Beschwerden gehen zurück."

Dass sich auch die Beschäftigten im Klinikum wohlfühlen, bestätigt eine Umfrage unter den Mitarbeitern. Deren Rücklauf von 34 Prozent bezeichnet Schrödel als gut. Normal seien 22 Prozent. Jeweils über 80 Prozent der Antwortenden sind mit ihrem Arbeitgeber und ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Sie sind stolz auf die Qualität ihrer Arbeit und würden das Klinikum weiterempfehlen.