Mangelhaftes Nachtflugverbot "Nachts um elf, das ist die Hölle"

Die Acheringer wünschen sich eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Immerhin: Das Anruf-Sammeltaxi fährt nun öfters.

(Foto: Florian Peljak)

Acheringer beschweren sich in der Bürgerversammlung über Fluglärm am späten Abend. Außerdem hoffen sie auf einen Bus von Freising nach Garching, der auch in Achering hält.

Von Johann Kirchberger, Freising

Rechnet man Haupt- und Nebenwohnsitze zusammen, dann leben in Freising derzeit 50 538 Personen. 228 davon, vier mehr als im Vorjahr, sind es im Ortsteil Achering. Etwa 25 waren am Dienstag im Gasthaus Schredl, wo Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher den Reigen seiner Bürgerversammlungen eröffnete.

Nachtflüge im Zwei-Minuten-Takt

Was die Acheringer ärgert, sind die vielen parkenden Lastwagen an der Kirche und am Milanweg und die nächtliche Fliegerei. Ein Nachtflugverbot, "gibt's das überhaupt noch?", wurde der OB gefragt. Von 22 bis 24 Uhr sollten eigentlich nur noch leise Flugzeuge fliegen dürfen, "aber die werden nicht leiser, die werden immer lauter". Im Zwei-Minuten-Takt würden die Flugzeuge direkt über Achering fliegen, "nachts um elf, das ist die Hölle".

Eschenbacher stellte auch die großen Vorhaben der Stadt vor, beginnend mit dem Hochwasserschutzkonzept - "da ist noch nichts konkret" -, dem Hallen-/Freibad - "ich bin zuversichtlich, dass wir noch heuer eröffnen" - und der Innenstadtsanierung - "die wird uns noch länger beschäftigen". Genau gesagt bis zum Jahr 2023.

Noch heuer fertig gestellt werde der Umbau der General-von-Nagel-Straße und der Weizengasse, sagte der OB, nächstes Jahr arbeite man sich bis zum Marienplatz vor. Damit die Innenstadt, wenn auch nur kurz, wieder mit dem Bus erreicht werden kann, würden von Dezember bis Februar Minibusse eingesetzt, die am Bahnhof losfahren, versprach Eschenbacher.

Der Bürgermeister stellt Stadtprojekte vor

Gut voran komme man mit der Sanierung des Asamgebäudes, optisch eine der größten Veränderungen für das Stadtbild. 2021, so der OB, sei mit der Fertigstellung zu rechnen. Noch in diesem Herbst soll die neue achtgruppige Kindertagesstätte am Wettersteinring in Betrieb gehen, vermutlich im nächsten Jahr werde man aber schon die nächste Kita planen müssen. Derzeit habe man zwar genügend Räumlichkeiten für die Betreuung der Kinder, akuter Mangel herrsche jedoch beim Personal. Deshalb wolle man im städtischen Neubau an der Katharina-Mair-Straße auch Appartements für Erzieherinnen bauen, "wir müssen Kräften von außerhalb etwas bieten". Größtes Hochbauprojekt aller Zeiten seien jedoch die Schulen am Steinpark, die bis 2022 stehen sollen und mehr als 70 Millionen Euro kosten werden.

Was den Bau kostengünstigen Wohnraums angeht, zeigte sich Eschenbacher skeptisch. Das Grundstück an der Katharina-Mair-Straße gehöre der Stadt, an der Haindlfinger Straße habe man auch ein Areal, ansonsten sei die Lage schwierig. Die Münchner Grundstückspreise "sind bei uns angekommen", so der OB. Auch seien viele Sozialwohnungen zuletzt aus der Preisbindung herausgefallen. Vor Jahren habe die Stadt noch 1800 Wohnungen gehabt, derzeit seien es nur noch knapp 1200.

Radweg zwischen Achering und Pulling wird ausgebaut

Was den Ausbau der Radwege in der Stadt angeht, bewertete der OB die Erweiterung der Brückenkappen an der Luitpoldbrücke für 9,5 Millionen Euro positiv. "Da hat der Stadtrat ein wenig draufgelegt", nun könnten Radwege angelegt werden. In Planung sei der südliche Isarsteg zwischen der Savoyer Au und dem Seilerbrückl, er erwarte jedoch Konflikte mit dem Naturschutz bei der Umsetzung. Eschenbacher kündigte auch einen Ausbau der Radwege zwischen Achering und Pulling an. Auch ein kreuzungsfreier Radschnellweg über Garching nach München werde wohl kommen. Hierzu gebe es erst Grundüberlegungen.

Ein Riesenvorteil für Achering wäre eine Busverbindung von Freising nach Garching. "Da sind wir dran", sagte der OB, die Landräte von Freising und München stünden dahinter. Ähnlich sei es mit der immer wieder geforderten Verlängerung der U 6 von Garching zur S 1 nach Neufahrn. Noch lieber wäre ihm eine Verlängerung gleich bis Weihenstephan. Alle seien hier mit im Boot, sagte er, "jetzt hoffe ich nur, dass das auch mal was wird". Schon bald kommen wird dagegen eine Verbesserung des Anrufsammeltaxis von Achering nach Freising. Die Anmeldezeit werde auf 30 Minuten verkürzt, die Zahl der Sammeltaxis von derzeit sieben auf neun pro Wochentag erhöht. Samstags werde es vier Fahrten geben. Geplant sei auch, zur bisherigen Haltestelle am Gasthaus Schredl eine zweite am Milanweg 17 einzurichten.