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Flüchtlinge:Was der Veranstalter gegen Schwarzmarkt für das "Danke"-Konzert unternimmt

Grönemeyer spielt beim Danke-Konzert auf dem Königsplatz

Tritt ohne Gage auf dem Königsplatz auf: Herbert Grönemeyer.

(Foto: Erik Weiss/oh)
  • Die meisten Karten für das Solidaritäts-Konzert auf dem Königsplatz sind weg. Nun gibt es erste Schwarzmarkt-Angebote.
  • Die Organisatoren reagieren harsch darauf - und haben sich Gegenmittel überlegt.
  • Bei dem Gratis-Konzert am Sonntag auf dem Königsplatz treten unter anderem Herbert Grönemeyer, Wanda und Fettes Brot auf.

Von Kassian Stroh

Was der Organisator über Schwarzmarkthändler denkt

Der Anbieter fasst sich kurz. "Hallo habe Karten abzugeben Bis dann" schreibt er auf einer Online-Börse - und er schreibt einen Preis dazu: 20 Euro. Die Summe verlangt er für eines der Gratis-Tickets, die seit Dienstag für das Solidaritäts-Konzert "Wir. Stimmen für geflüchtete Menschen" auf dem Königsplatz ausgegeben werden. Es war zu erwarten, dass bei einem Konzert, das so viel Interesse weckt, auch ein Schwarzmarkt entsteht.

Till Hofmann, der mit den Sportfreunden Stiller das Open-Air organisiert und unter anderem Herbert Grönemeyer und Wanda für einen Auftritt gewonnen hat, findet solche Angebote trotzdem gar nicht komisch. Er bedenkt diejenigen, die nun Tickets verkaufen wollen, mit nicht zitierfähigen Ausdrücken. "Verhindern kann man das nicht", sagt Hofmann, doch er will dem Geschäft zumindest ein bisschen den Boden entziehen.

Wie er dagegen vorgeht

"Wir haben probiert, dagegen vorzugehen", berichtet er, doch das sei selten von Erfolg gekrönt. Auch habe man Ebay gebeten, solche Einträge zu löschen - offenbar mit Erfolg. Denn am Mittwochnachmittag finden sich auf der Kleinanzeigen-Seite des Konzerns keine Ticketangebote mehr.

Erfolg erhofft sich Hofmann auch von einem zweiten Weg: Bis zum Wochenende wollen die Organisatoren noch einige Karten freigeben. "Jeden Tag ein bisschen, um das zu entschärfen", wie Hofmann sagt. Die Karten würden im Büro der Lach & Schieß ausgegeben - wann, das erfahren Interessenten kurzfristig auf der Facebook-Seite des Konzerts. Deshalb glaube er, dass der Schwarzmarkthandel "nicht aus dem Ruder laufen" werde, sagt Hofmann.

Insgesamt passen auf den Königplatz, wo am Mittwoch die Aufbauarbeiten begonnen haben, knapp 24 000 Menschen. 12 000 Tickets wurden am Dienstag über München-Ticket ausgegeben, sie waren binnen einer Stunde weg. Der Rest wird von den Organisatoren an Flüchtlinge und Hilfsorganisationen vergeben.

Bei dem Konzert, das um 17 Uhr beginnt, treten auch Fettes Brot, Judith Holofernes, The Notwist, die Sportfreunde Stille, Fiva und weitere Künstler auf.

© SZ.de/sekr
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