Flüchtlinge in München"I love Germany"

Mehr als 20 000 Flüchtlinge sind allein am Wochenende am Münchner Hauptbahnhof angekommen. Sie haben eine teils abenteuerliche Flucht hinter sich. Vier von ihnen erzählen ihre Geschichte.

Amin Mohammed

Die Nacht ist kalt geworden am Münchner Hauptbahnhof. Es ist 23 Uhr und noch immer kommen Flüchtlinge an, unter ihnen viele Kinder. Müde gehen sie über die Stufe aus der Ankunftshalle nach unten zum Gesundheitscheck. Ein Helfer trägt eine Babytasche, darin ein zwei Monate altes Baby.

"Mein Kind", sagt Amin Mohammed stolz. Er ist mit seiner Frau und dem Baby aus "Syria" geflüchtet, 30 Tage lang, durch die Türkei, Griechenland, Mazedonien und weiter nach Ungarn. Sieben Tage mussten sie mit dem Neugeborenen in Budapest aushalten, "es war schrecklich", sagt er. Seine erste Frau sei im Krieg gestorben, er musste drei Kinder in Damaskus zurücklassen. "I love Germany", sagt er dann. Und er habe sogar Vorfahren hier, Verwandtschaft von vor etwa 300 Jahren. Er ist Kaufmann von Beruf, er will hier lernen und arbeiten, um seinen Kindern ein bessere Zukunft zu bieten.

7. September 2015, 09:152015-09-07 09:15:26 © SZ vom 07.09.2015/vewo