bedeckt München
vgwortpixel

Fall Müller-Wohlfahrt:Milde Haftstrafen für Betrüger

Wurde betrogen: Karin Müller-Wohlfahrt (hier mit ihrem Mann Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt).

(Foto: Florian Peljak)

Sie lockten Karin Müller-Wohlfahrt mit hohen Renditen und prellten sie um 570.000 Euro. Doch weil die Frau des FC-Bayern-Docs ihnen das Vermögen leichtfertig überließ, sind drei Betrüger vor Gericht glimpflich davongekommen.

Karin Müller-Wohlfahrt, die Frau des Mannschaftsarztes des FC Bayern, legte ihre Ersparnisse entgegen guter Ratschläge bei einer dubiosen Schweizer Briefkastenfirma an. 570.000 Euro waren am Ende verloren. Weil die Frau nach Auffassung des Landgerichts München I ihr Geld leichtfertig einem Betrüger-Duo überlassen hatte, kamen die Männer am Montag vor der 5. Strafkammer mit verhältnismäßig milden Freiheitsstrafen davon.

Das Gericht unter dem Vorsitz von Peter Noll verurteilte den 64 Jahre alten Karlheinz I. wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Ulrich K., 57, muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. "Trotz weihnachtlicher Stimmung" sei die Schadenssumme für eine Bewährung zu hoch gewesen, so Noll. Ein dritter Angeklagter - der 65-jährige Peter S. hatte einen Teil des Geldes für I. und K. investiert und damit leichtfertig Geldwäsche betrieben - muss 2700 Euro Geldstrafe zahlen.

Prozess Mit dem Falschen angelegt
Müller-Wohlfahrt betrogen

Mit dem Falschen angelegt

Erst lockte ein "Finanzcoach" sie mit übertrieben hohen Renditen, dann verlor Karin Müller-Wohlfahrt ihr gesamtes Vermögen. Vor Gericht schildert FC-Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, wie der Angeklagte seine Frau um 570.000 Euro brachte - obwohl dieser von Anfang an einen halbseidenen Eindruck machte.   Von Christian Rost

Der Prozess hatte teils "folkloristische Züge", wie der Vorsitzende anmerkte. Besonders Karlheinz I., ein gelernter Drucker, spannte mit seinen Einschätzungen über das Investmentgeschäft im Allgemeinen gewaltige Bögen. Ähnlich redselig hatte er sich auch bei diversen Treffen mit Karin Müller-Wohlfahrt gegeben und sie davon überzeugt, ihm ihre gesamten Ersparnisse für Spekulationen am Rohstoffmarkt zu überlassen. Der Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt warnte seine Frau noch vor I., der ihm ziemlich windig vorkam. Sie investierte trotzdem.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Bandenbetrugs mehr als vier Jahre Haft für die Hauptangeklagten gefordert Dafür reichte es laut Noll nicht, weil nur zwei Männer noch keine Bande bilden könnten.