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Fachkräftemangel:CSU will Pflegefachkräfte bei Mieten und Kinderbetreuung bevorzugen

Die SPD kritisiert den Vorstoß - er spiele verschiedene Berufsgruppen gegeneinander aus

Um mehr Pflege-Fachkräfte anzulocken, will die Rathaus-CSU die Arbeit dieser Personengruppe in den Mittelpunkt der städtischen Gesundheitspolitik rücken. Der Mangel an Fachkräften nehme mittlerweile Ausmaße an, "die ein sofortiges Gegensteuern auf allen Ebenen erfordern". Immer wieder fielen Operationen aus, Patienten müssten in Notaufnahmen lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder würden sogar ganz abgewiesen. Ein wesentlicher Teil des Problems seien die hohen Mieten, weshalb die CSU beantragt, die städtischen Wohnungsgesellschaften sollten priorisiert für Pfleger vergünstigte Wohnungen anbieten. Wünschenswert sei es, wenn sich auch der Freistaat mit eigenen Wohnungen daran beteiligen würde.

Zudem soll nach Willen der Christsozialen der MVV für Alten- und Krankenpflegekräfte kostenlos werden. Bei der Kinderbetreuung solle für den Mangelberuf ein gesondertes Kontingent bereitgestellt werden. Sinnvoll sei auch ein städtischer Zuschuss von monatlich 200 Euro für alle Pflegekräfte.

SPD-Stadträtin Anne Hübner kritisierte diese Forderung als leeres Wahlkampfversprechen. Die Stadt habe eine solche Zulage bereits prüfen lassen - sie sei rechtlich nicht möglich. Das sei der CSU bekannt. Und auf dem Wohnungsmarkt sei es angesichts begrenzter Kapazitäten nicht sinnvoll, verschiedene Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen. Wer für eine davon ein fixes Kontingent schaffe, verringere die Chancen der anderen.

© SZ vom 06.02.2020 / dh

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