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Erinnerungskultur:Stadträte in Israel unterwegs

"Im Gedenken" steht auf dem Kranz, geschmückt mit einer Schleife in den Stadtfarben, schwarz und gelb. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers hat diesen Kranz am Donnerstag in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem niedergelegt; es ist das erste Mal, dass die Stadt dort offiziell an die Opfer der Nazis erinnert hat. Die Zeremonie nach einer dreistündigen Führung durch den Regen von Jerusalem sei bedrückend und sehr bewegend gewesen, sagt Küppers.

Der Kulturausschuss des Stadtrats bereist derzeit Israel, um sich mit der Erinnerungskultur zu beschäftigen; im Stadtrat steht ein neuer Beschluss über das geplante zentrale Mahnmal für alle Münchner Opfer der Nazis an. Die fünftägige Reise führt die Stadtpolitiker nach Tel Aviv und Jerusalem. Man suche auch Kontakt mit Künstlern, sagt Küppers. Und es gehe darum, die zu treffen, die aufmerksam beobachten, wie in Deutschland erinnert wird, sagt Stadtrat Marian Offman (CSU).

Konfrontiert wurden die Münchner dabei auch mit der Gegenwart: Am Donnerstagabend waren sie in Tel Aviv, als dort Raketen aus dem Gazastreifen einschlugen. Sie seien in einem Restaurant gewesen, als sie das Knallen und die Sirenen hörten, erzählt Offman. Die Einheimischen hätten aber unaufgeregt reagiert; sie vertrauten auf den Abwehrschirm.

© SZ vom 16.03.2019 / wet

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