Erinnerungskultur

Kampf gegen Antisemitismus
:Landgericht Bayreuth für NS-Forschungsprojekt ausgezeichnet

Am Beispiel der Bayreuther Justiz wurde aufgezeigt, welche Rolle die deutsche Justiz in der NS-Zeit gespielt hatte. Zudem wurde der Umgang mit Justiz-Unrecht nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet.

ExklusivRechtsextremismus
:NSU-Dokuzentrum ausgebremst

Die Bundesregierung wollte die Verbrechen der Terrorgruppe an einem Erinnerungsort aufarbeiten. Doch im Haushaltsentwurf für 2027 sind keine Mittel dafür vorgesehen. Die Grünen sprechen von einem „fatalen Signal“.

SZ PlusVon Roman Deininger und Uwe Ritzer

NS-Geschichte
:Ausstellung zum Stalag Moosburg im Neufahrner Rathaus

Die vom Stadtarchiv Moosburg konzipierte Ausstellung beleuchtet die Geschichte des Stalag VII A und setzt sich mit den Schicksalen der Kriegsgefangenen sowie mit Fragen der Erinnerungskultur auseinander.

Vor der Vollversammlung im Rathaus
:Morgendliches Zeichen gegen Antisemitismus

Vertreter der Stadtratsfraktionen, der jüdischen Gemeinden und anderer gesellschaftlicher Gruppen treffen sich vor dem Münchner Rathaus zum Fototermin: „Antisemitismus? Ohne mich!“, lautet ihre Botschaft. Zwei Parteien wurden allerdings außen vor gelassen.

Von Anna Hoben

NSDAP-Mitgliederkartei
:„Wie viel Schmerz und Leid über Jahrzehnte weggeredet wurde!“

Beide Großväter waren in der SS, der Vater arbeitete bei der Stasi: Die frühere Spitzensportlerin und heutige Autorin Ines Geipel über das Schweigen in Familien – und die Chance, die jetzt in der NSDAP-Mitgliederkartei liegt.

SZ PlusInterview von Joachim Käppner und Mareen Linnartz

Fußball im KZ Dachau
:Eine Auszeit vom Terror für 90 Minuten

Im Konzentrationslager Dachau spielten Häftlinge Fußball, zu Propagandazwecken und später auch zur Arbeitsmotivation. Es war nur eine kurze Ablenkung von Folter und Mord.

Von Peter Bierl

Geschichtspolitik
:Ein Ende der Ehre für Hindenburg

In Deutschland gibt es immer noch eine dreistellige Zahl von Straßen und Plätzen, die nach Hitlers entscheidendem Förderer Paul von Hindenburg benannt sind. In Berchtesgaden hat sich ein Unternehmer eine demokratische Umbenennung zum Ziel gesetzt.

Von Matthias Köpf

Erinnerungskultur
:Geschichte, die weiterwirkt

Rhiannon Moutafis erforscht in Wolfratshausen die Auflösung des Lagers Föhrenwald. Für ihre Dissertation wertet die junge Historikerin Akten aus – und stößt dabei auf die Menschen dahinter und Biografien mit „Romanpotenzial“.

Von Paul Schäufele

Notizen aus meinem Leben
:Verblutet auf der Intensivstation der Erinnerung

Über die Fantasie als unsere einzige sichere Währung – und warum das Erzählen manchmal wichtiger ist als das Erleben. Folge 13 von Heidenreichs Fundstücken.

SZ PlusVon Elke Heidenreich

Lueger-Statue in Wien
:Antisemit in Schieflage

Karl Lueger war Bürgermeister von Wien und Vorbild für Adolf Hitler. Bis heute erinnert eine Statue an ihn. Nicht nur die jüdische Gemeinde fordert, sie zu entfernen. Die Stadt Wien hat sich nun für die schwierigste Form des Umgangs entschieden.

SZ PlusVon Verena Mayer

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Lobbyist für die Opfer des Unrechts

Björn Mensing, Pfarrer der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte, geht in den Ruhestand und verlässt Dachau. Er hat die Erinnerung an die NS-Opfer 20 Jahre lang geprägt.

Von Thomas Radlmaier

Mühldorfer Hart
:Der lange Weg zu einem würdigen Gedenken an die NS-Verbrechen

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs starben Tausende KZ-Häftlinge beim Bau einer Rüstungsfabrik im Mühldorfer Hart. Heute wird das Areal oft als Abenteuerspielplatz gesehen. Das soll nicht so bleiben.

Von Matthias Köpf

Erinnerungskultur
:Dachaus Straßennamen kommen auf den Prüfstein

Im neuen Stadtrat steht die überfällige Debatte über historisch belastete Persönlichkeiten an. Die Fraktionen wollen das Thema bald auf die Tagesordnung bringen. Ein Name wird dabei im Mittelpunkt stehen: Ludwig Thoma.

Von Helmut Zeller

Zukunftszentrum Halle
:„Wir werden kein DDR-Museum sein“

Uta Bretschneider ist seit Mai Programmdirektorin des Zukunftszentrums in Halle. Im Interview erklärt sie, was Westdeutsche noch über den Osten lernen müssen und welche Parallelen es zwischen deutscher Einheit und Bergbau gibt.

SZ PlusInterview von Iris Mayer

Bayerns Beauftragter gegen Antisemitismus
:„Werden die Demokraten wie in Weimar noch mal versagen?“

Ex-Kultusminister Ludwig Spaenle steht vor einem Comeback im Landtag. Das treibt ihn weit weniger um als ein möglicher Wahlerfolg der AfD in Ostdeutschland. Er fordert einen Aktionsplan gegen die „Machtergreifung“.

SZ PlusVon Johann Osel

MeinungMünchen
:Die „Hauptstadt der Bewegung“ wird zur Stadt der Erinnerung

Es braucht Orte, die das Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen lebendig halten. Der Standort für das geplante Yad-Vashem-Zentrum ist deshalb klug gewählt.

SZ PlusKommentar von Linus Freymark

Dachauer Friedenskirche
:Gedenken an Ruth Ziegler

Die damals 13-Jährige wurde im November 1938 zusammen mit ihren Großeltern von den Nazis aus Dachau deportiert.

Stolpersteine
:Erinnerung eingepflanzt

Der Künstler Gunter Demnig hat acht neue Stolpersteine in Dachau verlegt. Sie zeugen von NS-Verbrechen, die einst direkt in der Nachbarschaft begangen wurden. Und sie sollen eine Mahnung für die Gegenwart sein.

SZ PlusVon Thomas Radlmaier

Antisemitismus
:Drohbrief mit Patrone gegen jüdische Gemeinde: Mutmaßlicher Täter ermittelt

Im Februar soll der 67-Jährige aus Niedersachsen den Brief mit Todesdrohungen nach München verschickt haben. Was bislang über ihn bekannt ist.

Von Helmut Zeller

Erinnerungsort Badehaus
:Rundgang mit Sybille Krafft und dem Zeitzeugen Reiner Berchtold

Die Vorsitzende des Trägervereins und der ehemalige Bürgermeister von Wolfratshausen führen am 24. Mai durch die Sonderausstellung „Fußball, Boxen, Turnen – Sport in Föhrenwald und Waldram“.

Erinnerungskultur
:Acht neue Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

Im November 1938 standen SA‑Männer vor der Tür von Heinrich und Hedwig Hirsch, um sie aus Dachau zu vertreiben. Jetzt erinnern Stolpersteine vor ihrem letzten Wohnort an sie und an weitere Opfer des Nationalsozialismus.

Von Thomas Radlmaier

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Virtuelles Gedenken an die Ermordeten

Die Namen von mehr als 33 000 Opfern sind im Gedenkbuch „Die Toten des KZ Dachau 1933–1945“ aufgelistet. Seit Kurzem ist es auch online verfügbar.

Von Thomas Radlmaier

Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Dachau
:„Der Holocaust begann mit Worten“

An der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau mahnen Überlebende 81 Jahre nach der Befreiung, Menschenwürde und Demokratie zu verteidigen – gerade heute. Zwei von ihnen wurden im KZ geboren.

Von Paul Krauß

Gedenken
:Den Stab der Erinnerung weitergeben

Im Würmtal wird am Samstag an die Opfer des Todesmarsches von 1945 erinnert, in dem KZ-Häftlinge aus Dachau zum Kriegsende nach Süden getrieben wurden.

Von Annette Jäger

Buchenwald-Überlebender
:„Ich habe im hohen Alter noch einmal ein neues Leben begonnen“

Andrei Moiseenko ist einer der letzten Überlebenden des KZ Buchenwald – und feiert am 1. Mai seinen 100. Geburtstag. Über einen Mann, dessen Energie größer zu werden scheint.

SZ PlusVon Thomas Radlmaier

Erinnerungskultur
:„‚Nie wieder‘ ist zu einer hohlen Phrase verkommen“

Zum Jahrestag der Befreiung des ehemaligen KZ Dachau hinterfragt die Tiktok-Influencerin Susanne Siegert die etablierte Erinnerungskultur. Sie findet, Gedenken darf auch Arbeit machen.

SZ PlusInterview von Jessica Schober

Archäologie
:„Wir graben aus, was wirklich war“

Der Archäologe Sikko Neupert bringt Vergessenes ans Licht, im buchstäblichen Sinn. Er sucht im Boden nach Spuren aus der NS-Zeit. Warum seine Arbeit mit dem Verschwinden der Zeitzeugen immer wichtiger wird.

Von Thomas Radlmaier

Abschied von Dieter Reiter
:„Unsere Zusammenarbeit hatte Handschlagqualität“

Nach zwölf Jahren endet die Amtszeit von OB Dieter Reiter: Woran sich Markus Söder, Charlotte Knobloch, sein Nockherberg-Double und andere Wegbegleiter erinnern.

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Erinnern an den Horror

Zum 81. Jahrestag der Befreiung wird von Freitag, 1., bis Sonntag, 3. Mai, auf zahlreichen Veranstaltungen der Opfer des NS-Konzentrationslagers gedacht.

Gedenken an die NS-Opfer
:Erinnern an der Endstation

Am 30. April 1945 wurde in Seeshaupt ein Güterzug mit 2000 KZ-Häftlingen befreit, viele überlebten nicht. Zum Jahrestag findet dort am Mahnmal eine Gedenkfeier statt.

Von Sabine Bader

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Rundgang durch den Kräutergarten

Am 29. April gibt es eine Führung durch die einstige landwirtschaftliche Versuchsanstalt der SS, dort werden neue Infotafeln angebracht.

Am Mahnmal am Landratsamt
:Gedenken an den Todesmarsch in Starnberg

In Starnberg wird am Sonntag, 26. April, der Opfer der letzten Phase des NS-Genozids an den Juden in Deutschland gedacht.

Gedenkstätten
:Evangelische Kirche richtet Erinnerungsarbeit neu aus

Die evangelische Landeskirche strukturiert ihre Erinnerungsarbeit in Bayern neu. Pfarrer Björn Mensing geht in Ruhestand – seine Nachfolge ist bereits ausgeschrieben. Was sich ändert.

Von Thomas Radlmaier

Debatte
:Es muss wehtun

Das Erinnern an die Naziherrschaft und deren Ende ist keine nette Angelegenheit. Warum man das nur gutheißen kann, zeigen die Diskussionen um den Gedenktag zur Befreiung von Buchenwald.

SZ PlusEssay von Claudius Seidl

Erinnerungsort Badehaus
:Die weibliche Seite des Bösen

Der Schauspieler Rufus Beck liest in Waldram aus dem Roman „Der Vorleser“, die Badehaus-Vorsitzende Sybille Krafft beleuchtet mit ihrem Team die Rolle der KZ-Aufseherinnen.

Von Felicitas Amler

Exklusiv81 Jahre Befreiung des KZ Buchenwald
:Die Barbarei beginnt nicht mit dem ersten Schuss

„Ich habe lange gebraucht, um über das Schicksal von Opa Hermann zu sprechen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen“: Hape Kerkelings Rede zum Gedenktag der Befreiung des KZ Buchenwald, in dem sein Großvater drei Jahre seines Lebens verlor.

SZ PlusGastbeitrag von Hape Kerkeling

Holocaust
:Was habt ihr gewusst?

Der Holocaust war auch deshalb möglich, weil sich die deutsche Gesellschaft im Alltag schrittweise daran gewöhnte, dass Juden entrechtet und ermordet wurden. Das dokumentiert eine Berliner Ausstellung. Ein blinder Fleck aber bleibt.

SZ PlusVon Gustav Seibt

Polen
:An Rosa Luxemburg will man sich hier nicht erinnern

War sie eine gefährliche antipolnische Kommunistin? Eine jüdische Vorkämpferin der Arbeiterbewegung? Warum im polnischen Zamość, der Geburtsstadt der Politikerin, keine Gedenktafel angebracht werden darf.

SZ PlusVon Viktoria Großmann

Erinnerungskultur
:Den Namen ihre Geschichte geben

Schülerinnen und Schüler des Münchner Theodolinden-Gymnasiums haben sich mit den Biografien ehemaliger Gefangener des KZ Dachau befasst und das „Gedächtnisbuch“ der Gedenkstätte fortgeschrieben.

Von Dorothea Friedrich

Feierstunde in München
:Stabwechsel bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft

Reinhard Röttle geht, Andreas Wimmer kommt, die Kernaussage bleibt. Was eine Feierstunde am ungewöhnlichen Ort über das Innenleben der bayerischen Justiz verrät.

Von Martin Bernstein

Zeitzeugengespräch in Wolfratshausen
:Knobloch ermahnt Schüler zu Einsatz für die Demokratie

In einer Wolfratshauser Schule beantwortet Charlotte Knobloch Fragen von Acht- und Neuntklässlern. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München warnt vor der AfD und spricht über die Verunsicherung von Juden in Deutschland.

Von Klaus Schieder

Geburtstagsfeier für Japans Kaiser in München
:Grüntee zur Brezn

Beim Empfang des japanischen Generalkonsulats aus Anlass des Kaisergeburtstages zeigt sich, wie eng das Land mit Bayern verbunden ist – und auch so einiges Überraschende.

Von René Hofmann

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Das Schicksal der weiblichen Häftlinge

Bei einem Themenrundgang am 8. März, dem Internationalen Frauentag, geht es um Frauen im Konzentrationslagersystem.

Themenrundgang in Dachau
:Erinnerungskultur im Wandel

Seit 80 Jahren wird in Dachau der ehemaligen KZ-Häftlinge gedacht. Bei einem Rundgang am 28. Februar geht es darum, welche Ansätze es dazu gab.

Dänemark
:„Das scheint das Wichtigste zu sein: dass sie Brüste zeigen“

In Dänemark gibt es vor allem zwei Arten von öffentlichen Statuen. Statuen, die wichtige Männer darstellen, und Statuen, die nackte Frauen zeigen.  Schluss damit, sagt die Autorin Maren Uthaug.

SZ PlusInterview von Alex Rühle

Erinnerungskultur
:„Es ist bewegend, dass sich mein jüdischer Körper hier sicher fühlt“

In Weiß gekleidet wandern Frauen die Todesmarsch-Route in umgekehrter Richtung nach Dachau: Mit dabei sind Nachfahrinnen von KZ-Überlebenden aus den USA und von deutschen NS-Tätern. Gemeinsam wollen die „Women in White“ Friedensarbeit leisten, die über Worte hinausgeht.

SZ PlusVon Jessica Schober

Politische Bildung
:Zuhören und scrollen gegen den Hass auf Juden

Mit einem Digitalprojekt möchte das Max-Mannheimer-Studienzentrum in Dachau Jugendliche dazu anregen, über Antisemitismus zu reflektieren. Es beleuchtet jüdisches Leben in Deutschland anhand der Biografien von Holocaust-Überlebenden und einer jungen Frau heute.

Von Helmut Zeller

SZ-Podcast „In aller Ruhe“
:„Wir finden koloniale Orte an jeder Ecke“

Gehört der deutsche Kolonialismus in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes? Die Historikerin Manuela Bauche sagt: Ja. Sie plädiert für ein solidarisches Erinnern.

SZ PlusVon Carolin Emcke

Weiße-Rose-Gedächtnisvorlesung
:„Wir leben wieder in einer Zeit, in der etwas zu tun ist“

Die Gedenkveranstaltung für die NS-Widerstandsgruppe Weiße Rose nutzt die Journalistin Natalie Amiri zu einem eindringlichen Appell: für die Freiheit, gegen die Gleichgültigkeit.

Von Katharina Haase

Holocaustgedenken in Ebersberg
:Erinnerung an die Namenlosen

Auf dem alten Ebersberger Friedhof entsteht ein neuer Erinnerungsort: Eine Metallstele nennt sechs Menschen, die dem Nazi-Regime zum Opfer fielen. Recherchiert und initiiert hat das Projekt der frühere Stadtrat Robert Schurer, gestaltet wurde es von Bildhauer Matthias Larasser‑Bergmeister.

Von Alexandra Leuthner

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