Erinnerungskultur

SZ PlusMeinungRechtsextremismus
:Der Gedenkort gehört in die Mitte, nach Berlin

Jeder Anschlag der Terrorgruppe NSU war auch ein Anschlag auf die offene, freie Gesellschaft. Deshalb ist ein zentraler, gut erreichbarer Erinnerungsort so wichtig.

Kommentar von Annette Ramelsberger

CSU-Spitzenpolitiker
:Alois Glück ist tot

Landtagspräsident, Fraktionschef, Moderator: Die bayerische Politik trauert um einen allseits respektierten Mann. Das Bedauern ist parteiübergreifend groß.

SZ PlusUN-Generalsekretär in der Synagoge
:Ein Signal, das weit über München hinausstrahlt

Am Vorabend der Siko besucht António Guterres die Synagoge am St.-Jakobsplatz. Nach seinen Äußerungen zum Überfall der Hamas ist die Skepsis der jüdischen Gemeinde anfangs groß. Doch dann kann man Vertrauen beim Wachsen zusehen.

Von Roman Deininger

Nationalsozialismus
:Auf den Spuren der Verfolgten

Im Max-Mannheimer-Studienzentrum zeichnen Schüler aus Darmstadt das Leben von Menschen nach, die sich gegen das NS-Regime wehrten. Benotet wird ihre Arbeit nicht - und das finden sie auch gut so.

Von Lisa Nguyen

SZ PlusErinnerungskultur
:Was passiert, wenn wir nicht rechtzeitig aufstehen

Wenn Zeitzeugen nicht mehr leben, braucht es andere Wege, jungen Menschen die Geschichte der Shoah nahezubringen. Schüler haben nun ein Computerspiel entwickelt, das dabei helfen kann - und sogar Spaß macht.

Von Kathrin Aldenhoff

SZ PlusReihe "55 Voices for Democracy"
:Zangenangriff von rechts und links

Kritik an der "deutschen Erinnerungskultur" kommt gerade von der AfD sowie von Postkolonialisten. Umso wichtiger wird der Rückblick auf ihre Entstehung.

Gastbeitrag von Norbert Frei

SZ PlusNationalsozialismus
:Tante Olga bringt die Familie zusammen

Weil sie Jüdin ist, wird Olga Maier 1942 ermordet. Aus der halben Welt reisen Angehörige nach München, weil die Stadt ihrer mit Erinnerungszeichen und Ausstellung gedenkt. Und im Museum gibt es einen ganz besonderen Geburtstagskuchen.

Von Bernd Kastner

SZ PlusBonnefantenmuseum Maastricht
:Die Geschichte des geliebten Großvaters

Der Künstler Shinkichi Tajiri war niederländisch-amerikanisch mit japanischer Abstammung - und oft zwischen den Fronten. Jetzt widmen ihm seine Enkel eine berührende Ausstellung.

Von Max Florian Kühlem

SZ PlusSchicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus
:Sollte ein Dirigent mit NS-Vergangenheit weiter mit Straßennamen geehrt werden?

Vor ein paar Monaten ist in Würzburg eine Straße umbenannt worden. Sie trägt nun statt des Namens eines Komponisten den Namen einer Tänzerin, deren Karriere die Nazis zerstörten. Nicht für jeden Anwohner ist das nachvollziehbar. Ein Besuch.

Von Olaf Przybilla

SZ PlusErinnerungskultur
:Elend und Doppelmoral

In Daniel Arkadij Gerzenbergs Gedichtband "Wiedergutmachungsjude" wird ein jüdischer Junge von einem Kinderarzt missbraucht - und das Verbrechen zum Symptom deutscher Schuldbewältigung.

Von Insa Wilke

SZ PlusMeinungPrantls Blick
:Gott soll um Verzeihung bitten

Vor sechzig Jahren begann der Auschwitz-Prozess. Es war dies, zwanzig Monate lang, ein Blick in die Hölle auf Erden.

Von Heribert Prantl

Außenpolitik
:Söder reist nach Israel

Der bayerische Ministerpräsident nennt das erste Reiseziel seiner neuen Amtszeit "eine bewusste Entscheidung". Er wolle Solidarität mit dem Land zeigen.

Von Andreas Glas

Jüdisches Lichterfest
:OB Reiter entzündet die erste Kerze auf dem Chanukka-Leuchter

Bis zum 15. Dezember kommt täglich ein Licht dazu. Der Chanukka-Leuchter wurde bereits zum 26. Mal in München öffentlich entfacht - doch in diesem Jahr ist vieles anders.

Auftakt des NS-Terrors
:"Wir waren die Ersten"

Die KZ-Gedenkstätte Dachau veranstaltet eine szenische Lesung über die Anfänge des Konzentrationslagers. Sie ist Teil des Begleitprogramms der Sonderausstellung "Auftakt des Terrors - Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus".

Von Helmut Zeller

Landespolitik
:Ein Abend der großen Geste

Die Türkische Gemeinde in Bayern zeichnet drei scheidende Politiker für besondere Anstrengungen um die Integration und die deutsch-türkische Freundschaft aus. Mit der Wahl der Laudatorin setzen die Veranstalter ein Zeichen.

Von Roman Deininger

SZ PlusMeinungMedizin
:Das große menschliche Talent, aus fast allem Alltag zu machen

November, Trübsinn, alles wie immer - war da nicht was? Während der Pandemie war der Ausnahmezustand Routine. Kaum ist sie vorbei, wird er zur vagen Erinnerung. Wie gut, dass es den Menschen stets zur Normalität hinzieht.

Kommentar von Werner Bartens

SZ PlusAntisemitismus in Deutschland
:Welches Gefühl löst das Wort »Jude« in Ihnen aus?

Bekannte Jüdinnen und Juden aus Deutschland stellen für das SZ-Magazin 79 Fragen zum Thema Antisemitismus. Eine Einladung zur Selbstbefragung.

NS-Gedenken
:"Ein Vierteljahrhundert historische Verantwortung"

Seit 25 Jahren prägt das Max-Mannheimer-Haus die Erinnerungsarbeit in Dachau. Bei den Feierlichkeiten in der Bildungseinrichtung geht es darum, wie Jugendliche für die Vergangenheit interessiert werden können. Der Nahost-Konflikt überschattet den Abend.

Von David Schmidhuber

Volkstrauertag in München
:"Rasender Judenhass, wie wir ihn seit dem Holocaust nicht mehr gesehen haben"

Ein Tag der Erinnerung, ein Tag der Sorge: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, spricht beim Gedenkakt für im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten eine deutliche Warnung aus.

Von Andrea Schlaier

SZ PlusWandergesellen in Dachau
:Bohren gegen Rechts

Acht Wandergesellen aus ganz Deutschland arbeiten zwei Tage am Leitenberg, um den KZ-Ehrenfriedhof instand zu setzen - unentgeltlich. Es ist die erste "Solidaritätsbaustelle" in Dachau.

Von Gregor Schiegl

Nachruf
:Trauer um Manfred Deiler

Der Präsident der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Er hat die letzten baulichen Überreste des KZ-Außenlagers Kaufering VII erhalten und für einen Gedenkort gekämpft.

Von Helmut Zeller

SZ PlusKZ-Gedenkstätte trauert um Zeitzeugen
:"Plötzlich war ich wieder ein Mensch"

Der Pole Witold Scibak hat als Junge drei Konzentrationslager überlebt. Die Erinnerung daran quält ihn - dann aber beginnt er zu erzählen und kämpft gegen das Vergessen. Jetzt ist er mit 94 Jahren gestorben.

Von Helmut Zeller

Forschungsband über die Erlanger "HuPfla"
:"Medizin-historische Themaverfehlung und fachliches Versagen"

Die Herausgeber eines Buches über die historische Heilanstalt in Erlangen gehen mit Stadt und Universität hart ins Gericht. Einer der Autoren lehrt in Erlangen selbst Ethik in der Medizin.

Von Olaf Przybilla

SZ PlusAnne Frank
:Mehr als nur ein Name

In einer kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt wurde laut darüber nachgedacht, die Kita "Anne Frank" umzubenennen. Nach einer Empörungswelle ist die Debatte vom Tisch. Wie kam es dazu?

Von Iris Mayer

Gedenken an Reichspogromnacht
:Erinnerungsarbeit mit Polierwolle

15 Stolpersteine aus Messing erinnern in der Stadt Dachau an die Schicksale von vertriebenen und ermordeten Juden. Damit die Erinnerung nicht verblasst, bringen Schüler sie jetzt wieder auf Hochglanz.

Von Martin Wollenhaupt

Gedenken an den 9. November
:Kein Koffer soll mehr gepackt sein

In der Hauptsynagoge "Ohel Jakob" erinnert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, an die Bedeutung des 9. Novembers - als Ausgangspunkt der Pogromnacht , aber auch als Startpunkt für die Rückkehr des Judentums ins Herz Münchens.

Von René Hofmann

SZ PlusGedenken an Reichspogromnacht
:"Erinnerungskultur muss gerade jetzt widerständig sein"

Der Konsens des "Nie wieder!" wird immer heftiger angegriffen. Die Vergangenheit ist umkämpft. Ein Grund dafür ist laut der Leiterin des Münchner NS-Dokumentationszentrums Mirjam Zadoff, dass es an einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft mangelt.

Interview von Thomas Radlmaier

Religionen
:Warum doch ein Friedensgebet stattfand

Am Marienplatz versammeln sich am Montagabend trotz der Absage Menschen, um ein Zeichen zu setzen. Imam Benjamin Idriz bedauert den Verzicht auf die geplante interreligiöse Form. Auch am Tag danach bleibt offen, wer dafür den Stein ins Rollen gebracht hat. Und warum.

Von Andrea Schlaier

Erinnerungskultur
:15 000 Gäste im Waldramer Badehaus

Sybille Krafft zeichnet Tänzerinnen der Griechischen Gemeinde Geretsried als Jubiläumsbesucherinnen aus.

SZ PlusMeinungJüdisches Leben in München
:Wie fühlen sich Holocaust-Überlebende, wenn sie das lesen?

Die jüdische Gemeinde Münchens wird aufgerufen, bestimmte Plätze in der Stadt zu meiden. Die Sicherheitsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde hat sie gewarnt.

Kolumne von Ulrike Heidenreich

Erinnerungskultur in München
:Die Gesichter der Verfolgten zurückbringen

"Die Rückkehr der Namen": Der Bayerische Rundfunk und die Stadt wollen öffentlich an 1000 Menschen erinnern, die in der NS-Zeit entrechtet und ermordet wurden.

Von Bernd Kastner

SZ PlusMirjam Zadoff: "Gewalt und Gedächtnis"
:Wo die Holocaust-Erfahrung neue Katastrophen verhindert

In ihrem Buch "Gewalt und Gedächtnis" untersucht Mirjam Zadoff, wie weltweit an Kriege, Unrecht und Unterdrückung erinnert wird.

Von Jörg Häntzschel

SZ PlusMeinungPrantls Blick
:Aiwangers Befreiung

Kann der Chef der Freien Wähler wirklich wieder Vizeministerpräsident werden? Anders gefragt: Könnte Hubert Aiwanger am Holocaust-Gedenktag den Freistaat Bayern repräsentieren?

Von Heribert Prantl

Gedenkveranstaltung für Israel
:"Es gibt in diesem Moment nur einen richtigen Platz"

2000 Münchnerinnen und Münchner zeigen am Donnerstagabend ihre Solidarität mit Israel. Vor der Synagoge sind viele Worte der Unterstützung zu hören - und die Ankündigung von Taten.

Von Martin Bernstein

SZ PlusExklusivBundespräsidenten-Studie
:Papa Heuss und Dämon Hitler

"Im Namen der Deutschen": Norbert Frei hat untersucht, wie sich die Bundespräsidenten zum Nationalsozialismus verhalten haben. Ein Gespräch über Schuld, Scham und Opportunismus.

Von Johan Schloemann

SZ Plus"Anselm - Das Rauschen der Zeit" im Kino
:Die Heiligsprechung

Wim Wenders ertränkt in einem 3-D-Dokumentarfilm das Werk des Künstlers Anselm Kiefer in romantischer Sentimentalität.

Von Philipp Bovermann

Spanien
:Wider das Vergessen

Die Erinnerung an den Bürgerkrieg und die Opfer der Franco-Diktatur spaltet Spanien. Historiker und Linke kämpfen für Aufklärung - aber wie reagieren Konservative und Rechte?

Von Patrick Illinger

"Zammreißen-Demo" auf dem Odeonsplatz
:"Nicht noch einmal!" - 35 000 Menschen demonstrieren gegen rechts

Charlotte Knobloch und andere prominente Redner warnen vor einem Rückfall in dunkle Zeiten. Zehntausende sind gekommen. Es ist ein Protest gegen rechtsextreme Tendenzen, gegen Hass und Hetze - aber auch ein Fest der Demokratie.

Von Bernd Kastner

SZ PlusLandkreispartnerschaft
:Der Weg des Erinnerns verbindet

Im Dachauer Partnerlandkreis Oświęcim wird die Ausstellung über die "Kinder aus Indersdorf " eröffnet, die aus einer deutsch-polnischen Kooperation heraus entstanden ist. Sie zeigt: Die Verbindung zwischen den beiden Ländern ist viel enger, als man gemeinhin denkt.

Von Jacqueline Lang

Gedenken an Zwangsarbeit
:"Wir dürfen das Problem der Zwangsarbeit nicht ignorieren"

Die Hebertshausener Künstlerin Lioba Leibl hat zum Gedenken an die Zwangsarbeiter im KZ-Außenlager Hochbrück eine Statue gestaltet, die an diesem Freitag aufgestellt wird. Im Interview erzählt sie, warum Kunst für die Erinnerungskultur unabdingbar ist.

Interview von Maxim Nägele

MeinungErinnerungskultur
:Jahrzehnt der Widersprüche

Aufklärung über den Nationalsozialismus hatte in der Bundesrepublik immer schon mit Geschichtsverfälschern zu kämpfen. Auch in den Achtzigerjahren, als in Niederbayern ein antisemitisches Flugblatt in der Tasche eines Schülers gefunden wurde.

Kolumne von Norbert Frei

SZ PlusRechtsextremismus
:Vor 20 Jahren: Rechter Terror gegen Münchner Synagoge vereitelt - die Bedrohung bleibt

Polizei und Verfassungsschutz hoben 2003 ein Neonazi-Netzwerk aus, das bereits Sprengstoff gebunkert hatte. Wie konkret die Anschlagspläne waren, blieb offen. Die Rädelsführer blieben auch nach ihrer Haft in der Szene aktiv.

Von Martin Bernstein

SZ PlusFlugblatt-Affäre
:Deutsche Deutungskämpfe

Waren antisemitische Entgleisungen in den Achtzigerjahren möglich, weil das Land noch nach einem Narrativ für seinen Umgang mit der NS-Diktatur suchte? Die berühmte Rede von Richard von Weizsäcker 1985 rief noch sehr widersprüchliche Reaktionen zur Schuldfrage hervor.

Von Hilmar Klute

MeinungBadehaus Föhrenwald
:Ein Ort der Erkenntnis

Die Dokumentations- und Begegnungsstätte braucht tragfähige und dauerhafte institutionelle Unterstützung.

Kommentar von Felicitas Amler

Erinnerungsort Badehaus
:Besuch im unsagbaren Land

Wo einst die Eltern verfolgt und gequält wurden, reisen die erwachsenen Kinder nun auf Spurensuche. Eine Station ist das ehemalige jüdische Lager Föhrenwald. Viele Überlebende haben kaum über ihr Schicksal gesprochen.

Von Felicitas Amler

SZ PlusMeinungAntisemitismus
:Erinnerungskultur ist Fehlerkultur

So zentral die Erinnerungskultur für die Deutschen ist, so schnell gerät sie in Gefahr. Sie braucht den Willen zur Wahrheitsfindung und Empathie, andernfalls wird sie zur Fassade.

Kommentar von Kia Vahland

Glaube und Religion
:Kirche benennt Saal nach konvertierter Jüdin

Die bislang namenlose Unterkirche der Heilig Kreuz-Pfarrkirche in Icking wird der Philosophin und Heiligen Edith Stein gewidmet.

SZ PlusCharlotte Knobloch
:Ihre Meinung war Markus Söder wichtig

Was die Münchner Ehrenbürgerin und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde sagte, hat dazu beigetragen, dass der Ministerpräsident seinen Vize Hubert Aiwanger lieber im Amt belässt.

Von Ulrike Heidenreich

Bayern
:Knobloch: Ich habe Aiwangers Entschuldigung nicht angenommen

In der Affäre um ein antisemitisches Flugblatt erneuert die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in München ihre Kritik am bayerischen Wirtschaftsminister. Zugleich nennt sie es richtig, dass er im Amt bleiben darf.

Von Kassian Stroh

Antisemitisches Flugblatt
:"Schande Bayerns"

Mit scharfen Worten geißelt die bayerische Opposition den Verbleib des Vizeministerpräsidenten im Amt. Die FDP spricht von einem "Freifahrtschein" für Aiwanger, dessen künftiges Verhalten auf Regierungschef Söder selbst zurückfallen werde.

Von Johann Osel und Kassian Stroh

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