"Wir sind auf der Zielgeraden" Bandltanz ohne Maibaum

Der Mintrachinger Burschenverein hält an der traditionsreichen Veranstaltung fest

Ein regnerischer Abend. Ein Stadel im Gut Grüneck. Es zieht, manche tragen Anorak und Mütze, die Sohlen der warmen Schuhe verursachen beim Tanzen ein schleifendes Geräusch. Konrad Loher, gibt letzte Anweisungen: "S'Deandl geht rüber", erklärt er und macht es gleich selbst vor. Er bückt und dreht sich, dann geht es "do rei" und zum Schluss "de Hand her". Klingt einfach, sieht aber sehr kompliziert aus, und "so und ned anders" sollen es fast 40 Frauen und Männer unterschiedlichsten Alters nachmachen. Gut aufgelegt werden sie genau das beim nächsten "Zillertaler" tun - und sich beim Tanzen so drehen und wenden, dass sie wie nebenbei Bänder kunstvoll um einen Stamm flechten und wieder auseinander lösen.

Konrad Loher nickt zufrieden. "Wir sind auf der Zielgeraden", sagt der Bandltanz-Profi aus Appercha. Schon seit zwei Monaten probt der Burschenverein Isarlust Mintraching zweimal pro Woche für den Tanz in den Mai am Sonntag, 30. April, um 14 Uhr. Die Veranstaltung gibt es seit 60 Jahren, und zum Jubiläum soll der Bandltanz ein Highlight im Programm sein. Gefeiert wird im Feststadl an der Kirchenstraße von diesem Freitag an. Um 20 Uhr steigt die "Big Party" mit zwei DJs und Cocktailbar. Mit einem Volkstanz und den "Dellnhauser Musikanten" geht es am Samstag, 29. April, um 20 Uhr weiter.

In zwei Jahren gibt es das nächste Jubiläum: Dann wird der Burschenverein 100 Jahre alt. Das Tanzen hat immer dazugehört. Vor allem von 1952 bis 1965 wurden fast jährlich Tanzabende organisiert. Ernte-, Kirchweih-, Kathrein- und Betteltänze wurden veranstaltet - und 1957 zum ersten Mal ein Maitanz. Den Bandltanz gibt es seit 1978. Da wurde erstmals nach dem Krieg wieder ein Maibaum im Dorf aufgestellt. Seit 1980 wird das alle zwei Jahre unter der Regie des Burschenvereins gemacht.

Unter den Bandltänzern 2017 sind Mintrachinger, die schon in den Siebziger- und Achtzigerjahren mitgetanzt haben. Einige sind inzwischen umgezogen und kommen bis vom Chiemsee und aus der Umgebung von Neuburg, um dabei sein zu können. Am Sonntag geht es dann wieder zur Sache. Mit Lederhosen und Dirndl, aber nicht wie gewohnt um einen Maibaum: Erst nächstes Jahr wird ein neuer aufgestellt. Heuer wird deshalb um den - wie es heißt - "mobilisierten unteren Teil des Maibaums getanzt", der von 2014 bis 2016 am Dorfplatz stand.