WBA-Weltmeisterschaft:Boxen wie in der Sauna

WBA-Weltmeisterschaft: Uwel Hernandez trainiert am Boxsack bei einer Stippvisite bei seinem alten Verein, dem Kickbox-Verein Erding.

Uwel Hernandez trainiert am Boxsack bei einer Stippvisite bei seinem alten Verein, dem Kickbox-Verein Erding.

(Foto: Stephan Görlich)

Die Karriere von Weltmeister Uwel Hernandez hat in Erding begonnen. An diesem Freitag verteidigt er in Panama-City seinen Titel. Nicht nur die Hitze dürfte den 31-jährigen Kickboxer ins Schwitzen bringen.

Von Simon Kienzl, Erding

Uwel Hernandez, der vor fast fünfzehn Jahren im Kickbox-Verein Erding mit dem Boxtraining angefangen hat, möchte an diesem Freitag, 1. Dezember, in Panama City seinen Weltmeister-Titel verteidigen. Den goldenen WBA-Gürtel hat Uwel Hernandez erst vor etwas mehr als drei Monaten in den Himmel von Panama gehalten.

Damals besiegte der 31-jährige Profiboxer, der mit acht Jahren zusammen mit seiner Mutter von Kuba nach Erding kam, in der Hitze von Panama-City seinen Gegner, den Mexikaner Juan Rodolfo Juarez, nach nur zwei Runden und holte seinen dritten bedeutenden Gürtel, den WBA Gold World Titel im Super-Mittelgewicht (bis 76,2 Kilo). Jetzt wird er ihn wieder in Panama City zu verteidigen versuchen, nur dass sein Gegner dieses Mal Alexi Rivera aus Kolumbien sein wird. Der Rechtsausleger konnte von seinen 14 Kämpfen als Profi bislang elf für sich entscheiden und musste sich nur dreimal geschlagen geben.

Die Statistik des Erdinger Boxers Hernandez, der als Jugendlicher beim Bodybuilding-Training im Erdinger Kickbox-Verein eher durch Zufall zum Boxen kam, ist noch beeindruckender: 16 Siege und nur eine Niederlage in 17 Kämpfen.

Aber das heißt nicht, Rivera sei zu unterschätzen: "Ich habe schon einige Kämpfe von Rivera in der Vorbereitung geschaut. Er ist eher klein, kommt aber aggressiv nach vorne", so Hernandez. Um sich optimal auf diesen Kampfstil vorbereiten zu können, hat Hernandez deshalb den Boxer Pavel Semjonov als Sparing-Partner - einen ähnlichen Kämpfertypen - von Estland nach München geholt. Dort hat Hernandez nämlich in den letzten Monaten für den Kampf trainiert und fühle sich inzwischen, wenige Tage vor dem Kampf, gut vorbereitet.

In der Hitze von Panama könnte sein kolumbianischer Gegner einen Vorteil haben

Wir erreichen ihn am Mittwoch in Panama City: Um 9 Uhr morgens (Ortszeit) kurz nach dem Aufstehen, während es in Erding schon nach 15 Uhr ist. Seit fast einer Woche ist er bereits hier, um sich an diese Zeitverschiebung von sechs Stunden zu gewöhnen. Aber nicht nur das: "Vor allem auch wegen des Klimas, hier ist es gerade sehr heiß und es herrscht auch eine ganz andere Luftfeuchtigkeit. Man kann einfach echt schwieriger atmen, und nach ein paar Runden Schattenboxen ist man schon total verschwitzt. So als ob man in einer Sauna bei 30 oder 40 Grad boxen müsste."

Hier hat sein kolumbianischer Gegner wahrscheinlich einen gewissen Vorteil, wie Hernandez sagt. Und auf die Frage, ob er vor dem Kampf am Freitag aufgeregt sei: "Klar! Die Aufregung ist da, man boxt woanders und es geht um viel, ich will den Titel auf jeden Fall wieder mit nach Hause nehmen."

Hunderttausende Zuschauer werden den Kampf im Bezahl-TV verfolgen

Zuerst muss Hernandez aber am Freitag durch bis zu zwölf Runden in diesem Kampf um die Weltmeisterschaft, der auf dem Bezahlsender ESPN+ von hunderttausenden Zuschauern verfolgt werden wird. Und eben darum gehe es auch immer im Boxen: "Man muss sich einen Namen machen, im Fernsehen präsent sein." Und all das sei im Boxsport, wo das Geld im Zentrum steht, wichtig auf dem Weg zu den ganz großen Gegnern. So hatte Hernandez schon nach seinem Kampf im August im Gespräch mit der SZ Erding seinen Wunschgegner genannt: Den Mexikaner Saúl "Canelo" Álvarez, der gerade unumstrittener Boxweltmeister im Supermittelgewicht ist. "Dafür muss ich noch trainieren. Aber in eineinhalb Jahren hätte ich wirklich gern Canelo im Ring."

Aber zuerst werden sich am Freitag noch Hernandez und Rivera gegenüberstehen. Hernandez sagt schon einmal: "Wir haben eine Strategie, mal schauen, ob sie aufgeht. Und wenn nicht, kämpfe ich halt die zwölf Runden lang, das ist auch gut für die Erfahrung."

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