Volksbegehren Artenvielfalt Zappelnde Bienchen

Da staunten die Passanten: ein paar Bienen auf dem Erdinger Schrannenplatz.

(Foto: Renate Schmidt)

Aktionsbündnis trifft sich für eine "kleine Einlage" auf dem Schrannenplatz

Für einen Flashmob ist Erding offenbar noch nicht bereit: Am Donnerstagnachmittag um 16 Uhr haben sich sieben Menschen in Bienenkostüm samt Stachel und Flügel und mit gelb-schwarzer Brille im Gesicht auf dem nassen Boden des Schrannenplatzes kreuz und quer durcheinander gelegt, Arme und Beine vom Körper gestreckt. Das Aktionsbündnis Erding zum Volksbegehren Artenvielfalt hatte einen Flashmob angekündigt, später sprach Helga Stieglmeier (Grüne) von einer "kleinen Einlage". Verdeutlichen sollte sie das Bienensterben. Stieglmeier und Stephan Treffler (ÖDP) waren ebenfalls als Bienen verkleidet. "Das nenne ich Einsatz", scherzte Stieglmeier. "Sich mit 63 Jahren im Bienenkostüm auf einen nassen und kalten Boden zu legen."

Anlass der Aktion war das Volksbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt "Rettet die Bienen". Denn seit Donnerstag ist die erste der zwei Wochen, in denen sich die Bürger für das Volksbegehren eintragen können, schon wieder verstrichen. "Wir wollten auf die Halbzeit der Eintragungsfrist aufmerksam machen", so Treffler. In einer Woche ist die Eintragungsfrist für das Begehren vorbei. Bis dahin müssen zehn Prozent der bayerischen Wahlberechtigten unterschrieben haben, damit das Volksbegehren eine Chance hat und weiter an den Landtag kommt. Der ein oder andere Passant wurde durch die Bienen-Aktion auf das Volksbegehren aufmerksam und fragte gleich nach, wo er sich denn eintragen könne. Das Erdinger Rathaus hatte am Donnerstagabend länger geöffnet als sonst. Bis 20 Uhr konnte man seine Unterschrift abgeben.

Die verkleideten Bienen sind, was den Erfolg des Volksbegehrens angeht, sehr optimistisch. Mehr als 700 000 Leute hätten bayernweit bereits dafür abgestimmt, sagt Stieglmeier. Etwa 950 000 Stimmen werden benötigt.