bedeckt München
vgwortpixel

Überschaubares Publikum:Gähnende Leere

Mitreißende Musik spielten "Minor Movement" bei der Moosburger Red Corner Night. Der Besucherandrang hielt sich allerdings in Grenzen. Etwas über hundert Leute verloren sich auf dem 1400 Menschen fassenden "Plan".

(Foto: Marco Einfeldt)

Moosburger Red Corner Night stößt auf geringes Interesse

Es half ja alles nichts. Es waren halt nicht mehr Leute da, als da waren. Und das waren nicht viele. Also nahmen es die Jungs von Antiheld einfach mit Humor. Ein Blick ins mehr als überschaubare Publikum. Und dann ein trockener Kommentar: "Also ihr seid geschätzt 118 Leute. Aber das schaut nur so Scheiße aus, weil der Platz so groß ist, in 'nem kleinen Club wär' das echt 'ne coole Party."

Wobei: Eine coole Party war die Red Corner Night am Samstag auf dem "Plan" als Bestandteil des Moosburger Sommerfestivals auch so. Trotz des großen Platzes und der wenigen Besucher. Letztere rückten vor der Bühne ein bisschen zusammen und erzeugten so kurzerhand die "Kleiner-Club-Atmosphäre" unter freiem Himmel. Die fünf Antihelden aus Stuttgart, die schon Support-Shows vor Tausenden Leuten für Rea Garvey und The Boss Hoss gespielt haben, sind mit ihrem Straßenköterpop, wie sie ihn nennen, regelmäßig in Fußgängerzonen unterwegs und verstehen sich deshalb darauf, ein kleineres Publikum zu unterhalten.

Und das taten sie mit vollem Engagement. Genauso, wie zuvor schon die Moosburger Alternative-Rock-Band Everlasting Silhouette und die Balkan-, Gypsy-Swing- und Dub-Reggae-Gruppe Minor Movement, die es auf jeden Fall verdient gehabt hätten, vor einem größeren Publikum zu spielen. Ebenso der Headliner des Abends, die Highspeed-Polka-Dampfwalze Russkaja, die schon mehrfach beim weltweit größten Metal-Festival in Wacken aufgetreten ist. Aber die Gute-Laune-Musiker um den russischen Frontmann Georgij Makazaria ließen sich die Stimmung nicht vermiesen. Getreu ihres Mottos, mit dessen Verkündung sie ihre Show begannen: "Wir bringen Liebe, Frieden und Gesundheit. Warum Gesundheit? Weil hier muss man immer springen." Und so legten die Konzertbesucher eine abendliche Fitnessstunde ein, tanzten und sprangen mit. Sehr zur Zufriedenheit von Georgij Makazaria: "Moosburg, ihr seid zwar wenige, aber ihr seid gut drauf."

Warum auf dem 1400 Leute fassenden Platz so wenige Besucher waren, konnten sich Rudolf Heinz, Vorsitzender des veranstaltenden Kultur-Vereins, nicht erklären: "Ich weiß auch nicht, woran es liegt." Immerhin konnte er sich damit trösten, dass das viel gelobte Konzert des Kammerorchesters am Freitag und die Bayerische Sommernacht am Sonntag sehr gut besucht waren.