Stadtrat:Immerhin bleibt das Defizit stabil

Stadtrat: Der Eingang zur Stadthalle Erding. Hinter der Glasfassade ist die beeindruckende Holzkonstruktion zu erkennen.

Der Eingang zur Stadthalle Erding. Hinter der Glasfassade ist die beeindruckende Holzkonstruktion zu erkennen.

(Foto: Renate Schmidt)

Für die Erdinger Stadthallen GmbH hätte es durchaus schlimmer kommen können. Geschäftsführerin Jutta Kistner erinnert in der Bilanz 2022 an ein Jahr mit Höhen und Tiefen.

Von Regina Bluhme, Erding

"Frau Kistner wird uns heute zum letzten Mal berichten." So kündigte kürzlich Oberbürgermeister Max Gotz die Geschäftsführerin der Erdinger Stadthallen GmbH an. Ende Februar kommenden Jahres verlässt Jutta Kistner das städtische Tochterunternehmen. Als sie jetzt im Stadtrat den Geschäftsbericht 2022 vorlegte, präsentierte sie ein Jahr, das geprägt war von coronabedingten Einschränkungen und der Energiekrise - und von Umsatzrekorden, die halfen, das Defizit stabil zu halten.

Laut Jahresbericht 2022 beträgt das Defizit rund 890 000 Euro (Vorjahr 895 000 Euro). Trotz coronabedingter Schließungen, der Energiekrise und hoher Inflation sei es dem Team gelungen, "die Umsätze auf einen neuen Rekordwert nahezu zu verdoppeln", so Kistner. So konnte das Defizit stabil gehalten werden. Der Pro-Kopf-Zuschuss normalisierte sich halbwegs auf 22,49 Euro (Vorjahr 64,82 Euro).

Überraschung: Die Eigengastronomie bringt den höchsten Umsatz

Die Gesamterlöse erreichten "einen Rekordwert" von 1,28 Millionen Euro (Vorjahr 661 000 Euro). Dabei konnten alle Geschäftsfelder "satte Zuwächse" verzeichnen. Dies sei erstaunlich, da wegen der Pandemie das erste Quartal "noch ein Totalausfall" gewesen sei. Es habe sich herausgestellt, dass die Erdinger und Erdingerinnen von April an "großen Nachholbedarf" hatten, "teilweise bis zur Belastungsgrenze des Hauses und des Teams". Als "Umsatzbringer" habe sich die Eigengastronomie an die Spitze geschoben. Für Tagungsveranstaltungen habe sich die Stadthalle Erding inzwischen "einen guten Ruf erarbeitet".

Die größten Herausforderungen für die Zukunft sieht Jutta Kistner in der Kombination von Inflation, Energiekrise, Rezession und Personalengpässen. Die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung der Branche ist im Jahresbericht mit einem Fragezeichen versehen. Angesichts weiterer Kostensteigerungen geht der Wirtschaftsplan 2023 von einem Defizit in Höhe von 1,12 Millionen Euro aus. Die gute Nachricht: "Der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt."

Die Stadt werde ihre hundertprozentige Tochter nicht im Stich lassen, so Gotz

Den Jahresbericht 2023 wird dann Jutta Kistners Nachfolger oder Nachfolgerin vorlegen. Den Worten von OB Gotz war zu entnehmen, dass die Stadt hier fündig geworden ist. Die Veranstaltungsbranche bewege sich auf einem "schwierigen Terrain", sagte der Erdinger OB und betonte zugleich: "Wir lassen unsere hundertprozentige Tochter auf keinen Fall im Stich." 2024 wird die Tochter 40 Jahre alt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: