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Planungen in Dorfen:Umzug eines Traditionsbetriebs

Das fast 50 Jahre alte Gebäude am östlichen Stadtrand sei "nicht mehr zeitgemäß und nicht nahe genug am Geschehen". Der neue Platz südlich der Gleise sei zentraler und ein "Zukunftsstandort".

(Foto: Renate Schmidt)

Der Edeka-Markt am östlichen Stadtrand soll auf ein Grundstück gleich hinter dem Bahnübergang an der B 15 verlegt werden. Der Stadtrat hat einstimmige grünes Licht gegeben. Investor Manfred Singer will den Umzug in gut zwei Jahren schaffen

Von Florian Tempel, Dorfen

Der Edeka am östlichen Rand der Stadt ist eine alteingesessene Dorfener Institution. Seit 1968 werden hier, zunächst als C&C-Großmarkt, seit 1983 dann als Edeka-Markt Lebensmittel aller Art verkauft. Nun wird bald Schluss sein, aber es geht auch weiter. Der Dorfener Edeka zieht auf einen anderen Platz um. Auf ein Grundstück gleich hinter dem Bahnübergang an der Bundesstraße B 15, auf der linken Seite. In gut zwei Jahren soll die Eröffnung gefeiert werden. Der Stadtrat hat mit einer Änderung des Flächennutzungsplans und dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan grünes Licht gegeben. Das alte Areal soll nach dem Umzug des Edeka zum Wohngebiet mit Wohnanlagen und Reihenhäuser werden, sagte Manfred Singer, dem die Immobilie gehört. Das sei bereits mit der Stadt so besprochen.

Das neue fast 16 000 Quadratmeter große Grundstück für den neuen Edeka-Markt ist noch im Eigentum der Stadt. Es gebe allerdings einen bereits vor etwas mehr als einem Jahr geschlossenen Optionsvertrag für den Kauf des Areals, sagte Singer der SZ. In den vergangenen Monaten habe es noch rechtliche Prüfungen, aber auch schon Vorplanungen, Bodengutachten und Gespräche mit dem Straßenbauamt wegen der nicht ganz einfachen "verkehrlichen Erschließung" gegeben, sagte Singer weiter.

Auf dem Grundstück an der Bundesstraße B 15 direkt südlich der Bahngleise plante vor zehn Jahren die Raiffeisen Waren Gesellschaft Erdinger Land (RWG) den Bau einen Baumarkts. Mit etwa 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche wäre es zwar ein eher kleinerer Bau- und Gartenmarkt geworden. Doch der Stadtrat unterstützte das Vorhaben, da die Genehmigung eines ebenfalls damals schon beantragten Baumarkts neben der A 94 nicht so recht voranging. Dann kam der Baumarkt an der Autobahn aber doch und die Pläne der RWG zerschlugen sich.

Manfred Singer kam vor etwas mehr als einem Jahr auf die Stadt zu und fragte an, ob er das Grundstück für einen Umzug des Edeka kaufen könnte. Singer ist nicht der Betreiber des Supermarkts, er verpachtet seit 1983 das Gebäude und den großen Parkplatz an die Edeka-Organisation. Der Dorfener Edeka-Markt ist kein inhabergeführter Supermarkt, sondern wird direkt von der Zentrale der Edeka Südbayern verwaltet, einer der sieben Regionalgesellschaften der Edeka-Gruppe. Bei der Edeka-Südbayern habe man schon seit längerem einen Umzug an einen anderen Standort verlangt, sagte Singer. Das fast 50 Jahre alte Gebäude sei "nicht mehr zeitgemäß und nicht nahe genug am Geschehen". Schon vor einigen Jahren wollte Singer einen neuen Edeka im Dorfener Supermarktgebiet eröffnen, wo Rewe, Aldi, Netto und Lidl dicht beieinander liegen. Doch aus diesen Plänen wurde letztlich nichts.

Den neuen Standort an der Bundesstraße B 15 hält Singer "für einen Zukunftsstandort". Das Grundstück hat deutlich mehr Fläche als das alte Areal, Platz ist also genug da. Für eine Erschließung existierten mehrere mit dem Straßenbauamt bereits besprochene Varianten. Seine favorisierte Lösung wäre eine kleine Kreuzung mit Abbiegespuren und Ampeln, so dass auch Fußgänger und Radfahrer gefahrlos über die Bundesstraße kommen können. Im Gespräch ist aber auch ein Kreisverkehr. Vor zwei Wochen schon hat Singer ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das die verschiedenen Erschließungsmöglichkeiten in einem digitalen, realitätsgetreuen 24-Stunden-Modell durchspielen und visualisieren soll.

Die Nähe zum Bahnhof und den anderen Verbrauchermärkten sieht Singer als weiteres Plus: "Das ist relativ zentral und auf alle Fälle eine integrierte Lage." Zudem werde das ebenfalls südlich der Bahngleise gelegene Gelände der ehemaligen Dachziegelfabrik Meindl in den kommenden Jahren zu einem neuen Stadtquartier entwickelt. Nachdem der Stadtrat die Umwidmung des Grundstücks zu einem Sondergebiet Einzelhandel beschlossen hat, muss noch die Regierung von Oberbayern dem Ganzen zustimmen. Dazu wird nun das Einzelhandelsgutachten der Stadt Dorfen erweitert und der Bezirksregierung bald vorgelegt. "Wir hoffen, dass wir Ende 2022 dann mit dem Bauen beginnen können", sagte Singer.

© SZ vom 09.06.2021
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