Nach dem Brand SC Eching forciert Wiederaufbau

Deutlich unterscheiden soll sich die neue Echinger Tennishalle im Freizeitgelände von dem abgebrannten Vorgängerbau. Der SCE drängt darauf, das Projekt rasch zu realisieren.

(Foto: Marco Einfeldt)

Dem Verein gefallen die Entwürfe für die neue Tennishalle

Von Klaus Bachhuber, Eching

Die neue Echinger Tennishalle im Freizeitgelände wird sich von dem abgebrannten Vorgängerbau deutlich unterscheiden. Der Neubau soll in einer Holzständerbauweise mit Stützen in der Halle ausgeführt werden und eine rechtwinklige Form erhalten anstelle des bisher versetzten Grundrisses. Die zuvor ins Gebäude integrierten drei Wohnungen werden in einen separaten Nebenbau verlegt. Diese Lösung sei die kostengünstigste, hieß es im Bauausschuss des Gemeinderats, dennoch sei noch offen, ob und wie weit sie durch die Versicherungssumme abgedeckt sei.

Ein identischer Wiederaufbau des Modells aus den 1980er Jahren sei "nicht zielführend", erläuterte Architekt "Muk" Wagner vom Dietersheimer "Büro 4". Die seinerzeitige Tragwerkskonstruktion sei nicht mehr Stand der Technik, die optisch attraktiven versetzten Dächer seien "schwierig zu unterhalten". Die Variante mit den Stützen in der Halle sei die wirtschaftlichste, versicherte er.

Um trotz der störenden Stützen die nötigen Freiräume für die drei Spielfelder zu erhalten, muss die Halle sechs Meter länger werden, nunmehr sollen es 56 Meter sein. Allerdings kommt die Konstruktion mit 3000 Kubikmeter weniger an umbautem Raum aus, was Bau- und Unterhaltskosten reduziert. Außen soll die Halle angelehnt an das nahe Vereinsheim mit Holz verkleidet werden, das Dach wird aus Alu aufgesetzt. Im Innenleben korrigiert der neue Entwurf den größten Mangel des Vorgängerbauwerks, indem ein drei Meter breiter Flur an der Ostseite die gesamte Fläche erschließt. Bisher musste man von Eingang und Umkleide über die anderen Felder auf seinen Platz gehen. Die Tennisabteilung des SC Eching, die in der Gestaltung eingebunden war, zeigte sich von den Plänen rundum begeistert. "Das Konzept ist schlüssig", sagte Wilfried Matschke, der Sprecher der zuständigen Projektgruppe im Verein, "alle Anforderungen wurden eindrucksvoll erfüllt".

Im Ausschuss gab es allerdings Bedenken wegen der Stützen im Raum. Eine eventuelle Mehrfachnutzung der Halle ohne Dreiteilung sei damit dauerhaft ausgeschlossen, monierten CSU und FW. Eine Konstruktion, die eine ungestörte Komplettnutzung erlaube, wäre da "zukunftsträchtiger", sagte Georg Bartl (CSU). In der Abstimmung votierte dann aber einzig Christoph Gürtner (FW) noch gegen die Stützenkonstruktion, die der Ausschuss mit 11:1 Stimmen akzeptierte. Erwartet werden Kosten von 3,7 Millionen Euro. 1,5 Millionen hat die Versicherung als Schadenssumme für den Brand der alten Halle bereits überwiesen, weitere 1,5 Millionen Euro seien nach Darstellung des Bürgermeisters zugesagt. Und für weitere 650 000 Euro sehe der von der Gemeinde eingeschaltete Schadensabwickler die Versicherung noch in der Pflicht. Derzeit lässt die Gemeinde ein Gegengutachten zur Klärung dieser Diskrepanz erstellen.

Die in den 1980er Jahren gebauten Wohnungen werden ebenfalls wieder entstehen. Südöstlich versetzt ist ein 77 Quadratmeter großer Baukörper vorgesehen, der auf drei Ebenen drei identische Wohnungen Raum bietet, die bei Bedarf in zwei Appartements unterteilt werden könnten. Der SCE, der in vielfacher Teamstärke zur Sitzung erschienen war, drängte darauf, das Projekt rasch zu realisieren. Drei Tennistrainer hätten durch den Ausfall der Halle ihren Job verloren, schilderte Matschke, der Wirt der Vereinsgaststätte habe nahezu das komplette Wintergeschäft abschreiben müssen. "Eine Jugendarbeit ist ohne Wintertraining nicht möglich." Und dann, sagte der 77-Jährige, "möchte ich gerne noch als aktiver Spieler in der neuen Halle antreten".