Landkreis:Demo und Gegendemo

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Impfgegner und -befürworter versammeln sich am Montag

Von Florian Tempel, Erding

Die montäglichen Demonstrationen in Erding, Dorfen und Wartenberg werden wohl auch in der kommenden Woche weitergehen. Der Aufmarsch von Impfgegnern in Erding, an dem zuletzt 1500 Menschen teilnahmen, bleibt erneut eine unangemeldete und somit nicht ordnungsgemäße Versammlung. Landratsamt und Polizei nehmen das weiterhin gelassen hin. "Wir bereiten uns genau so vor wie in den letzten Wochen", sagt Harald Pataschitsch, der stellvertretende Dienststellenleiter der Inspektion Erding. Das heißt: die Polizei teilt am Montagabend mit Absperrungen den Schrannenplatz wieder in der Mitte. Auf der einen Hälfte werden sich die Impfgegner versammeln, während auf der anderen Seite des Platzes eine angemeldete Demo unter dem Titel "Erding ist bunt" stattfinden wird. Am vergangenen Montag hatten circa 80 Menschen für Solidarität, Impfen und die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert und damit ein Zeichen gegen die diffuse Haltung der Impfgegner gesetzt. Die Gegendemo beginnt um 19 Uhr. Die Organisatoren der "Erding ist bunt"-Demo hoffen auf eine größere Unterstützung als in der vergangenen Woche, da damit zu rechnen sei, dass nochmals mehr Impfgegner nach Erding kommen werden.

Der Erdinger Montags-Aufmarsch der Impfgegner wird unter anderem von lokalen AfD-Politikern propagiert. Der Finsinger Peter Junker, AfD-Kreisrat und zuletzt Direktkandidat bei der Bundestagswahl, hat in dieser Woche etwa im Telegram-Kanal der Impfgegner von "München steht auf" dafür geworben, am Montag nach Erding zu kommen, wo die Polizei die unangemeldet Demonstrierenden ganz anders behandle als in München. Harald Pataschitsch verweist darauf, dass man die Demonstranten, auch wenn sie ohne Anmeldung erschienen, gewähren lassen müsse. Das Landratsamt Erding hat bislang darauf verzichtet, unangemeldete Versammlungen mit einer Allgemeinverfügung zu untersagen, da die Protestmärsche friedlich verlaufen seien. Wie viele Menschen teilnehmen, spiele keine Rolle, sagte Pataschitsch. Und dass die Polizei die Impfgegner durch die Erdinger Innenstadt führe, wäre bei einer angemeldeten Demo nicht anders. Da die Versammlung aber nicht angemeldet ist, könne man den Marsch durch die Stadt nicht verhindern. "Sie haben das Recht zu gehen", sagte Pataschitsch.

Auch in Dorfen hat man sich auf die unangemeldete Montagsdemo eingestellt. Harald Kratzel, der Leiter der dortigen Polizeiinspektion, verwies darauf, dass sie mit etwa 250 Teilnehmern sehr viel kleiner sei als in Erding und die Protestierenden ausschließlich auf den Bürgersteigen ihre Runde durch Dorfen zögen. Das sei so harmlos, dass nur wenige Polizeibeamten den Zug begleiten müssten. In Wartenberg hat die einhellige Ablehnung des dortigen Montagsprotest durch den Gemeinderat keinerlei Wirkung gezeigt. Auch hier ist wieder mit etwa 80 Teilnehmern zu rechnen.

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