Ausschuss für Bildung und Kultur:Im Dienste der Volksmusik und der Geschichte

Ausschuss für Bildung und Kultur: Gerhard Nußrainer (links) und Sebastian Brandl musizieren gemeinsam seit mehr als 20 Jahren. Zusammen sind sie der Reithofener Zwoagsang.

Gerhard Nußrainer (links) und Sebastian Brandl musizieren gemeinsam seit mehr als 20 Jahren. Zusammen sind sie der Reithofener Zwoagsang.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Kultur- und Umweltpreise 2023 des Landkreises Erding gehen an den Reithofener Zwoagsang und den Archäologischen Verein Erding. Er ist jeweils mit 2000 Euro dotiert und wird zum 45. Mal verliehen.

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Der Reithofener Zwoagsang und der Archäologische Verein Erding erhalten den Kulturpreis 2023. Verliehen wird der Preis für hervorragende Verdienste um das kulturelle Leben im Landkreis. Der Preis wird einmal im Jahr an höchstens zwei Personen oder Gruppen vergeben und ist mit einer finanziellen Zuwendung in Höhe von jeweils 2000 Euro verbunden. Heuer wurde er zum 45. Mal verliehen. Die Ernennung gab am Mittwoch im Ausschuss für Bildung und Kultur des Kreistags Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) bekannt.

Der Reithofener Zwoagsang bereichere das kulturelle Leben maßgeblich und sei darüber hinaus bedeutender Botschafter des Landkreises Erding weit über seine Grenzen hinaus, sagte Bayerstorfer in seiner Laudatio. Das Volksmusikduo kommt aus der Gemeinde Pastetten und besteht aus Sebastian Brandl (Reithofen) und Gerhard Nußrainer (Katterloh). Seit mehr als 20 Jahren musizieren die beiden miteinander und "leisten auch einen erheblichen Beitrag zur Volksmusikforschung im Landkreis Erding und weit über dessen Grenzen hinaus". Durch zahlreiche CD-Einspielungen, TV- Auftritte und die Teilnahme an Brauchtums- und Musikveranstaltungen sei der Reithofener Zwoagsang im gesamten altbayerischen Raum bekannt und geschätzt, so der Landrat. Beide seien "Multiplikator für die Besonderheiten, Vielfalt und ursprüngliche Schönheit der Volksmusik".

Beide seien ständig unterwegs auf der Suche nach historischem Notenmaterial

Sebastian Brandl habe sich bereits in Kindertagen der Volksmusik verschrieben und bereichere die Kreisvolksmusiktage seit dem ersten Mal 1967, heißt es in der Laudatio. Gerhard Nußrainer sei ebenfalls Mitglied verschiedener Volksmusikgruppierungen und Chorsänger und fungiere als Notenwart des Duos. Beide seien im Landkreis ständig unterwegs auf der Suche nach historischem Notenmaterial.

Die Volksmusik sei "zu jeder Zeit ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen und auch bäuerlichen Lebens", sagte Bayerstorfer. Zwar seien viele Weisen und Lieder niemals zu Papier gebracht worden, sie würden dennoch von Generation zu Generation weitergegeben, um etwa an kirchlichen Feiern wie Erntedank, Kirta, Weihnachten oder auch zu weltlichen Anlässen von einem breiteren Publikum wieder entdeckt zu werden. Sebastian Brandl und Gerhard Nußrainer treffe man deshalb auf Hoagarten, Hochzeiten und Jubiläen aller Art an. "Die beiden verfügen über ein umfassendes Repertoire von lustigen Wirtshausliedern bis hin zum geistlichen Volkslied. Altes und neues Liedgut sowie die Begeisterung fürs Singen geben die beiden bei ihren Auftritten ans Publikum weiter." Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch bei der Umrahmung kirchlicher Anlässe, wie Bergmessen, Maiandachten und Beerdigungen mit ihrem Feierabendlied. "Hervorzuheben sind hier vor allem ihre Auftritte zu den Christmetten und Hubertusmessen gemeinsam mit Jagdhornbläsern des Kreisjagdverbands", sagte Landrat Bayerstorfer.

Ausschuss für Bildung und Kultur: Der Archäologische Verein Erding vermittelt auch praktisches Geschichtswissen, zum Beispiel mittels einer Livevorführung eines Bronzegußes, ein über 4000 Jahre altes Kunsthandwerk.

Der Archäologische Verein Erding vermittelt auch praktisches Geschichtswissen, zum Beispiel mittels einer Livevorführung eines Bronzegußes, ein über 4000 Jahre altes Kunsthandwerk.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Archäologische Verein Erding (AVE) wurde wegen seines "herausragenden Wirkens sowohl im Dienste der Geschichte und der Kultur" als auch seines Beitrags zu deren Erhaltung und der entsprechenden Wissensvermittlung mit dem Kultur- und Umweltpreis 2023 ausgezeichnet. Getreu dem oft zitierten Bonmot "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten", spiele der Archäologische Verein seit seiner Gründung 2010 eine wesentliche Rolle in der Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes der Region. Er biete eine Plattform, um Leidenschaft für Archäologie auszuleben und das Verständnis für die Geschichte zu vertiefen, wie es in der Laudatio heißt. Der Verein trage maßgeblich "zur Bereicherung der Gemeinschaft und zur Stärkung der Verbindung der Menschen zur Vergangenheit bei".

Der AVE habe bedeutende Artefakte und Relikte vergangener Zeiten ans Licht gebracht

Eine der herausragenden Leistungen des Vereins sei die Erforschung und Dokumentation zahlreicher archäologischer Fundstätten im Landkreis. Durch seine engagierte Arbeit haben bedeutende Artefakte und Relikte vergangener Zeiten ans Licht gebracht werden können, die helfen, die Geschichte der Vorfahren besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Der AVE setze sich laut Bayerstorfer zudem für die Restaurierung und Pflege historischer Stätten und Artefakte ein. Auch gesellschaftspolitisch bringe sich der Verein ein. Anlässlich der Änderung des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes im Juni 2023 habe der AVE zum Beispiel eine Unterschriftenaktion gestartet, um Grundstückseigner und Bauherren hinsichtlich der oftmals enormen Kosten für die vorherige wissenschaftliche Untersuchung des Bodens, die Bergung von Funden und die Dokumentation der Befunde zu entlasten.

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