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Kommunalwahl im Landkreis Erding:Stimmen und Prozente

Die Ergebnisse der Landratsstichwahl sind im Landkreis sehr unterschiedlich ausgefallen. Beide Kandidaten waren in ihren Heimatgemeinden besonders stark. Amtsinhaber Bayerstorfer profitiert von der stärkeren Wahlbeteiligung

Die Stichwahl zwischen Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und dem Bockhorner Bürgermeister Hans Schreiner (FW/Grüne/SPD) war eine spannenden Angelegenheit. Es war schwer vorherzusagen, ob die reine Briefwahl zu mehr oder weniger Wahlbeteiligung führen würde. Es zeigte sich, das Ersteres der Fall war. Am ersten Durchgang am 15. März hatten sich deutlich weniger Wahlberechtigte beteiligt. Bei der Stichwahl stieg die Beteiligung im Landkreis um knapp 3,2 Prozentpunkte auf 67,4 Prozent und es waren fast 3800 Wähler mehr als vor zwei Wochen. In fünf Kommunen im Landkreis sank allerdings die Wahlbeteiligung etwas. In Berglern, Eitting, Moosinning, Pastetten und Wartenberg nahmen weniger Menschen an der Stichwahl teil als an der ersten Runde. Mit 81,3 Prozent war die Wahlbeteiligung in Steinkirchen die höchste im ganzen Landkreis, am geringsten war sie mit 58,2 Prozent in Berglern.

Neben der ungewissen Wahlbeteiligung machte noch ein zweiter Aspekt Prognosen schwierig. Da in der ersten Runde etwa 3800 Stimmen an den AfD-Kandidaten Rainer Forster gegangenen waren, wurden bei der Stichwahl unterm Strich gut 7600 Stimmen unter Bayerstorfer und Schreiner neu verteilt. Nach der Auszählung vor zwei Wochen war Bayerstorfer 2352 Stimmen vor Schreiner gelegen. Zwei Wochen später legten nun zwar beide Kandidaten kräftig zu, der Amtsinhaber allerdings deutlich stärker als sein Gegenkandidat. Bayerstorfer bekam in der Stichwahl 4953 Stimmen mehr als im ersten Durchgang, Schreiner steigerte sich nur um 2644 Stimmen. So verdoppelte sich letztlich der Abstand zwischen Bayerstorfer und Schreiner auf 4661 Stimmen.

Ihre jeweils besten Ergebnisse holten beide Kandidaten in ihren Heimatgemeinden. Bayerstorfer erhielt in Hohenpolding mehr als drei Viertel aller Stimmen. Schreiner schnitt kaum schlechter in Bockhorn ab, wo 73,3 Prozent der Wähler ihm ihre Stimme gaben.

Bayerstorfer lag in 20 Gemeinden vor seinem Herausforderer. Interessant ist dabei der Blick auf die Landkarte. Die sechs Kommunen, in denen Schreiner die Mehrheit der Stimmen gewinnen konnte, liegen mitten drin im Landkreis. Ottenhofen, Wörth und Erding liegen an der S-Bahnlinie, Wörth, Walpertskirchen und Lengdorf an der Bahnstrecke nach München, die letzten beiden sind zudem Nachbargemeinden von Bockhorn. Und noch etwas fällt auf. Je weiter weg eine Gemeinde von Schreiners Heimatort Bockhorn war, desto schlechter war sein Ergebnis - ob in Langenpreising oder Eitting, Finsing, Moosinning oder Kirchberg, überall hier kam Schreiner nicht mal auf 40 Prozent. Den größten Stimmenanteil außerhalb Bockhorns holte er in Wörth.

Im ersten Wahlgang hatte Schreiner vor allem auch in Erding deutlich mehr Zustimmung erhalten als Bayerstorfer. In der Stichwahl gelang es dem Amtsinhaber aber den Abstand in der Großen Kreisstadt auf Schreiner zu verkürzen. Am Abend des 15. März waren in Erding noch 1821 Stimmen mehr für Schreiner als für Bayerstorfer abgegeben worden, am zweiten Wahlsonntag lag Schreiner dann nur noch 1138 Stimmen vorne. Das prozentuale Ergebnis in der Kreisstadt war letztlich aber ein exaktes Spiegelbild zum landkreisweiten Ergebnis. In der Stadt Erding bekam Schreiner 53,2 Prozent der Stimmen, im Landkreis Erding erhielt Bayerstorfer - die entscheidenderen - 53,2 Prozent.

© SZ vom 31.03.2020

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